unbekannter Gast

Traditionelle Gemüsesorten - Spinatpflanzen#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Gartenmelde – Atriplex hortensis #

Von den Römern nach Mitteleuropa gebracht, scheint die Gartenmelde es in diesem Raum nur zu geringer Verbreitung gebracht zu haben. Ein Hauptanbaugebiet liegt dagegen in den Gärten Osteuropas. Die einjährige Pflanze stellt keine großen Ansprüche an die Kultur und sät sich bereitwillig aus. Als samentragende Pflanze erreicht sie eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern. Für die Spinatnutzung wird sie aber schon früher geerntet. Am günstigsten durch Rückschnitt der Triebe bei einer Wuchshöhe zwischen 30 – 60 cm. Nachwachsende Triebe können auch später noch beerntet werden.

Welche Anbaubedeutung die Gartenmelde in Österreich hatte, lässt sich schwer sagen. Wir wissen nur, dass zumindest in 3 Gärten Reste dieser Kulturpflanze zu finden waren. Dabei handelte es sich um Funde der grünblättrigen Varietät und zwar ausschließlich im niederösterreichischen Raum. In den betreffenden Familien hatte die Gartenmelde eine gewisse Anbautradition.

Moidenspinat Kaiserspinat
Kaiserspinat
Gartenmelde_IllustrationTextM.jpg
Gelbe Melde
rote Melde_klein.jpg
Rote Melde
Moidenspinat / Kaiserspinat Für eine Herkunft aus Berndorf wird die Bezeichnung „Moidenspinat“ (Meldenspinat) oder „Kaiserspinat“ überliefert.

Gelbe Melde Fund aus dem Raum Mondsee, Oberösterreich. Der genaue Ursprungsort lässt sich aber nicht mehr rekonstruieren.

Rote Melde Aus Oberpullendorf, Burgenland. Es handelt sich dabei um eine sehr schöne rotblättrige Variante, die eine Gärtnerin seit einigen Jahren sorgfältig ausgelesen und vermehrt hat. Die Melde ist um 1990 in ihrem Garten spontan aufgetreten. Rundum waren niemals vergleichbare Pflanzen im Anbau. Vielleicht wurde sie über Pflanzmaterial aus Ungarn eingebracht? Osteuropa als möglicher Ursprungsort wäre naheliegend. In rumänischen Hausgärten ist die Rote Melde sehr häufig anzutreffen.

Neuseeländerspinat – Tetragonia tetragonioides #

Neuseeländerspinat 1M.jpg
Neuseeländerspinat

Erst im 18. Jahrhundert fand dieses Blattgemüse seinen Weg nach Europa. Der Weltumsegler Cook brachte erstmals Samen nach England. Der Neuseeländerspinat gewann in der Folge eine gewisse Anbaubedeutung, weil er als Sommerkultur ein ideale Alternative zu den früher verbreiteten Spinatsorten darstellte, der im Sommer keine geschlossenen Blattrosetten ausbildeten, sondern sofort in Blüte gingen.

Neuseeländerspinat ist frostempfindlich und muss vorkultiviert werden, wobei die Keimung der Samen mehrer Wochen dauern kann. Im Sommer entwickelt er sich aber prächtig. Die verzweigten Triebe bedecken rasch den Boden und können kontinuierlich beerntet werden. Triebspitzen zu 4 bis 5 Blättern werden geschnitten oder abgebrochen. Die dickfleischigen, sukkulenten Blätter werden ausschließlich gekocht verwendet.

In Wiener Gärtnereien war der Neuseeländerspinat auch als „Brockspinat“ bekannt und eine gängige Sommerkultur in den Frühbeeten. Die Einführung des Tiefkühlspinats machte seine Kultur aber letztlich überflüssig, sodass er heute gänzlich vom Markt verschwunden ist.

Quelle#


Alle Bilder: © Arche Noah, dem Austria-Forum freundlicher Weise zur Verfügung gestellt

Redaktion: Maga. Lisa Maurer