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Rattenfänger von Korneuburg#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Rattenfängerbrunnen, © Alfred Wolf
Rattenfängerbrunnen
© Alfred Wolf

"Der Rattenfänger von Korneuburg" wird zwar mit dem Ort in Niederösterreich in Zusammenhang gebracht, ist aber eine typische Wandersage. Einen Rattenfänger gab es nicht nur in Korneuburg, sondern auch in Hameln (Deutschland).

Die Geschichte erzählt, dass sich die Bewohner der Stadt der Rattenplage nicht erwehren konnten. In seiner Not versprach der Stadtrat dem Retter einen hohen Preis. Ein Fremder, der diesen verdienen wollte, kam mit einer schwarzen Pfeife an, der er schreckliche Töne entlockte. Den Ratten schien das zu gefallen und sie kamen aus ihren Verstecken. Sie folgten dem Rattenfänger, der unablässig pfeifend, die Stadt verließ und sie in die Donau lockte, wo alle ertranken. Die Stadtväter aber blieben ihm den versprochenen Lohn schuldig. Nach einiger Zeit kam der Mann, prächtig gekleidet, mit einer goldenen Pfeife wieder, auf der er schöne Melodien blies. Alle Kinder kamen und folgten ihm willenlos auf sein bunt beflaggtes Schiff. Als es alle betreten hatten, stieß er das Fahrzeug vom Ufer und fuhr stromabwärts. Nur zwei Korneuburger Kinder waren nicht dabei. Eines war taub, und eines war zu spät gekommen.

Auf dem Hauptplatz wurde anlässlich des 600-jährigen Stadtjubiläums 1898 der Rattenfänger-Brunnen nach dem Entwurf von Hans Kropf enthüllt. Die bekrönende Figur schuf Emanuel Pendl. Zum 100-Jahr-Jubiläum des Brunnens erschien eine Briefmarke mit seiner Darstellung.

Quellen#

  • Hans Fraungruber: Österreichisches Sagenkränzlein, Wien, Stuttgart, Leipzig 1911
  • Dehio Handbuch Niederösterreich nördlich der Donau. Wien 1990


Redaktion: hmw