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Schloss Kleßheim#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Bezirkshauptmannschaft: Salzburg-Umgebung Salzburg, Salzburg-Umgebung

Gemeinde: Wals-Siezenheim Salzburg, Wals-Siezenheim

Katastralgemeinde: Siezenheim Salzburg, Siezenheim



Schloss Kleßheim, © Herbert Pirker
Schloss Kleßheim
© Herbert Pirker

Hauptfassade mit zurückspringenden Seitenflügeln, Auffahrtsrampe mit liegenden Hirschen, den Wappentieren des Erbauers Erzbischof Firmian. In beiden Geschoßen je eine Halle, im ersten Stock eine umlaufende Galerie für ein Orchester. Stuckarbeiten von Paolo d'Allio und Diego Francesco Carlone. Neben dem prächtigen Schloss liegt im großzügigen Park das sogenannte „Hoyos-Haus", benannt nach dem Adjutanten Erzherzog Ludwig Viktors.

Erzbischof Johann Ernst Graf Thun (1687 - 1709) ließ 1700-09 nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach Schloss Kleßheim errichten. Das Äußere war nach seinem Tod weitgehend fertiggestellt. Das Innere wurde von Paolo d’Allio und Diego Francesco Carlone mit Stuckarbeiten geschmückt und von Giulio Quaglio mit Fresken ausgestattet. Von diesen ist nur ein einziges erhalten. Der von Kolonnaden flankierte Ehrenhof wurde nicht ausgeführt, da der folgende Fürsterzbischof Franz Anton Harrach den Umbau von Schloss Mirabell bevorzugte. Erzbischof Leopold Anton Graf Firmian machte das Gebäude bis 1732 bewohnbar. Er baute die Auffahrtsrampe, die Terrasse, sowie die Stiegenhäuser im Inneren und einige Nebengebäude. Als einziger nutzte er Kleßheim für Sommeraufenthalte. Das Gebäude war zwar prächtig, aber nicht wohnlich, außerdem waren hunderte von Angestellten erforderlich, um ihm ein standesgemäßes Leben zu ermöglichen.

Schloss Klessheim in Salzburg. Blick durch ein Eingangstor. Photographie von Oskar Anrather. Um 1990., © IMAGNO/Oskar Anrather
Schloss Klessheim in Salzburg. Blick durch ein Eingangstor. Photographie von Oskar Anrather. Um 1990.
© IMAGNO/Oskar Anrather

Nach der Säkularisierung Salzburgs fiel Kleßheim 1803 an das österreichische Kaiserhaus. Kaiser Franz Josef erwarb 1866 das Schloss aus dem Staatsbesitz und wies es seinem Bruder Erzherzog Ludwig Viktor als ständigen Aufenthalt zu. Ludwig Viktor lebte in Kleßheim bis zu seinem Tode 1919. Allerdings stellte sich bald heraus, dass der riesige Bau im Winter kaum zu beheizen war, so dass der Erzherzog beim Einbruch der kalten Jahreszeit zu seiner Großmutter, der Kaiserin Caroline Auguste, in die Salzburger Residenz ziehen musste. Um dies zu beenden, errichtete der Wiener Architekt Heinrich von Ferstel 1879 neben dem Schloss das sog. „Kavaliershaus“ für die Wintermonate.
Seine Erben verkauften Kleßheim 1921 an das Land Salzburg. Das Inventar sowie die umfangreiche Kunstsammlung des Erzherzogs wurden im Wiener Dorotheum versteigert.
Von 1925 bis 1927 betrieb die Tänzerin Isadora Duncan hier ihre Schule für Rhythmik und Gymnastik, die bis 1935 weitergeführt wurde.
Nach 1938 wurde Kleßheim in ein Gästehaus der deutschen Reichsregierung umgebaut. Zu den Gästen zählten Benito Mussolini, Großadmiral Horthy, König Boris von Bulgarien und viele andere. Nach 1945 war das Schloss Sitz der amerikanischen Militärverwaltung in Österreich. Später wurde es von der Salzburger Landesregierung wieder als Gästehaus verwendet.
Seit 1993 ist hier das Casino Salzburg untergebracht. Das Kavaliershaus beherbergt eine Hotelfachschule. Die Wirtschaftsgebäude werden von einer Landwirtschaftsschule benützt.


Eigentümer: Seit 1921 Land Salzburg


Schloss Kleßheim, © Österreich Werbung
Schloss Kleßheim
© Österreich Werbung

Schloss Kleßheim, Foto: Gakuro. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Kleßheim
Foto: Gakuro. Aus: WikiCommons unter CC

Schloss Kleßheim, Foto: MatthiasKabel. Aus: WikiCommons unter CC
Schloss Kleßheim
Foto: MatthiasKabel. Aus: WikiCommons unter CC

Schloss Klessheim in Salzburg. Photographie von Oskar Anrather. Um 1990., © IMAGNO/Oskar Anrather
Schloss Klessheim in Salzburg. Photographie von Oskar Anrather. Um 1990.
© IMAGNO/Oskar Anrather

Quellen#

Der Text und die Literaturangaben sind aus dem Buch 'Österreichisches Burgenlexikon - Schlösser, Burgen und Ruinen' (1991) von Georg Clam Martinic übernommen. Der Beitrag wurde jedoch im Oktober 2010 mit folgenden Quellen aktualisiert:
  • Burgen und Schlösser in Österreich und Südtirol (2005) von Gerfried Sitar und Anna Hoffmann
  • Webrecherchen.

Literatur#


  • Dehio Salzburg, Dehio-Handbuch, Die Kunstdenkmäler Österreichs. Salzburg: Stadt und Land, bearb. von Bernd Euler, Ronald Gobiet, Horst R. Huber, Roswitha Juffinger, Wien 1986, Seite 407ff.


Redaktion: K. Ziegler