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Rosalienkapelle#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Rosalienkapelle in Forchtenstein (Ansicht von Südwesten), Foto: Steindy. Aus: Wikicommons unter CC
Rosalienkapelle in Forchtenstein (Ansicht von Südwesten)
Foto: Steindy. Aus: Wikicommons unter CC

Auf dem höchsten Punkt des Rosaliengebirges Rosalia, Forchtenstein befindet sich in Forchtenstein die beliebte Wallfahrtskirche "Hl. Rosalia". Bereits 1644 befand sich an dieser Stelle ein Kapelle, 1665 ließ Graf Paul Esterházy hier zu Ehren der Pestpatronin Rosalia eine hölzerne Kapelle errichten und darin Statuen der Muttergottes und der heiligen Rosalia aufstellen.
(Der Sage nach wurde die Rosalienkapelle errichtet, damit der Geist der grausamen Burgfrau Rosalia von Forchtenstein, der nachts um den Schwarzen Turm der Burg Forchtenstein spukte, Ruhe finden sollte – und angeblich war der Spuk damit beendet).

Der große Zulauf aus Ungarn und Österreich veranlasste ihn, 1670 mit dem Bau der heutigen Kapelle mit ihrem kreuzförmigen Grundriss, der charakteristischen, durch verschiedene Firsthöhen gegliederten Dachsilhouette und dem kleinen Turm mit Pyramidenhelm über der Südfassade zu beginnen, der 1680 geweiht wurde.

1695 stiftete Leopold Kardinal Kollonitsch für die Kapelle, die viele Wallfahrer anzog und bei der Verbreitung des Rosalienkults in Ungarn eine große Rolle spielte, eine kostbar gefasste Reliquie der Heiligen.

Wallfahrtskirche Hl. Rosalia, Altar
Wallfahrtskirche Hl. Rosalia, Altar
Foto: Haeferl. Aus: Wikicommons unter CC

Der barocke Hochaltar stammt aus der Bauzeit: der Mittelpunkt des Hochaltars ist eine verglaste Nische mit der liegenden Figur der hl. Rosalia, flankiert von Statuen der heiligen Einsiedler Paulus und Antonius, darüber ein ovales Aufsatzbild der Hl. Dreifaltigkeit und das Wappen der Familie des Stifters.
Auf dem im Pestjahr 1679 errichteten rechten Seitenaltar stehen die beiden Pestpatrone Sebastian und Rochus. Das Altarbild zeigt die Patronin der Kapelle. Zwei Jahre später wurde der linke Seitenaltar aufgestellt. Auf dessen Altarbild sieht man die hl. Mutter Anna mit Maria und dem Jesuskind ("Hl. Anna selbdritt"), seitlich Figuren der Heiligen Franziskus und Antonius von Padua.

1682 wurde die schönen Kanzel mit langem Balkon und den Statuen der vier Evangelisten in Muschelnischen errichtet.

Gesamtrestaurierungen der Kapelle erfolgten in den Jahren 1870, 1957-1961, 1990 und 2015/16, rechtzeitig zum 350-Jahr-Jubiläum.

Gottesdienste werden an Sonn- und Feiertagen (jeweils um 10.30 Uhr) zwischen Anfang Mai und Ende Oktober gehalten, die Besichtigung ist in diesem Zeitraum ebenfalls möglich!

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl