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Sisi, Kaiserin Elisabeth#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Elisabeth Kaiserin von Österreich. Zeitgen. Gemälde, © Presseamt der NÖ Landesregierung, Wien (heute: NÖ Landespressedienst, St. Pölten), für AEIOU
Elisabeth Kaiserin von Österreich. Zeitgen. Gemälde
© Presseamt der NÖ Landesregierung, Wien (heute: NÖ Landespressedienst, St. Pölten), für AEIOU

Prinzessin Elisabeth Amalie Eugenie, die als "Sisi" populär gewordene Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn, wurde am 24. Dezember 1837 als zweite Tochter von Herzog Maximilian in Bayern und Prinzessin Ludovika von Bayern in München geboren. Am 24. April 1854 heiratete sie (ihren Cousin) Kaiser Franz Joseph I.



'Österreichs Kaiserpaar im Familienkreise'. Kaiser Franz Joseph Kaiserin Elisabeth die Kinder Rudolf Marie Valerie und Gisela letztere mit ihrem Gemahl Leopold von Bayern und ihren zwei Kindern. Um 1880. Photographie nach einer Tuschemalerei von Georg Decker. Verlag Joseph Bermann Wien., © IMAGNO/Austrian Archives
"Österreichs Kaiserpaar im Familienkreise". Kaiser Franz Joseph Kaiserin Elisabeth die Kinder Rudolf Marie Valerie und Gisela letztere mit ihrem Gemahl Leopold von Bayern und ihren zwei Kindern. Um 1880. Photographie nach einer Tuschemalerei von Georg Decker. Verlag Joseph Bermann Wien.
© IMAGNO/Austrian Archives

Der Ehe entstammten:

Sophie Friederike (5. 3. 1855 - 29. 5. 1857)
Gisela (15. 7. 1856 - 27. 7. 1932)
Rudolf (21. 8. 1858 - 30. 1. 1889)
und Marie Valerie (22. 4. 1868 - 6. 9. 1924)


Die Vermählung des 24jährigen Kaisers mit "Sisi" kam eher überraschend. Sie war - bei Fürstenhochzeiten eher eine Seltenheit - eine ausgesprochene Liebesheirat (ursprünglich war an eine Verbindung von Franz Joseph mit Sisis älterer Schwester, Prinzessin Helene, gedacht. )

Der Liebreiz der jungen Braut bezauberte die Herzen aller. Die Hochzeit bewirkte für Franz Joseph einen echten Popularitätsgewinn; die Wiener, die dem jungen Kaiser eher reserviert gegenüberstanden (erst im September des Vorjahres hatte er den Belagerungszustand über die geprüfte Stadt aufgehoben) - verwehrten Ihm nicht länger ihre Sympathien.


Die anfängliche Begeisterung bei Hof für die jugendliche Unbekümmertheit der Kaiserin schwand leider bald.

Ab 8. 6. 1867 auch Königin von Ungarn, wurde die besonders naturverbunden aufgewachsene Kaiserin am Wiener Hof nie ganz glücklich. Das Hofzeremoniell, die allzu konservative Adelsgesellschaft und nicht zuletzt die offensichtliche Ablehnung durch ihre Schwiegermutter und Tante Erzherzogin Sophie führten letztlich zu einer Entfremdung der Ehepartner.


Elisabeths große Sympathien für die Ungarn brachten ihr die besondere Verehrung des ungarischen Volks und der Magnaten ein. 1866/67 setzte sie sich verstärkt für den Ausgleich mit Ungarn ein. Sie hielt sich gerne auf dem ungarischen Schloss Gödöllö, aber auch auf Schloss Achilleion auf Korfu auf. Nach dem Tod ihres Sohnes Kronprinz Rudolf 1889 dehnte sie ihre schon früher gepflegte Reisetätigkeit noch weiter aus und war nur noch selten in Wien.


