Waldegger Klause - Austria-Forum : Heimatlexikon
Waldegger Klause / Große Klause#
„Gehört sie zu den Klammen?" #

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Zugang: Von Waldegg im Piestingtal ins Dürnbachtal 3 km; vom ehemaligen Gh. Stickler auf der Hohen Wand 30 min.
Länge: 1.000 m
Höhenunterschied: 300 m
Gehzeit:45 min, Markierung blau, ÖK Blatt 75.
Beste Zeit: Ganzjährig, aber im Winter nicht zu empfehlen.
Beschreibung: #
Im Gegensatz zur Kleinen Klause, die auch Dürnbacher Klause genannt wird, da sie der Rotte Dürnbach näher liegt, befindet sich die Große Klause näher dem Ort Waldegg.
Noch nie waren wir so schnell und mühelos auf dem Plateau der Hohen Wand wie damals, als wir zum ersten Mal den Anstieg durch die Große Klause wählten. Der Aufstieg bietet dem Wanderer aber auch landschaftliche Schönheiten, da die Klause zu den so genannten Trockenklammen gezählt werden kann. Sie bildet ein enges Tal, dessen Höhenunterschied mit Hilfe von acht Leitern bewältigt wird. Brücken und Stege sind nicht vorhanden, trotzdem hinterlässt die Große Klause einen bleibenden Eindruck. Gleich der Beginn in Dürnbach ist bemerkenswert: Eine mächtige Felsszenerie macht auf den Einstieg aufmerksam. Zwei steile Leitern überwinden die erste Geländestufe, dann folgt ein kurzes Waldstück, eine Schotterhalde. Nun verengt sich das Tal, und das zweite Steilstück wird wieder mit Hilfe von Leitern überwunden. Jetzt treten wir in das Herzstück der Großen Klause ein: Linker Hand entdecken wir ein Naturdenkmal, die ehemalige „Waldegger Tropfsteinhöhle". In den Jahren 1920 bis 1940 war sie öffentlich zugänglich, und die kleinen Hallen mit ihren Tropfsteingebilden konnten mit einem Führer besichtigt werden. Jetzt ist sie leider zerstört, es erinnern nur die traurigen Reste von Lichtleitungen an eine schöne Vergangenheit. Mit einer Taschenlampe kann man aber ein Stück in der rutschigen Höhle „forschen".
Neben der Höhle führen drei später angebrachte Leitern über eine weitere Geländestufe hinauf - bis zum Jahr 1976 gab es hier noch Drahtversicherungen - und wir weichen dadurch einer „Felsensperre" aus. Bei einer weiteren Stufe finden wir eine kleine Höhle, dann folgt ein ebenes Stück Weg, an dessen Ende man nicht vergessen sollte, links am Felsen einen Durchschlupf aufzusuchen. Nur noch zwei Leitern, und dann haben wir die in den Jahren 1895-1897 angelegte Steiganlage hinter uns gebracht. Die Große Klause ist nichts für bequeme Spaziergänger, aber Touristen und besonders Kinder ab sechs Jahren werden ihre helle Freude daran haben.
Ausflugsziele in der Umgebung: #
Auf dem leicht ansteigenden Weg nach der Großen Klause auf das Plateau der Hohen Wand gelangt man nach ungefähr einer Viertelstunde zu Windloch und Gipsloch. Das Windloch liegt linker Hand gleich neben dem Weg, ein rutschiger Abstieg, eventuell mit Seilsicherung, ist für Kinder ein interessantes Erlebnis, da es doch 10 m in die Tiefe geht, wo es auch im Sommer sehr kühl ist. Das Gipsloch ist schwer zu finden: Es ist schräg gegenüber auf der rechten Seite des Weges am Ende eines Jungwaldes in einer kleinen Felswand, die man von unten sieht. Es führt aber ein Pfad zu der Höhle, die interessant ist.
Die Kleine Klause, die am 27. Juli 1924 durch den Naturfreundesteig zugänglich gemacht wurde, hat keinen Klammcharakter. Gleich zu Beginn ein etwas anspruchsvoller versicherter Felsensteig, der Kindern unheimlich Spaß macht, im weiteren Verlauf ein ansteigendes Tal, dessen Wände nicht so steil sind, dass die Bezeichnung „Klamm" gerechtfertigt wäre.
Für Wanderer mit tüchtigen Kindern empfehlenswert ist eine Rundwanderung: Parken in Dürnbach, Aufstieg durch die Kleine Klause, Hohe Wand, Plateau mit Aussichtswarte, Tiergehege, Gh. Posti, eventuell Frauenlucke, Skywalk (2005 errichtet), Dollfuß-Kirche, Saugraben, Gipsloch, Windloch und Große Klause. Während das Auto geholt wird, kann noch die Dürnbachklamm besucht werden. Eine anstrengende, aber beglückende Wanderung, die ich mit meinen Kindern und Schülern immer wieder unternommen habe.
Text und Bild mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Rudolf Speil: Klammen & Schluchten in Österreich. An tosenden Wassern. Leopold Stocker Verlag, Graz 2008 (2. Auflage).
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)
