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Steirischer Passamaner#

Winterapfel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Steirischer Passamaner
Steirischer Passamaner
© Arche Noah
Steirischer Passamaner
Steirischer Passamaner
© Arche Noah

HERKUNFT:#

Ist eine alte Sorte, über deren Entstehung und Herkunft nichts genaueres bekannt ist. Sie war früher vor allem in der Steiermark weit verbreitet und noch vor einigen Jahrzehnten eine gefragte steirische Exportsorte. Die hier abgebildeten Früchte stammen von einem älteren Baum im östlichen Weinviertel Synonyme: Breittaschel, Passamaner.

FRUCHTBESCHREIBUNG:#

Die Frucht ist mittelgroß, 57 - 70 mm hoch, 64 - 80 mm breit, flachkugelig, mittelbauchig, ziemlich regelmäßig gebaut, zum Kelch hin stärker abnehmend, von den dort befindlichen fünf Rippen laufen flache Erhabenheiten bis über die Mitte der Frucht, im Querschnitt daher nicht ganz rund.

SCHALE:#

Ist glatt, zuerst grünlich, später grünlichgelb bis wachsartig gelb, Deckfarbe rot, verwaschen marmoriert bis gestreift, 1/3 - 2/3, in der Röte sind die Schalenpunkte sortentypisch von grundfärbigen Flecken umhöft. Schalenpunkte in der Grundfarbe fein, wenig auffällig, von wenig bemerkbarer weißlicher Aufhellung umhöft, Berostung tritt fast nur im Bereich der Stielgrube auf.

KELCH:#

Ist klein bis mittelgroß, geschlossen bis offen, Blättchen schmal länglich, lange grünbleibend, wollig, Einsenkung mitteltief, mittelweit, faltig, Kelchrand mit fünf Höckern.

STIEL:#

Ist kurz bis mitellang (14 - 20 mm), dünn, holzig, Stielgrube tief, ziemlich eng, trichterförmig, strahlenförmige Berostung im Bereich der Stielgrube.

FRUCHTFLEISCH:#

Ist weiß bis grünlichweiß, ziemlich fest, später mürbe werdend, weinsäuerlich, von angenehmem aber nicht gewürztem Geschmack.

KERNHAUS:#

Ist klein bis mittelgroß, mittelständig bis schwach kelchständig, zwiebelförmig, Achse schwach geöffnet, gegen Kammern geschlossen, diese sind geräumig und enthalten zahlreiche gut ausgebildete Samen, sie sind länglich bis breitoval, kastanienbraun.

BAUMEIGENSCHAFTEN:#

Der Baum zeigt einen sehr starken Wuchs, die Krone wird groß und breitkronig. Besitzt mittelgute Widerstandsfähigkeit gegen Blüten und Winterfrost.

GEEIGNETE BAUMFORM:#

Ist der Hoch- und Halbstamm auf Sämlingsunterlage.

BODEN- UND KLIMAANSPRÜCHE:#

Die Sorte verlangt zu ihrem guten Gedeihen und zur Erbringung hoher Ertragsleistung einen nährstoffreichen, tiefgründigen, fruchtbaren und genügend feuchten Boden. Die Sorte kommt auch noch in höheren Lagen gut fort. Wegen der Schorfanfälligkeit nicht in Mulden und Tallagen pflanzen, sondern auf mehr windigen Hügellagen.

BLÜTE: / POLLENSPENDER: / BEFRUCHTERSORTEN:#

Hiezu liegen keine Untersuchungsergebnisse bzw. Literaturangaben vor.

PFLÜCKREIFE:#

Ab Mitte Oktober.

GENUSSREIFE:#

Februar bis April.

LAGEREIGENSCHAFTEN:#

Sind sehr gut, es treten nur geringe Verluste auf. Wird ab Mitte April dann mehlig.

ERTRAG UND EIGNUNG:#

Die Sorte ist kaum alternierend, auf günstigen Standorten fast jedes Jahr sehr ertragreich. Als Tafelfrucht brauchbar, war früher gesuchter Marktapfel, zum Mosten und Dörren gut verwendbar.

PFLEGEHINWEISE:#

Nach Aufbau einer tragfähigen Krone wenig Pflege nötig, hin und wieder Auslichtungsschnitte.

KRANKHEITSANFÄLLIGKEIT:#

Die Sorte leidet auf nicht geeigneten Standorten (Mulden-, Beckenlagen) sehr unter Schorf.



Bild 'Arche_Noah_NÖ'


Bilder und Beschreibung mit freundlicher Genehmigung von der Arche Noah, A-3553 Schiltern, in Zusammenarbeit mit dem Amt d. NÖ Landesregierung, Abt. Naturschutz. Dieses Projekt wird von der EU und dem NÖ Landschaftsfonds kofinanziert.


Weiterführendes#

Quellen#

Redaktion: K. Ziegler (auf der Basis von Datenblättern von der Arche Noah)