Waldbachstrub - Austria-Forum : Heimatlexikon
Waldbachstrub #
„Im rauschenden Talkessel" #

"Heimatlexikon - Unser Österreich"
Zugang: Von Hallstatt über Lahn ins Echerntal 2 km, dann noch 45 min. Markierung rot, Malerweg 641, ÖK Blatt 96.
Beste Zeit: Frühjahr bis Herbst.
Beschreibung: #
Der Waldbachstrub ist eine Wasserfallklamm, die jeder Hallstatt-Besucher kennen lernen sollte. Der Zugang durch das Echerntal mit seinen steil aufragenden Wänden ist allein schon ein Erlebnis. Wir wollen den Waldbachstrub genau kennen lernen, gehen daher in der Nähe des Simony-Denkmals den Malerweg und steigen dann zum wieder hergerichteten Gletschergarten auf. Diese Landschaft ist unbedingt sehenswert, vor allem das Felsentor ist großartig. Wir erreichen die Forststraße, passieren einen Tunnel, werfen einen Blick zurück auf das Echerntal und den Hallstätter See und erreichen nach 45 Minuten den Waldbachstrub. Über die wilde Klamm und ihre Wasserfälle spannt sich eine Brücke, von der wir wieder eine großartige Aussicht genießen. Von hier aus könnte man einen Abstecher zum Waldbachursprung unternehmen, einer Karstquelle, die aus einer niedrigen Felsnische hervorbricht und gleich darauf in Kaskaden zu Tal stürzt. Das Wasser des Waldbachs kommt, so sagen einige Wissenschafter, vom Hallstätter Gletscher, andere meinen, dass ein Teil des Hinteren Gosausees unterirdisch zum Waldbachursprung abfließt, was ungefähr eine Woche dauert. Haben wir uns an der wilden Schönheit des Waldbachstrubs satt gesehen, so bleiben uns zwei Möglichkeiten zur Rückkehr: Entweder der Weg durch den Gletschergarten zum unteren Teil des Waldbachstrubs oder der schönere, aber nur für Trittsichere und Schwindelfreie empfehlenswerte Rückweg: noch 5 Minuten weiter auf der Straße, bis rechter Hand der wildromantische und kühn angelegte Gangsteig abzweigt. Sind Kinder vorsichtiges Gehen gewohnt, so können sie diesen durch Geländer und Seile abgesicherten Steig ohne weiteres begehen. Nach Durchquerung der Wand gelangen wir ebenfalls in den tobenden Kessel des Waldbachstrubs. Fast 100 m hoch ist der dreiteilige Wasserfall in der Klamm. Rechts davon bildet der Lauterbach einen Schleierfall, und zwischen den beiden Fällen geht nach Regenwetter noch ein dritter Wasserfall nieder. Ein Flecken, den man nie mehr vergisst, noch dazu, wo die Gemeinde Hallstatt Interessantes aus Natur und Kultur in vorbildlicher Weise beschildert hat: Am Malerweg den von Karren bedeckten Felsblock, den der Dachsteinforscher Simony den „Runenstein des Echerntales" benannt hat, den Kreuzstein, auf den früher eine Leiter zu einem Holzhäuschen geführt hat und an dessen Vorderseite eine große „bescheidene" Tafel an einen Forstrat erinnert; das Eulenloch u. a. Hallstatt hat mehr zu bieten als die einzigartige Lage des Ortes und das Salzbergwerk.
Ausflugsziele in der Umgebung: Hallstatt, Krippenstein mit Dachstein, Gosauseen.
Text mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Rudolf Speil: Klammen & Schluchten in Österreich. An tosenden Wassern. Leopold Stocker Verlag, Graz 2008 (2. Auflage).
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

