Rätisches und Tiroler Grauvieh - Austria-Forum : Heimatlexikon
Rätisches und Tiroler Grauvieh#

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Grauvieh gehört zu den im gesamten Ostalpenraum verbreiteten Rinderrassen. Es wird auf das ligurisch-rätische Graurind der Römerzeit zurückgeführt. Die Abgeschlossenheit der einzelnen Zuchtinseln führte zu leicht unterschiedlichen Schlägen, so in der Schweiz zum Albula- und Oberländer Schlag. Im oberen Inntal gab es einst bedeutende Bestände, dort wurde zu Beginn des 20. Jh.s ein Zuchtverband gegründet. Insgesamt waren solche Rinder über den gesamten Ostalpenraum verbreitet. Früher wurden Graurinder zur Verbesserung lokaler Rassen häufig nach Südosteuropa und Italien exportiert.
Allen Rindern ist die Graufärbung in unterschiedlichen Tönungen zu eigen. Bis zur Wende zum 20. Jh. war der Kanton Graubünden ein bedeutendes Zuchtgebiet, dann wurde dort die Rasse durch Braunvieh verdrängt und nicht mehr vermehrt. In den Tiroler Tälern konnten sich Bestände mit starkem Albula-Einschlag halten.
Seit 1985 führt Pro Specie Rara von dort Zuchttiere ein, und damit entstand das Rätische Grauvieh neu. Seit 1992 besteht die Genossenschaft der Grauviehzüchter, die mit PSR zusammenarbeitet.
Eigenschaften#
Das Grauvieh ist ein anpassungsfähiges, berggängiges und langlebiges Zweinutzungsrind. Es ist leichtfuttrig, fruchtbar und robust, die Kühe kalben leicht. Die Milchleistung ist durchschnittlich bis gut, je nach Futterangebot. Das Fleisch ist sehr gut, ebenso die Schlachtausbeute. Der Tiroler Schlag ist etwas größer und derber als der rätische.
Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Martin Haller. Seltene Haus- und Nutztierrassen. Leopold Stocker Verlag, Graz 2000; 2. Auflage 2005.
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)
