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Schloss Elberstein#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Schloss Elberstein
Schloss Elberstein
Foto: J. Jaritz. Aus Wikicommons unter CC

Mitten in der kleinen Kärntner Gemeinde Globasnitz Globasnitz erhebt sich "Schloss Elberstein", ein Märchenschloss, das sich von 'normalen' Burgen und Schlössern wesentlich unterscheidet – es ist erst im 20. Jahrhundert entstanden.


Bauherr Johann Elbe hat sich mit dem einzigartigen Prachtbau seinen Kindheitstraum erfüllt und seit den 1970er Jahren in rund 30.000 Arbeitsstunden sein persönliches Märchenschloss "Elberstein" geschaffen.



Bereits als Kind war Johann Elbe von Schlössern und Burgen fasziniert; in seiner Jugend bereiste er weite Teile von Österreich und Deutschland und sammelte Ideen, um seinen Traum – selbst in einem Schloss zu wohnen - zu verwirklichen.


So lernte er nacheinander die Berufe, die er zur Verwirklichung seines Lebenswerkes brauchte: handwerklich talentiert lernte er zuerst den Beruf des Tischlers, arbeitete dann in einer Maschinenfabrik und anschließend bei einem Baumeister.


1976, im Alter von 24 Jahren, begann er mit ersparten 2000 Schilling mitten im Dorf, im Obstgarten der Landwirtschaft der Eltern, sein Schloss zu bauen. Mit tatkräftiger Hilfe von Verwandten und Freunden stand der Rohbau innerhalb von vier Jahren.

Seit über 35 Jahren baut Johann Elbe nun an seinem Schloss, seit 1990 bewohnt er sein Lebenswerk und seit 17 Jahren unterstützt ihn dabei seine ebenfalls künstlerisch begabte Lebensgefährtin Ludmilla.



Schloss "Elberstein" – abgeleitet von "Elbe", dem Namen des Bauherrn - ist ein Märchenschloss mit aufwändigen Details ohne genaue Stilrichtung:
hinter einem Torbau mit Doppelturm, Gusserker und Kragsteinfries mit Stuckornamenten und Büsten, erhebt sich das Traumschloss: verziert mit elf Türmchen, drei Erkern und 49 Fenstern.
Das Besondere aber ist aber die Liebe zum Detail: jeder Boden ein Intarsienparkett, jede Zimmerdecke mit Stuckaturen umrahmt, jeder Türrahmen ein geschnitztes Thema. Die Fensterscheiben sind Mosaike in Bleiverglasungen aus altem, mundgeblasenem Glas, teilweise aus der Wallfahrtskirche vom nahe gelegenen Hemmaberg.
Kuppeln, Täfelungen und handgeschnitzte Decken und Möbel, die ausgestellten Bilder - alles, außer Elektroinstallationen und Heizungsanlage, wurde von dem vielseitigen Künstler selbst gemacht.


Das Schloss selbst ist mittlerweile fast fertig: im ersten Stock fehlen noch das prunkvolle Schlafzimmer mit Himmelbett und die Schlosskapelle.
Zum Schloss gehört natürlich auch ein kleiner, schön angelegter Schlosspark , wo Figuren – ebenfalls aus der hauseigenen Werkstatt – das Gelände zieren.


Mit der Zeit haben sich die Ortsbewohner nicht nur an das neue Schloss gewöhnt; das beliebte Ausflugsziel entwickelt sich zum 'heimlichen' Wahrzeichen von Globasnitz.


Schloss Elberstein
Schloss Elberstein

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Schloss Elberstein, Stuck

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© W. Schinnerl

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl