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Staatsoperngebäude, Wien 1#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Stiegenhaus der Staatsoper
Stiegenhaus der Staatsoper, Stich aus der Bauzeit

Die ehemalige Hofoper Opernring 2, war der erste Monumentalbau an der Ringstraße (1863-1869), . Grünflächen und Brunnen schufen ihm einen „Hoheitsraum“, ebenso wie Loggia, Quertrakte und Arkadengänge. Die Staatsoper war das letzte Werk von August Sicard von Sicardsburg (1813-1868) und Eduard van der Nüll (1812-1868). Die Ateliergemeinschaft pflegte eine strenge Aufgabentrennung: Sicardsburg war für die Ingenieur- und Architektenarbeit zuständig, Van der Nüll für die künstlerische Seite. Trotzdem entspricht die Oper der Forderung nach dem Gesamtkunstwerk, wie es auch Richard Wagner forderte. Kunsthistoriker zählen sie zu den „künstlerisch bedeutendsten und auch in ihrer Gesamtausstattung wichtigsten Bauten der ganzen Stadterweiterung“ (Renate Wagner-Rieger). Sie ist Höhe- und Endpunkt des romantischen Historismus in Wien. Dieser war von der Idee getragen, aus verschiedenen künstlerischen Möglichkeiten der Vergangenheit etwas Neues zu gestalten. Bei der Oper kamen die Vorbilder aus der italienischen und französischen Hochrenaissance.

Die Zeitgenossen verspotteten das Werk, dessen Eröffnung die Architekten nicht mehr erlebten. Angesichts der Kritik beging Eduard van der Nüll Selbstmord. August Sicard von Sicardsburg starb zwei Monate später, wie man sagt, an gebrochenem Herzen. Die Kosten für die Hofoper lagen für den Stadterweiterungsfonds mit rund 6 Millionen Gulden etwa gleich hoch wie jene des Naturhistorischen Museums.

1945 erlitt die Staatsoper einen Bombentreffer, der die Zuschauerränge und die Bühne zerstörte. Die Fassade, Eingangshalle, der Stiegenaufgang und dem darüber befindlichen „Schwind-Foyer“ blieben erhalten. Obwohl danach die Demilierung in Betracht gezogen wurde, entschied man sich - auf Initiative des damaligen Bundeskanzlers Leopold Figl - für den Wiederaufbau. Beim Architektenwettbewerb gewann das Projekt von Erich Boltenstern. Es zeichnet sich durch eine Wiederherstellung und Modernisierung in der Formensprache der 1950er-Jahre aus.

Quellen#


Redaktion: hmw