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Schöner aus Nordhausen#

Winterapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Schöner aus Nordhausen
Schöner aus Nordhausen
© Arche Noah
Schöner aus Nordhausen
Schöner aus Nordhausen
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die Sorte wurde um 1820 in Nordhausen (Mitteldeutschland, südlich des Harzgebirges) als Sämling gefunden und 1892 in den Handel gebracht. Sie fand von da an schnelle Verbreitung. Im Weinviertel konnten einige Bäume dieser Sorte aufgefunden werden.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist mittelgroß, 60 – 70 mm breit, 53 – 60 mm hoch, bei meist überreichem Fruchtbehang zu den kleineren Werten tendierend, abgestumpft rundlich, ziemlich gleichmäßig gebaut, im Querschnitt nicht ganz rund, vereinzelt ziehen flache Rippen über die Frucht, mittel bis schwach stielbauchig. SCHALE: Ist glatt, matt glänzend, fest, zuweilen schwach fettig, Grundfarbe zur Baumreife hellgrün, zur Lagerreife rein hellzitronen bis goldgelb, auf der Schattenseite des Baumes zumeist nur grundfarbene Früchte, sonnseits teils verwaschen rosa, teils leuchtend rot überzogen 0 – 1/3 selten 1/2, Schalenpunkte fein, oft kaum be-merkbar, seltener etwas stärker, bräunlich, in der Röte gelbliche helle Punkte, auf der kelchseitigen Hälfte Leutizellenaufhellungen in der Grundfarbe gut bemerkbar, nicht duftend.

KELCH: #

Ist halboffen bis offen, Blättchen sind sortentypisch kräftig, ziemlich breit, auffallend lang, schräg aufwärtsstehend, nach außen umgebogen, grünlichbraun bewollt, Kelchgrube ist tief, mäßig weit, zuweilen von leichten Rippen umgeben, nicht berostet.

STIEL: #

Ist kurz bis sehr kurz, 5 – 9 mm, selten über 10 mm lang, mitteldick, holzig, Stielgrube zumeist tief eng, zumeist strahlig berostet mit schuppigem Rost, seltener unberostet. FRUCHTFLEISCH: Ist gelblichweiß, fest, saftig, Geschmack angenehm gewürzt, erfrischend weinsäuerlich, bei manchmal höherem Zuckergehalt.

KERNHAUS:#

Mittelgroß, mittelständig, zwiebelförmig, Achse hohl, Kammern leicht geöffnet, geräumig, Samen mittelgroß, eiförmig, stumpf gespitzt, braun.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

In der Jugend kräftiger Wuchs, Krone hochkugelig, später breitausladend, Widerstandsfähigkeit gegen Frost ist ungewöhnlich hoch.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Gut geeignet sind Hoch- und Halbstamm auf Sämling im landwirtschaftlichen Obstbau. Auch kleinere Baumformen auf Typenunterlagen sind möglich. Sehr gut geeignet zum Umpfropfen älterer Bäume.

BODEN UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Die Sorte verlangt bessere Apfelböden, im schweren Boden bleibt die Frucht sauer, auf Grasland nur bei guter Wasserversorgung geeignet, bei Trockenheit etwas Mehltaubefall und vorzeitiger Fruchtabfall. Bei guten Bodenverhältnissen auch noch für rauhere Lagen bis 500 m Höhe.

BLÜTE:#

Mittelfrüh bis spät, wenig empfindlich gegen Nässe und Frost.

POLLENSPENDER/BEFRUCHTUNGSPARTNER:#

Pollen ist gut, die Befruchtungsverhältnisse durch andere Sorten sind nicht erforscht. Vermutlich sind aber alle mittelfrüh bis spät blühenden Sorten mit gutem Pollen geeignete Befruchtungspartner.

PFLÜCKREIFE:#

Ab Mitte Oktober, um Druckflecken zu vermeiden muß sorgfältig gepflückt werden.

GENUSSREIFE:#

Jänner bis April.

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

Die Sorte läßt sich im naturkühlen Keller sehr gut lagern und macht keine Probleme.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Der Ertrag setzt früh ein und ist mittelhoch bis hoch, ziemlich regelmäßig. Die Sorte eignet sich als guter und schön aussehender Tafel- und Wirtschaftsapfel.

PFLEGEHINWEISE:#

Um Triebwachstum und Früchte im Gleichgewicht zu halten, sind gelegentliche Überwachungs- und Verjüngungsschnitte notwendig.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Schädlingsbefall ist gering. Die Sorte ist nur wenig stippeanfällig, etwas schorfanfällig in ungeeigenten Lagen.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)