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Strauß, Johann #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Johann Strauß Vater. Aquarell von H. W. Schlesinger, 1837, © Privatbesitz, für AEIOU
Johann Strauß Vater. Aquarell von H. W. Schlesinger, 1837
© Privatbesitz, für AEIOU

Johann Baptist Strauß (1804-1849), der Sohn eines Gastwirts am Donaukanal, begründete die berühmte Wiener Musikerdynastie. Er hatte drei Söhne: Johann Strauß (1825-1899), Josef Strauß (1827-1870) und Eduard Strauß (1835-1916). Johann Strauß (Vater) bewies sein musikalisches Talent schon als 13-Jähriger im Schankterzett, absolvierte aber eine Buchbinderlehre. 1824 trat er beim Deutschmeister-Regiment ein. Er erhielt Musikunterricht und musizierte ab 1825 in der Kapelle der Brüder Scholl, in der auch Michael Pamer und Josef Lanner spielten. Zwei Jahre später trat Johann Strauß mit eigenem Ensemble im Landstraßer Gasthaus "Zu den zwei Tauben" auf. Ab 1833 unternahm er größere Konzertreisen, wurde 1835 Hofballmusikdirektor und legte ein Jahr später den Bürgereid ab. Johann Strauß Vater schuf 251 Werke, darunter 152 Walzer und 18 Märsche, deren berühmtester der "Radetzkymarsch" ist.

Johann Strauß (Sohn) wurde - ab 1844 nach dem Konzert in Dommayers Casino in Hietzing - zum gefährlichen Konkurrenten seines Vaters, der ihn für die Beamtenlaufbahn vorgesehen hatte. Nach dessen Tod übernahm er die Leitung des väterlichen Orchesters. 1863-1870 wirkte er als Hofballmusikdirektor. Danach widmete sich der "Walzerkönig" nur noch der Komposition von Tanzmusik, später von Operetten, und Konzertreisen. Johann Strauß Sohn komponierte u.a. 145 Walzer (u.a. "An der schönen blauen Donau", "Hofballtänze", "Kaiserwalzer") und 18 Operetten (u.a. "Der Zigeunerbaron", "Wiener Blut").

Josef Strauß sollte nach dem Willen seines Vaters am Polytechnikum studieren, er erfand auch eine Straßenkehrmaschine. Neben seinem technischen Talent wirkte er als Geiger und Dirigent (in Vertretung seines Bruders Johann). Josef Strauß komponierte bekannte Tanzstücke, wie "Dorfschwalben aus Österreich" oder "Sphärenklänge".

Eduard Strauß war für die diplomatische Laufbahn bestimmt, erhielt aber eine gute musikalische Ausbildung und spielte in der Kapelle seines Bruders Johann. Er übernahm nach ihm die Stelle des Hofballmusikdirektors und gründete 1870 ein eigenes Orchester, mit dem er auf Tourneen ging. Eduard Strauß schrieb rund 300 Kompositionen, u.a. "Erinnerungen".

Quelle#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien

Redaktion: hmw