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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Schrebergarten
Schrebergarten
© Alfred Wolf

In Wien bestehen rund 30.000 Kleingartenparzellen, so genannte Schrebergärten. Sie sind nach dem Leipziger Orthopäden Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808-1861) benannt. Drei Jahre nach seinem Tod gründete sein Schwiegersohn Ernst Hauschild den ersten "Schreberverein". Er sollte Kindern einen beaufsichtigten Spielplatz zur Verfügung stellen. In den nächsten Jahren regten Reformpädagogen an, dass die Kinder dort eigene Beete anlegten. In der Folge zäunten die Eltern die gepachtete Fläche ein und teilten sie in Kleingärten.

Lebensreformer und Vegetarier waren um die Jahrhundertwende die ersten, die im Wiener Umland in einer Schrebergartenkolonie ("Heimgarten" in Purkersdorf) ihre Ideen verwirklichten. 1910 gründeten sie den Verein "Schrebergarten in Wien und Umgebung" und suchten mit Zeitungsinseraten Gleichgesinnte. Sie wendeten sich an den Magistrat, ihnen im Wald-und Wiesengürtel zu diesem Zweck billige Pachtgründe von 200 bis 600 m2 zu überlassen. Nachdem das Ansuchen unbeantwortet blieb, fanden die Aktivisten 1911 eine andere Möglichkeit, am Gallitzinberg. Im und nach dem Ersten Weltkrieg entstanden mehrere "wilde" Siedlungen im Stadtgebiet. Staatliche Stellen vergaben unverbaute Flächen als Kriegsgemüsegärten. An Stelle des Exerzierplatzes im Prater parzellierte man 700 Grundstücke, die spätere Kleingartenkolonie Wasserwiese. Weitere folgten im 10., 11. und 12. Gemeindebezirk.

Quelle#

  • Karl Brunner, Petra Schneider (Hg.): Umwelt Stadt. Wien 2005. S. 488 f.

Redaktion: hmw