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Schloß Engleithen - Pythagoras-Kepler-Schule#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Schloß Engleithen - P K S
Schloß Engleithen - P K S
© Hilde und Willi Senft

Im Kaltenbachtal, am alten Waldweg nach Lauffen, den schon die Römer ausgebaut haben, steht das Schloß Engleithen, von dessen Turm in alle vier Himmelsrichtungen in mannsgroßen Lettern die Buchstaben PKS prangen.

Beim ersten flüchtigen Hinsehen fragt man sich, was denn die „PSK-Werbung" der Postsparkasse hier verloren habe, dann erst entdeckt man die andere Reihenfolge der Lettern und ist nun völlig ratlos.

An diesem Platz wirkten Zeitgenossen, denen vielleicht erst von der Nachwelt die große wissenschaftliche Anerkennung zuteil wird. Es waren vor allem Vater Viktor Schauberger (1885 - 1958) und Sohn Walter (verstorben 1994), die hier das „P ythagoras-K epler-S ystem" entwickelten und die abkürzenden Buchstaben vom Turm ihres Schlosses sozusagen in die Welt hinausposaunten - in eine Welt, die „vorerst so wenig Verständnis für ihre Theorien und Arbeiten zeigte und deren Physiker ihre Gedanken ganz und gar nicht von den eingefahrenen Geleisen der klassischen Mechanik und Geometrie lösen konnten..."

Jörg Schauberger führt nun in dritter Generation das Lebenswerk von Vater und Großvater durch Seminare und Publikationen weiter.

Schaubergersches Heimkraftwerk
„Schaubergersches Heimkraftwerk" (Landesausstellung Weiz 2001).
© Hilde und Willi Senft

Walter Schauberger meinte, mit der Formel des Tongesetzes „(1/n).n = 1" (entwickelt am Urinstrument der Pythagoreer, dem Monochord) die Möglichkeit zur Versöhnung von Natur und Technik gefunden zu haben. Wobei sich die Technik von den geraden Linien, Kreisen und Ellipsen verabschieden und sich offenen, hyperbolen Systemen zuzuwenden habe. Während die menschliche Technik mit dem Prinzip der Explosion, der Verbrennung, arbeite, also zentrifugal und abbauend wirke, würde die Natur einen entgegengesetzten Weg gehen, der mindere in höherwertige Werkstoffe verwandle. Einer Implosion gleich konzentriere sie die Kräfte nach innen, wo sie aufbauend wirken. Solche Bewegungen setzen nach Schauberger Energien frei, die sich auch technisch nutzen ließen. Jede Forelle, die unter einem Wasserfall aus dem Stand mehrere Meter hoch flußaufwärts springen kann, mache sich diese durch die Wirbelbewegung des Wasser freigesetzte Energie zunutze. - Was sich in der hier gebotenen Kürze nur unbefriedigend wiedergeben läßt, hat Schauberger in jahrelanger, bis heute nicht entsprechend gewürdigter Forschungstätigkeit auch umzusetzen versucht.

Er entwickelte aber auch durchaus praxisreife Geräte, so etwa ein sogenanntes „Heimkraftwerk": Diese Maschine (siehe Bild) arbeitet mit Wasser als Betriebsmedium, das von oben durch Wendelrohre fließt. Durch die Rotationsbewegung und die spezifische Form der Rohre wird das Wasser in der Mitte der Rohre zentriert. Darauf verringern sich die Reibungswiderstände, das Wasser kühlt ab und verdichtete sich. Dieser Umstand bewirkt eine Sogwirkung, wodurch Betriebswasser aus einem Kessel in den Rotor eingesogen wird, worauf sich dieser in Bewegung setzt.

Hausberg Bad Ischls, der Katrin
Blick auf die Stadt vom Hausberg Bad Ischls, der Katrin, auf die auch eine bequeme Seilbahn führt.
© Hilde und Willi Senft

In den dreißiger Jahren baute Schauberger Schwemmkanäle, und zwar nicht nur in Österreich, sondern in verschiedenen europäischen Ländern, in denen einfach und mühelos riesige Mengen Holz bis zu 50 Kilometer weit transportiert wurden. Im Gegensatz zu den üblichen Schwemmkanälen benötigten die seinen nur ganz wenig Wasser; das Holz schlenkerte in schlangenförmigen Bewegungen zu Tal. Als er aber zur Überzeugung kam, daß die Forstwirtschaft nicht mehr nach-haltige Nutzung der Wälder, sondern Raubbau betrieb, baute er keine weiteren Schwemmkanäle mehr. Und obwohl die Wissenschaft seine Kanäle genau studierte, gelang es nicht mehr, funktionierende neue zu errichten.

Gemeinsam mit seinem Sohn Walter stellte Viktor Schauberger 1949 die erste österreichische Ökologiebewegung „Grüne Front" auf die Beine und wandte sich unter anderem vehement gegen die Atomenergie, Flußbegradigungen und die weltweite Abholzung von Forstflächen. Er gründete auch eine Firma für „Energieökonomie" und gehörte zum Mitbegründer der politischen Grün-Bewegung in Österreich. Schauberger hielt Gastvorlesungen in Oxford und Cambridge, arbeitete mit Nobelpreisträgern zusammen und war mit Robert Jungk befreundet.

Obwohl zu Walter Schauberger noch viel zu sagen wäre - sogar eine fliegende Untertasse soll er konstruiert haben -, sei hier nur bemerkt, daß er heute vor allem als Pionier einer ganzheitlichen Naturbeobachtung und der modernen Wasserforschung anerkannt wird. Daß dieses Element als Grundlage des Lebens noch viele Geheimnisse birgt, zeigt nicht zuletzt der Tiroler Naturforscher Johann Grandner, dessen „belebtes Wasser" erstaunliche physikalische, biologische und gesundheitliche Effekte erzielt, ohne daß sich dies die moderne Wissenschaft bis heute zu erklären weiß.

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft: Geheimnisvolles Salzkammergut. Magisches, Besonderes, Kurioses und Unbekanntes. Leopold Stocker Verlag, Graz 2002; 2. Auflage 2003.


Redaktion: Hilde und Willi Senft