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Wagenburg#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Die ehemalige Winterreitschule von Schloss Schönbrunn ist seit 1922 als "Wagenburg" bekannt. Die Sammlung „Wagenburg und Monturdepot“ des Kunsthistorischen Museums Wien zählt zu den bedeutendsten ihrer Art. Sie beherbergt nicht nur den best erhaltenen höfischen Fuhrpark des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, sondern auch einen einzigartigen Bestand historischer Reit- und Zuggeschirre sowie die weltgrößte Sammlung ziviler Uniformen und Kleidungsstücke von Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses. Von den einst 600 Galawagen, Dienstfahrzeugen, Lastwagen, Reise-, Sport-, Freizeit- und Kindergefährten, Schlitten und Sänften des Hofes sind rund 100 zu sehen, dazu 70 historische Fahrzeuge von Adelsfamilien, die das Privileg besaßen, mit ihren Kutschen in der Hofburg vorzufahren.Ein Highlight ist der Imperialwagen, der vermutlich für die Krönung Josephs II. im Jahre 1764 gebaut und seither für Kaiser- und Königskrönungen der Habsburger verwendet wurde. Der vier Tonnen schwere, mit vergoldeten Schnitzereien und Malereien reich verzierte, Prunkwagen wurde von acht Schimmeln gezogen.

Seit 2011 führt der "Sisi-Pfad" durch die Wagenburg, der den Lebensweg Kaiserin Elisabeths seit ihrer Hochzeit anhand ihrer Fahrzeuge nachzeichnet: u. a. der Einzugswagen als kaiserliche Braut - der "Mailänder Krönungswagen" war ursprünglich der Krönungswagen Napoleons I. - der goldene Imperialwagen für die Krönung in Budapest, jene Kutsche, die sie unmittelbar vor ihrer Ermordung in Genf benützte und letztlich der imposante Leichenwagen. Ergänzt wird die Schau durch Gemälde und originale Objekten aus Sisis persönlichem Besitz: Berühmt ist das prachtvolle schwarze Kleid mit meterlanger Schleppe und schlanker Taille, das sie um 1878 trug. Ebenfalls zu sehen sind der einzig erhaltene Sattel der Kaiserin, die als beste Reiterin ihrer Zeit galt, und die rekonstruierte „Reitkapelle“ mit den Porträts ihrer Lieblingspferde.

Quellen#


Redaktion: hmw