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Spanische Glaskirsche#

Familie der Glaskirschen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Spanische Glaskirsche
Spanische Glaskirsche
© Arche Noah
Spanische Glaskirsche
Spanische Glaskirsche
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Die Spanische Glaskirsche ist eine alte Sorte, die von den Pomologen Dittrich und Oberdieck etwa Mitte des vorigen Jahrhunderts verbreitet wurde. Die Benennung „Spanische“ wurde früher unrichtig für verschiedene Sauerkirschen marktmäßig gebraucht. Die abgebildeten Früchte stammen von einem Straßenobstbaum im östlichen Weinviertel.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

die Frucht ist groß (H 18,5 – 20,5 mm, B 21,5 – 23 mm, D 18,5 – 20,5 mm), wirkt vom Stiel und Stempelpunkt her schwach breitgedrückt, ist ansonsten rund, gegen den Stempelpunkt zu stärker verjüngt, die Rückenseite ist entweder flachgedrückt oder weist eine kaum merkliche von der Stielbuch zum Stempelpunkt verlaufende flache Rinne auf, die Bauchseite ist zumeist etwas flacher als die Rückenseite und weist manchmal etwas verschoben von der Bauchnaht einen schwachen Höcker auf. Die Bauchnaht ist meist als dunklerer rotbrauner Strich gut erkennbar. Stempelpunktseite ist gerundet, Stempelpunkt hellgrau, liegt in flacher Einsenkung.

HAUT:#

ist fein, glänzend, zuerst hellrot mit teils schattenseits aufgehellten Flecken, wo die Farbe des Fruchtfleisches hellmattgelblich glasig durchleuchtet, zusammen mit den feinen farblosen Stricheln und Punkten in der Schale erhält man den Eindruck einer Marmorierung, die bei voller Reife etwas dunkler wird zu einem rotbraun.

FRUCHTFLEISCH:#

ist mattgelb, glasig durchscheinend, saftreich, weich, im Nahbereich der Schale von zahlreichen weißlichen Adern durchzogen, der Saft ist hell, nicht färbend, Geschmack sehr angenehm säuerlichsüß-aromatisch.

STEIN:#

ist rundlich, H 10,5 mm, B 7,3 – 7,9 mm, D 9 – 9,5 mm, glatt, Stielseite ist regelmäßig gewölbt, Rückenlinie schwach hervortretend mit schwach ausgeprägten Runzeln, ohne Spitzchen oder in einigen Fällen nur minimal angedeutetes Spitzchen, Wulstansatz ist breit angesetzt, kammförmig und überragt die Scheitelhöhe. Seitenwülste sind gebogen mir nur selten ausgebildeten Nebenwülsten, Zwischenwülste stumpf, Mittelwulst scharf.

STIEL:#

ist ziemlich lang (56 – 65 mm), grün, Stieleinsenkung wenig tief, eng, zur Bauchnaht hin kaum ausgerandet.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum wächst mittelstark, bildet aber nicht allzu große, lichte Kronen. Die Leitäste sind aufstrebend. Fruchtäste sind waagrecht oder nur wenig hängend. Die Blätter an Kurztrieben auf älterem Holz weisen hohe Größenunterschiede auf, von sehr klein bis übliche Kirschenblattgröße, während sie auf jungen Langtrieben beachtliche Größe erreichen können (150 mm Länge). Sie sind oval bis langoval mit sehr unterschiedlicher Zahnung, teilweise doppelte Zahnung, sowohl spitz als auch abgerundet, sowie auch einfacher Zahnung. Die Spitze ist etwas ausgezogen. Blattstiel an der Oberseite mehr oder weniger stark rotbraun gefärbt.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Für gute Ertragsleistung sind gute und tiefgründige Böden zu empfehlen, im allgemeinen sind aber die Ansprüche an Boden und Lage eher nicht hoch.

BLÜTE:#

Blühverhältnisse sind nicht genauer untersucht.

BEFRUCHTERSORTEN:#

Sie ist wie alle Kirschensorten selbststeril und bedarf zur Befruchtung eines gleichzeitig blühenden Partners.

REIFEZEIT:#

Sie reift in der dritten Kirschwoche

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Die Sorte weist eine alljährliche sehr gute Fruchtbarkeit auf. Eignet sich als sehr gute Tafelfrucht und andere Haushaltszwecke.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)