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Der Rossaltar in der Schlosskirche von St. Martin#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Pferdeplastik, Schloßkirche St. Martin
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Das im 17. Jahrhundert neben dem Schloß St. Martin Schloss St. Martin, Graz im Süden von Graz erbaute Gotteshaus ist mit seiner vom Holzbildhauer Josef Thaddäus Stammel zwischen 1738 und 1740 geschaffenen, lebensgroßen Komposition von drei Reitergruppen - zumindest in Österreich - einmalig. Es kann als ein Hauptwerk der kirchlichen Plastik des 18. Jahrhundert in der Steiermark gelten.

Es ist für den Betrachter sehr merkwürdig, statt der üblichen Heiligenfiguren die äußerst lebensnah gestalteten — ja fast erschreckend lebendigen - Pferde am Hochaltar vorzufinden. Man vermeint sie jeden Moment galoppieren zu sehen oder wiehern zu hören. Für eine Kirche mehr als ungewöhnlich. In der Mitte sitzt der heilige Martin stolz hoch zu Roß, zur Linken werden der Sturz und die Bekehrung des heiligen Paulus gezeigt und rechts sieht man die Heilung des abgeschnittenen Pferdebeins durch den heiligen Eligius. Hier werden auch die drei „Zeitalter des Pferdelebens" dargestellt: das Streitroß des Christenverfolgers Saulus, das in die Knie brach, sich dann aber grimmig aufzubäumen sucht; das elegante Reitpferd des heiligen Martin, das standesbewußt tänzelt, und die abgehalfterte Schindermähre des heiligen Eligius.

Wandertip#

Von Gösting über Plabutsch und Buchkogel nach St. Martin: Die etwa 14 km lange Route ist markiert und mit der Nr. 2 bezeichnet; wir beginnen sie am Schloßplatz in Gösting, wo wir zuerst der Bezeichnung „Fürstenstandweg" folgen. Ziemlich steil bergaufsteigend haben wir nach einer 3/4 Stunde die Gipfelwiese am „Fürstenstand" (763 m) erreicht (lohnender Blick auf die Stadt). Unser Pfad verläuft nun reizvoll am Kamm des Plabutsch weiter und erreicht den Gaißbergsattel (528 m) mit Abzweigung nach Eggenberg und zum Thalersee. Der Kollerberg wird umrundet und der Steinbergsattel gequert. Von ihm steigen wir in 1/2 Stunde zum Ölberg hinauf, um bald das Kircherl St. Johann und Paul (Gasthaus) zu erreichen. Am Rücken des Buchkogels geht es bis zur „Rudolfswarte" (657 m) weiter, und nun steigen wir zum Kehlberg mit seinen Buschenschenken ab und wählen dort die Abzweigung nach St. Martin.

Quellen#

  • Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft