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Schieblers Taubenapfel#

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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Schieblers Taubenapfel
Schieblers Taubenapfel
© Arche Noah
Schieblers Taubenapfel
Schieblers Taubenapfel
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Ist eine ältere Sorte, die in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Celle (Niedersachsen, Deutschland) von einem Herrn Schiebler aus Samen gezogen worden ist. Bäume dieser Sorte wurden am südlichen Rand des Tullner Beckens und in der Nähe von Gutenstein (Niederösterr. Kalkalpen) aufgefunden. Die Sorte gehört zur Gruppe der Taubenäpfel.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist klein bis mittelgroß, 57-67 mm hoch, 44-58 mm dick, länglich abgestumpft, ei- oder auch kegelstumpf, glocken- bis walzenförmig, nicht ganz gleichmäßig gebaut, Rippen flach über die halbe Frucht, bisweilen darüber hinauslaufend. Querschnitt ziemlich rund, stiel-, seltener mittelbauchig.

SCHALE:#

Ist glatt, ziemlich fest, vom Baum grün bis hellgrün, später grünlichgelb, seltener gelb, bei manchen Herkünften kann sonnwärts rötlicher Anflug auftreten. Schalenpunkte fein bis mittelgroß, in unterschiedlicher Intensität verteilt hellbraun, bisweilen von schwachen Schalenaufhellungen umgeben, manchmal kleine Anflüge von Rost, kein oder bisweilen schwacher Geruch, die Frucht welkt nicht.

KELCH:#

Ist geschlossen, klein bis mittelgroß, Blättchen oft nicht sehr lang, aufrecht, bisweilen auch länger und dann nach außen gebogen, bewollt, am Grunde grünlich, Kelchgrube ist rippig, eng, mitteltief bis tief, teils unberostet, teils mit Flugrost, Kelchrand gewellt bis höckrig, relativ schmal.

STIEL:#

Ist kurz (7-17 mm), dünn bis mitteldick, holzig, teilweise noch grün und bräunlich, Stielhöhle mitteltief, eng, teilweise schwach berostet, Rand leicht gewellt.

FRUCHTFLEISCH:#

Ist weißlich, feinzellig, ziemlich lange festbleibend, mittelmäßig saftig bis saftig, eigenartig gewürzt (an Kalmus erinnernd), aus ungünstigen Lagen und Witterung vorherrschend säuerlich, aus günstigeren Lagen angenehm und säuerlich-süß, bei Überreife mehlig werdend.

KERNHAUS:#

Mittelgroß, Achse ist hohl, gegen die Kammern nur wenig bis kaum geöffnet, mittelständig, oval, Samen länglich- bis rundlichoval mit oft recht lange ausgezogener Spitze, zumeist gut ausgebildet.

BAUMEIGENSCHAFTEN: #

Wächst in der Jugend stark und hat später eine umfangreiche kugelige Krone, ist frosthart im Holz.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Sind der Hoch- und Halbstamm auf Sämlingsunterlage.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Wegen seiner überreichen Tragbarkeit sind die Ansprüche an den Boden zumindest mittelhoch, er sollte nahrhaft und gutes Nachlieferungsvermögen besitzen. Ist bei etwas geschützten Verhältnissen auch noch für höhere Lagen geeignet.

BLÜTE:#

Blühverhältnisse sind nicht näher untersucht, die Blüte selbst ist wenig empfindlich.

POLLENSPENDER:#

Die gute Ausbildung der Samen läßt den Schluß zu, daß der Pollen gut ist.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Die Befruchtungsverhältnisse sind nicht genauer erforscht.

PFLÜCKREIFE: #

Zweite Hälfte Oktober.

GENUSSREIFE: #

Dezember bis Ende Februar.

LAGEREIGENSCHAFTEN: #

Sind sehr gut, die Sorte ist wenig empfindlich und nicht fäulnisanfällig. Haltbarkeit bis Februar, wird bei Überreife mehlig.

ERTRAG UND EIGNUNG: #

Der Ertrag ist sehr hoch, neigt zu Alternanz, sehr guter Tafelapfel, guter Wirtschaftsapfel.

PFLEGEHINWEISE: #

Wichtig ist die Erziehung und der Aufbau einer tragfähigen Krone im Jugendstadium, später Erhaltung und Auslichtungsschnitt, um die Qualität zu erhöhen und den Ertrag zu regulieren.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT: #

Die Sorte ist sehr gesund und frostwiderstandsfähig. Geringe Anfälligkeit für Schorf.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)