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Schleinbacher Augustkirsche#

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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Schleinbacher Augustkirsche
Schleinbacher Augustkirsche
© Arche Noah
Schleinbacher Augustkirsche
Schleinbacher Augustkirsche
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die Herkunft und Entstehung der Sorte ist unbekannt. Der Autor dieser Sortenbeschreibung wurde durch einen alten Bauern auf den im Weinviertel befindlichen Straßenkirschenbaum aufmerksam gemacht. Bisher wurde kein weiterer Baum dieser Sorte gefunden. Extrem spätreifende kleine bunte Knorpelkirsche (Vogelkirschengröße).

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

die Frucht ist klein, 16,5 – 17,5 mm hoch, 16 – 17,5 mm breit, 14,5 – 16 mm dick, oval bis herzförmig, die Bauchseite ist in der Fruchtmitte zumeist etwas stärker vorgewölbt als die Rückenseite. Letztere ist im Querschnitt schön abgerundet, kann vereinzelt, was bei Kirschen eher ungewöhnlich ist, eine undeutliche andeutungsweise Naht aufweisen oder auch eine minimale Furche. Die Bauchfurche ist deutlich sichtbar als markante schwach vertiefte Rinne, die vom Stempelpunkt zur Stielgrube verläuft. Die Stielseite ist schwach geschultert, Stielgrube nicht tief, mittelweit, bauchwärts leicht ausgerandet. Stempelpunktseite abgerundet, Stempelpunkt schwarzgrau, sitzt etwas erhöht in flacher Einsenkung, seltener ohne Einsenkung.

FRUCHTGEWICHT: #

2,7 g

HAUT:#

ist sehr fest, unempfindlich und zäh, läßt sich nicht vom Fruchtfleisch abziehen, glänzend, hellrot mit bisweilen an kleinen Stellen durchscheinender gelber Grundfarbe, wird bei fortschreitender Reife dunkler rot mit helleren Partien an der Bauch- und Rückenseite, stellenweise ist eine helle Strichelung bemerkbar.

FRUCHTFLEISCH:#

ist sehr fest, knackend, saftig, gelblich bis weißlichgelb, von hellen Adern durchzogen, löst bei Vollreife mittelgut vom Stein, im steinnahen Bereich rötlich, süß, schwach säuerlich, leicht gewürzt, Saft ist farblos.

STEIN:#

ist mittelgroß, 9,5 – 10,5 mm lang, 6,6 mm breit, 7,6 – 8 mm dick, ist eiförmig, Oberfläche glatt, Stiel ist regelmäßig gewölbt, Rückenlinie schwach hervortretend, ohne oder kaum bemerkliche Runzeln, ohne oder nur schwach ausgeprägtes gerades Spitzchen, Wulstansatz ist schmal und flach, überragt die Scheitelhöhe nur minimal, Seitenwülste sind in ihrem Verlauf geschweift, ohne Nebenwülste. Zwischenwülste oft undeutlich und sehr unterschiedlich ausgebildet, ebenso der Mittelwulst.

STIEL:#

ist lang, 50 – 60 mm, dünn, grün gefärbt, sitzt mit kleinem Scheibchen in nur mäßig tiefer Einsenkung.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum wächst in der Jugend kräftig und bildet später eine sehr große Krone. Die Blätter sind lang, oval, doppelt gezahnt, Zahnung nicht ganz spitz, Stiel ist großteils auf der Oberseite rötlich braun.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

da nur ein Baumstandort im Weinviertel bekannt ist, ist eine spezielle Aussage nicht möglich, durch seine auffallende herausragende Größe und Wüchsigkeit in einer Kirschenallee auf einem windigen Höhenrücken zeigt er allerdings seine Robustheit und Vitalität, was auf nicht zu hohe Standortansprüche hinweist.

BLÜTE:#

ist reich und in Büscheln, Blütezeitpunkt für diese Sorte ist wegen der Spätreife interessant, wurde jedoch noch nicht durch Beobachtungen ermittelt. BEFRUCHTERSORTEN: Durch Versuche nicht ermittelt.

REIFE:#

zweite Hälfte August, bei kühleren, nicht zu heißen Sommern auch Anfang September, können bei nicht zu heißer Witterung wegen des harten Fruchtfleisches lange am Baum belassen werden. Da nicht wurmig werdend, ist Fäulnisanfälligkeit gering.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Trägt alljährlich, sehr reich. Ist wegen der recht kleinen Frucht und extremen Spätreife eher eine Sorte für Liebhaber von Kuriositäten und im speziellen vielleicht auch als Züchtungspartner in der Kirschenzüchtung interesant.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Diese Sorte ist sehr widerstandsfähig und gesund, wird nie „wurmig“ (madig), da bei der beginnenden Verfärbung von grün zu gelb die Kirschfruchtfliegenflugzeit vorbei ist.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)