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Geheimnisvolle Salzseen im Berg#

Eine Zauberwelt tut sich auf

Heimatlexikon - Unser Österreich

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unterirdischen Salzsee
Fahrt über den unterirdischen Salzsee.
© Österreich Werbung/Wiesenhofer

Tief im Innern der beiden bedeutendsten Salzbergwerke Österreichs, in Hallstatt und in Altaussee, erschließt sich dem Besucher, der sich einer Führung anvertraut, eine Zauberwelt: Licht wird eingeschaltet, und eine riesige Höhlung im Berg, geschaffen durch Mühe und Fleiß der Bergknappen, tut sich plötzlich auf. Diese spektakulären Räume entstanden zur Solegewinnung mittels Auslaugung des salzhaltigen Gesteins durch Wasser.

Auf einer durch keinen Hauch getrübten, völlig unbewegten Wasserfläche spiegell sich in einiger Distanz das gelbbraune Gestein der Höhlenwölbung derart, dass man regelrecht verführt wird, die Wasseroberfläche zu betreten. Richtet man aber den Blick von der Nähe auf das Wasser, dann taucht man in eine geheimnisvoll grünblaue, so glasklare Welt, dass man am Boden des Salzsees jedes kleinste Steinchen erkennen kann.

Besonders faszinierend ist der Salzsee im Altausseer Bergwerk, in dessen Mittelpunkt eine kleine Insel aufgeschüttet wurde, die über einen Steg erreicht werden kann. Unweit davon, herausgehauen aus durchscheinendem rotgelbem Salzgestein, befindet sich die Kapelle der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergknappen.

Wandertip#

Das Naturwunder der „Salzseen im Berg" kann bei Führungen besichtigt werden: als zusätzlichen Wandertip empfehlen wir aber unbedingt die Begehung der VIA SALIS in Altaussee, eines beschilderten Rundgangs durch die Salzreviere:

Die Wanderung beginnt im Kurpark von Altaussee. Das erste Objekt am Weg ist der Scheiben-Stollen, dann gelangen wir zum Franzbergstollen. Sein Abbauhorizont, wie es in der Bergmannssprache heißt, ist der tiefste und größte im Berg, er liefert mehr als achtzig Prozent der in Altaussee gewonnenen Sole. Dann geht es weiter zur Solemeßstation, zum Ferdinandberg-Stollen und schließlich zum Steinbergstollen (mit dem Schaubergwerk und dem Salzsee), den wir nach etwa 1 Std. erreichen.

Haben wir nach der Besichtigung des Schaubergwerkcs noch Lust und Zeit, können wir der Via Saus über den Sandlingbergstollen bis zum Moosbergstollen weiterfolgen. Für die gesainte Rundwanderung sind ca. 5 Std. einzuplanen.

Die Bergsteiger aber zieht es hinauf auf den Salzberg selbst, den HOHEN SANDLING: Wir gehen beim Salzbergbau am Steinberg los und folgen dem Hinweis „Sandling-Alm". Durch Hochwald marschieren wir zur reizenden Sandling-Alm auf 1.211 m, die wir nach einer 3/4 Std. erreichen. (Ein zweiter Zugang führt von der Biaa-Alm herauf.) Einige hundert Meier oberhalb der Sandling-Alm teilt sieh die Markierung im lockeren Almwald, und wir folgen der Nummer 251 linkerhand steil aufwärts. Durch eine Erlenzone erreichen wir das dem Gipfel vorgelagerte Hochplateau mit seinen kleinen Dolinen und Karstllächen. Einige kleine Felsstufen sind hier mit Drahtseilen versichert und somit für jedermann begehbar. Über das Plateau kommen wir bald zum direkten Gipfelaufbau. Nachdem wir einige Felsblöcke überkraxelt haben, gelangen wir in wenigen Serpentinen hinauf zum Gipfelkreuz (1.717 m) mit seiner umfassenden Rundsicht über viele Gipfel des Toten Gebirges und zum direkt gegenüberliegenden Dachstein. 21/2 Stunden haben wir dazu benötigt (Kompaß WK Nr. 20).

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft