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Tresterer#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Tresterer
Tanz der Pinzgauer Tresterer, 1988
© IMAGNO, Foto: Franz Hubmann

In Stuhlfelden, Unken, Zell am See und neuerdings in Bruck an der Glocknerstraße im Land Salzburg laufen am Dreikönigstag die Tresterer (trestern = stampfen) von Haus zu Haus und führen in der Stube einen rhythmischen Stampf- und Sprungtanz auf. Der Auftritt beginnt mit den Schiachperchten, denen der Hanswurst folgt. Er markiert den Tanzplatz mit einem symbolischen Kreuz auf dem Fußboden. Die Vorpercht gibt den Tanzschritt vor. Die Tanzfiguren werden von einem Teil der Forscher mit einer alten Art des Getreidedreschens erklärt. Andererseits steht das Schuhplatteln wohl im Zusammenhang mit der Wiedereinführung des Brauches im Jahr 1912.

Die Tresterer tragen Jacken und Kniehosen aus rotem Brokat, einen breiten Ledergürtel mit Federkielstickerei (Ranzen) und schwarz-rote Schuhe. Die weißen Stutzen zieren goldene Bänder. Der Kopfschmuck ist ein Kranz aus glitzernden Pailletten, aus dem lange weiße Hahnenfedern ragen und an dem rote, weiße und goldene Seidenbänder hängen. Die Kostüme sind jenen der Handwerkertänze ähnlich, die es zur Renaissancezeit in allen europäischen Städten gab. Die Verwendung wertvoller Stoffe in den Farben Gold, Rot und Reinweiß verweist auf Reichtum. Die Salzburger Ethnologin Ulrike Kammerhofer-Aggermann verweist auf Ähnlichkeiten der Tresterer mit italienischen Karnevalstänzern, spanischen und baskischen Mauriskentänzern.

Schon im frühen 19. Jahrhundert zeigte sich der Einfluss des Tourismus - die Akteure standen in Kontakt mit Bayern, dessen Trachten- und Heimat-Vereine damals besonders aktiv waren. Ein Jahrhundert später zeigten pflegerische Tendenzen Auswirkungen auf das Brauchgeschehen. Man bemühte sich nun, alles möglichst "echt" vorzuführen, wobei es zu Veränderungen kam, etwa zur Ablöse des Faschingstermins durch Dreikönig. Abzulehnen ist jedenfalls die Deutung als "ur- und naturkultischer Segensbrauch".

Kleine regionale Verschiedenheiten zeigen sich bei der Musikbegleitung und einzelnen Nebenfiguren. In Stuhlfelden spielen zwei Klarinetten, in Zell am See Schwegelpfeifer (Querflöten). In Zell sind Zapfenmandl, Werchmandl, Hühnerpercht, Habergeiß, Lapp und Lappin mit von der Partie. In Unken geht ein "Pater" mit, der den Hof segnet und die Schiachperchten vertreibt. Der Hanswurst kommt mit einer überdimensionalen Holzschere, wie man sie von den Rauriser Schnabelperchten kennt. Schließlich sammelt überall der Krapfenschnapper Lebensmittel ein.

Quellen#

  • CD-ROM "Im Winter und zur Weihnachtszeit". (Hg. Lucia Luidold, Ulrike Kammerhofer-Aggermann) Salzburger Beiträge zur Volkskunde 13. Salzburg 2002
  • Reinhard Kriechbaum: Weihnachtsbräuche in Österreich. Salzburg 2010

Redaktion: hmw