Sie wurde am 10. September 1898 am Ufer des Genfer Sees das Opfer eines anarchistischen Attentäters, des 25jährigen Italieners Luigi Luccheni.




Text aus "Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstätter 1986"#


Sisi wird Kaiserin


Brauteinzug Kaiserin Elisabeth
Der öffentliche Einzug der Braut am 23. April erfolgte von der Wiedner Hauptstraße über die zu diesem Anlaß eröffnete Elisabetli-Brücke bis zum alten Kärntner Tor. Die ganze Strecke war, wie das offizielle Festprogramm verlautete, "mit Fahnen-, Laub- und Blumengewinden festlich geschmückt". Ebenso war die "ganze Brücke mit Blumen verziert: über dem Kärntnerthore befand sich eine allegorische Figur: die Huldigung der Stadt Wien darstellend"

Vermählung
Der Fürsterzbischof von Wien, Kardinal Othmar von Rauscher, vollzieht am 24. April 1854 in der Augustinerkirche, der Hauskirche der Habsburger, die Trauung des Herrscherpaares. Xylographie
Aus: Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstätter 1986

Schlafgemach Kaiserin Sisi
Dieses Gemach diente als gemeinsames Schlafzimmer für das kaiserliche Paar Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz Joseph I. 1854 im Jahr der Vermählung wurde der Raum weiß-blau ausgestattet und mit schweren Palisanderholzmöbeln versehen. Schloss Schönbrunn. Photographie Edgar Knaack 2007
© IMAGNO/Schloß Schönbrunn Kultur- u. Betriebsges. m.b.H.

Am 24. April 1854 heiratet Franz Joseph I. (24) heiratet in der Augustinerkirche in Wien die 16jährige Wittelsbacher-Prinzessin Elisabeth.

Sie ist seine Cousine ersten Grades; die beiden Mütter des Brautpaares sind Schwestern.

Die Vermählung des 24jährigen Kaisers mit "Sisi" kam eher überraschend. Sie ist - bei Fürstenhochzeiten eher eine Seltenheit - eine ausgesprochene Liebesheirat.

Erzherzogin Sophie, die Mutter des Monarchen, hatte ursprünglich an eine Verbindung mit der älteren Tochter des Herzogs Maximilian in Bayern, Prinzessin Helene, gedacht.

Bei einem Treffen in Bad Ischl, bei dem auch die jüngere Schwester anwesend war, hatte der Kaiser aber nur Augen für "Sisi" und entschied sich für sie.



Der Liebreiz der jungen Braut bezauberte die Herzen aller. Die Hochzeit bewirkte für Franz Joseph einen echten Popularitätsgewinn; die Wiener, die dem jungen Kaiser eher reserviert gegenüberstanden (erst im September des Vorjahres hatte er den Belagerungszustand über die geprüfte Stadt aufgehoben) - verwehrten Ihm nicht länger ihre Sympathien.

Die anfängliche Begeisterung bei Hof für die jugendliche Unbekümmertheit der Kaiserin schwand leider bald. Vor allem die Mutter des Kaisers bemängelte immer stärker die fehlende höfische Erziehung Elisabeths.

Sisi zog sich in der Folge immer mehr vom Hofgetriebe zurück.





FESTGEDICHT VON J. N. VOGL :

Rose vom Baierland,
Grad' im Erblühn,
Sollst nun am Donaustrand
Duften und glühn

...

Rose vom Baierland,
Trau' dem Bericht,
Bessere Gärtnerhand
Findest Du nicht.

Literatur#

  • B. Hamann, Elisabeth. Kaiserin wider Willen, 1992
  • B. Hamann (Hg.), Kaiserin Elisabeth. Das poetische Tagebuch, 1984
  • J. Thiele, Elisabeth. Das Buch ihres Lebens, 1996
  • J. Thiele, Elisabeth. Bilder ihres Lebens, 1998

Quellen#

  • AEIOU
  • Stadtchronik Wien, Verlag Christian Brandstätter, 1986