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Semriach "Ulrichsbrunn" Kapelle, Marterl und Quelle#

Gemeinde und Pfarre Semriach; Ortschaft St. Ulrich; Bezirk Graz-Umgebung St. Ulrich, Steiermark

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Semriach, Ulrichsbrunn

Der Ort:

Wer den größten frei hängenden Tropfstein der Welt sucht, kann ihn in der Lurgrotte in Semriach finden. Unterirdische Wasserläufe und einmalige Steinformationen sind auf ausgebauten, elektrisch beleuchteten Wegen zu sehen, man tut gleichzeitig der Gesundheit etwas Gutes, denn das Klima in der Tropfsteinhöhle ist für die Atemwege ideal. Der Ort wird von der spätgotischen, prachtvollen Ägydiuskirche überragt, nach den letzten Häusern findet man unberührte Natur, sanfte Matten und hellen Mischwald. Ein Gestüt mit 90 Isländern macht Reisen auf dem Rücken der Pferde möglich, wer Schusters Rappen bevorzugt, der findet im Kesselfall jede Menge Brücken und Stege, die beim Überqueren Nervenkitzel bieten.

Der Weg zur Quelle:

Von Semriach aus fährt man Richtung Passail, in der Kehre findet man bereits ein kleines Holzschild, wo zum ersten Mal auf den Ulrichsbrunnen hingewiesen wird. Nach etwa 1 km, bevor die Straße in den Wald führt, geht rechts ein steiler Weg zum Ulrichsbrunn (bezeichnet). Es sind noch etwa 300 Meter.

Semriach, Ulrichsbrunn

Allgemeines:

Das schindelgedeckte Ulrichskirchlein steht hoch am Berghang und hat an der Außenseite eine hölzerne Kanzel, die der Pfarrer benützt, wenn bei einem Festtag besonders viele Menschen das Heiligtum besuchen. Die Kapelle wird besonders als Hochzeitskapelle benützt. Ursprünglich gab es ein Wetterkreuz. Erst 1710 bauten die Bauern der Umgebung eine Kirche auf dem Kultplatz, genau über einer Quelle, die dem heiligen Ulrich geweiht ist. Überall, wo eine Kapellen- oder Kirchengründung auf den hl. Ulrich zurückgeht, gibt es Wasser oder hat es zum Zeitpunkt der Entstehung Wasser gegeben. Von Anrainern erfuhren wir, dass bereits die Römer hier Wasser holten, denn sie brauchten für ihre Feldzüge eine Wasserqualität, die nicht brackig wurde.

Quelle und Wasser#

Eine lebensgroße barocke Ulrichstatue steht in einer Nische über einem langen ausgehöhlten Holztrog, der voll vom guten Wasser ist. Hier kommt die Quelle reichlich und von den wenigen Bewohnern heiß geliebt in die Welt. "Schütze die Quelle zum hl. Ulrich, denn Wasser ist Leben", hat jemand in den Holztrog eingeschnitzt. Ein Untersuchungsbericht liegt zur allgemeinen Einsicht auf, ein Becher steht bereit. Das Wasser ist alkalisch, sehr weich und etwas eisenhaltig. Es ist völlig keimfrei. Einen echten Gesundbrunnen nennen ihn die Besucher, die aus allen Teilen Österreichs kommen, vor allem aber aus der umliegenden Gegend, denn die Überlieferung verspricht dem Benützer ein Jahr ohne Krankheit. Es soll gegen die unterschiedlichsten Leiden helfen. Das rechtsdrehende Wasser hat in einem Kanister bereits 15 Jahre unbeschadet überstanden und obwohl es wenig Sinn macht, Wasser so lange aufzubewahren, ist es doch interessant, von solchen Erfahrungen zu hören. Rundum findet man Natur pur und einen starken Platz, der seinesgleichen sucht. Ein Wasser vom Feinsten, das noch dazu besonders bequem zu erreichen und leicht abzufüllen ist.

Wandertip#

Man fährt an der Abzweigung „Ulrichs-brunn" noch knapp 2 km weiter bis zum „Anger-Wirtshaus" bzw. zum „Angerkreuz" und parkt dort. Von hier folgen wir der Markierung Nr. 18 in südlicher Richtung. Wir begehen einen Forst-Güterweg und haben einen schönen Ausblick auf den Passailer Kessel mit Passail und Fladnitz a. d. Teichalpe, überragt von Plankogel und Osser. Später nimmt uns ein Hohlweg auf, bei der ersten markierten Abzweigung wenden wir uns nach rechts und folgen dem Weg mit der Nr. 15 in Richtung „Ulrichsbrunn". Ein hübscher Waldweg führt uns direkt zum Kirchlein. Für den Rückweg könnten wir dem Weg Nr. 15 und dann über das An-wesen „Karl am Stein" den Pfad Nr. 756 zum Ausgangspunkt wählen, oder wir folgen (wesentlich kürzer) vom Ulrichs-brunn in nordöstlicher Richtung dem mit „E. J." bezeichneten angenehmen Waldweg, der uns in 20 Minuten zum „Angerkreuz" leitet (Gesamtgehzeit 11/2 Std.)

Quellen#

  • Heilige Quellen in Österreich von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka, Freya Verlag, 2005.
  • Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000