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Schloss Greinburg#

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Schloss Greinburg#

Bezirkshauptmannschaft: Perg Oberoesterreich, Perg

Gemeinde: Grein Oberoesterreich, Grein

Katastralgemeinde: Grein



Schloss Greinburg, Foto: Extrawurst. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Greinburg
Foto: Extrawurst. Aus: WikiCommons unter CC

Mächtige vierflügelige Anlage, viergeschoßiger Bau, oberhalb der Donau gelegen, mit fünf Türmen, einem großen Innenhof von 36 m Länge und 20 m Breite und dreigeschoßigen Arkaden. Ein Erdgeschoßraum mit Zellengewölbe (äußerst seltene Art von Gewölbe), prächtiger Rittersaal, durch zwei Stockwerke reichend, die Kapelle mit einem Marmoraltar aus 1625, interessante Familienporträts der Coburger, Wappenzimmer, Festräume der Herzoglichen Familie von Sachsen-Coburg und Gotha, Steinmosaik im Untergeschoß, Kassettendecke im Fürstenzimmer.

Blütezeit der Greinburg war das 15. Jahrhundert, die Zeit des Schlossbaus. Kaiser Friedrich III. erlaubte 1488 den Brüdern Prüschenk (sie nannten sich später „Grafen Hardegg von Glatz und im Machlande") ein Schloss zu erbauen. Die Urkunde enthält die älteste Nennung der Bezeichnung 'Schloss' somit ist belegt, dass die Greinburg sich ältestes Schloss Österreichs nennen darf. Kaiser Friedrich III. beauftragte die Brüder mit hohen Ämtern und Würden. Mit ihren Geschäften kamen sie zu einem beträchtlichen Kapital. Damit finanzierten sie den Ausbau des Schlosses. Obwohl es 1493 immer noch einen wehrhaften Charakter hatte, hat die Bauform nicht mehr das Grundschema einer Burg, das durch Bergfried, Palas und Zwinger bestimmt wird.

1533 erwarb der Johann Leble (Löbl), das Schloss. Unter den Leble erhielt das Bauwerk weitgehend seine heutige Gestalt. 1621 wurde die Greinburg an den Grafen Leonhard Helfrich von Meggau veräußert, der grundlegende Umbauten durchführen ließ. Der dreigeschoßige Säulenarkadengang wurde prägend für das Erscheinungsbild des Innenhofes und die Sala Terrena (sog. Steinernes Theater) wurde eingerichtet. 1625 kam es zur Neuausstattung des Rittersaales und einer daran anschließenden Kapelle im Südwestturm.

Anna von Meggau brachte ihrem Gemahl, dem Grafen Ludwig Sigmund von Dietrichstein, Schloss und Herrschaft Grein mit in die Ehe.

Die gräfliche Familie von Dietrichstein verkaufte 1709 Schloss Greinburg an Franz Ferdinand Graf von Salburg. Die Familie von Dietrichstein kam 1810 abermals in den Besitz der Greinburg, verkaufte das Anwesen jedoch 1816 an den Bürgermeister von Hainburg, Michael Fink.

Erst seit 1822 ist das Herzogliche Haus Sachsen-Coburg und Gotha Schlosseigentümer.

Der Sohn Ernsts I., Herzog Ernst II. , war von 1844 bis 1893 Schlossherr auf der Greinburg. Nach seinem Tod 1893 war kurzzeitig auch Königin Victoria von England Eigentümerin der Greinburg. Bis heute wird das Schloss von der herzoglichen Familie bewohnt. Herzogin Viktoria Adelheids Sohn, Prinz Friedrich Josias, wohnte bis zu seinem Tod ständig dort.

Ursprünglich hieß das Schloss „Heinrichsburg" (Heinrich Prüschenk), seit 1533 wird es Greinburg genannt.

Es beherbergt Repräsentationsräume der Herzoglichen Familie und die privaten Festräume. Außerdem ist das Oberösterreichische Schiffahrtsmuseum, das sich dem Schiffsverkehr auf der Donau und den Nebenflüssen wie Traun und Enns widmet, untergebracht. Es ist auch Schauplatz der alljährlich stattfindenden „Greiner Donaufestwochen" (Theater, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen usw.).

Die Greinburg ist neu restauriert und eines der besterhaltenen Schlösser des Landes Oberösterreich.


Eigentümer: Seit 1823 Fam. Sachsen-Coburg-Gotha



Innenhof von Schloss Greinburg, Foto: © Österreich Werbung
Innenhof von Schloss Greinburg
Foto: © Österreich Werbung
Grein und Schloss Greinburg um 1674, Stich von G.M.Vischer
Grein und Schloss Greinburg um 1674, Stich von G.M.Vischer
Schloss Greinburg, Foto: Pfeifferfranz. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Greinburg
Foto: Pfeifferfranz. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Greinburg im Nebel, Foto: Mussklprozz. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Greinburg im Nebel
Foto: Mussklprozz. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Greinburg um 1674, Stich von G.M.Vischer
Schloss Greinburg um 1674, Stich von G.M.Vischer
Einblick in die Oper 'L`Olimpiade' von Antonio Vivaldi bei den Donaufestwochen 2008 im Innenhof
Einblick in die Oper "L`Olimpiade" von Antonio Vivaldi bei den Donaufestwochen 2008 im Innenhof





Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:

Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann

und mit Webrecherchen.

Literatur#

  • Dehio Oberösterreich, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Oberösterreich, ErwinHainisch (bearb. von Kurt Woisetschläger), hg. vom Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes, 6. Aufl., Wien 1977, Seite 97.
  • Grüll, Georg (I), Burgen und Schlösser im Mühlviertel, 2. Aufl., Wien 1968, Seite 37f.
  • Sekker, Franz, Burgen und Schlösser, Städte und Klöster Oberösterreichs, in Georg Matthäus Vischers „Topographia Austriae superioris modernae, 1674", Linz 1925, Seite 102ff.
  • Ulm, Benno, Das Mühlviertel, Salzburg 1971, Seite 89f.


Redaktion: K. Ziegler