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Würstelstand#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Würstelstand
Würstelstand bei der Wiener Staatsoper, um 1960
©IMAGNO, Foto: Barbara Pflaum

Der Würstelstand ist die Wiener Variante einer Imbisshütte. Die meisten haben bis spät in die Nacht geöffnet. Das Standardangebot umfasst Frankfurter, Debreziner, Käsekrainer, Burenwurst ("Bauernwurst") oder Leberkäse. Als Beilagen gibt es Senf, Kren, Zwiebel oder Essiggurkerl. Auch alkoholische und Erfrischungsgetränke sind zu haben. Die Würstelmänner der Zwischenkriegszeit waren mobil. Im Aufbau ihres Wagens erhitzten sie die Speisen und reichten die Getränke ihren Kunden, die an Ort und Stelle konsumierten. Durch den gemeinsamen Verzehr entwickelte sich eine Art Subkultur, die sich auch in Insiderbezeichnungen für die Waren spiegelte (z.B. "Haaße" - Burenwurst, "Bugl" - Brotscherzel, "33er-Blech" - Dose Bier). Als ältester seiner Art gilt Leo’s Würstelstand, in der Nähe des einst legendären "Auge-Gottes" (Kino) Ecke Währinger Gürtel, Nussdorfer Straße. Er besteht seit 1928.

Vorläufer der Wiener Würstelstände waren die Bratelbrater, die zu Marktzeiten und bei Kirchweihfesten in kleinen Bratöfen Würste zubereiteten. 1649 bestätigte der Wiener Magistrat ihre Bruderschaft. Um 1800 traten die Bratelbrater der Vereinigung der Selcher bei und betrieben bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Gewerbe. Die meisten Wiener Würstelstände sind jetzt Hütten mit festem Standort, dazu kommen Imbissstände mit internationalem Angebot wie Pizza oder Kebab.

Quellen#

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997
  • Elisabeth Hölzl (Hg.): Im Banne der Burenwurst. Wien 2001

Redaktion: hmw