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Wassermelone #


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Wassermelone
Wassermelone
© de.wikipedia.org

Botanische Bezeichnung: Citrullus lanatus

Herkunft: tropisches Afrika

Umgangssprachliche Synonyme: Arbuse

Herkunft und Geschichte #

Die Wassermelone, deren natürliche Heimat höchst wahrscheinlich in den Tropen Afrikas sowie in den südlichen Regionen des Kontinents zu finden ist, blickt auf eine lange Nutzungsgeschichte durch den Menschen zurück. Noch vor ihrer Kultivierung fungierten ihre wildwachsenden Früchte als Wasserspeicher, die auf Wanderschaften in die Wüste mitgenommen wurden. Handelsleute brachten die Wassermelone schließlich mit ihren Karawanen durch die Sahara gen Norden. Domestiziert wurde die Wassermelone nicht in den Tropen, sondern im Alten Ägypten. Dort begann der Ackerbau etwa 5.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Die Wassermelone dürfte bereits sehr früh Teil der ägyptischen Kulturpflanzenwelt geworden sein. Über das Mittelmeer gelangte die wasserreiche Frucht dann im Laufe der Zeit nach Europa, wo man sie spätestens ab dem 16. Jahrhundert in den südlichen Ländern kultivierte.

Am Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Wassermelone bis nach Nordwesteuropa bekannt, wobei die wärmebedürftige Pflanze dort aufgrund klimatischer Bedingungen nicht kultiviert wurde. Heute ist die erfrischende Frucht in allen Ländern der Erde beliebt.

Jenes Land, in dem die meisten Wassermelonen pro Jahr produziert werden, ist China. Innerhalb Europas spielt der Anbau des Kürbisgewächses vor allem in den mediterranen Regionen eine Rolle, aber auch in Ungarn.

Biologie #

Es kommt nicht von ungefähr, dass die Wassermelone diesen Namen bekommen hat. Ihr Fruchtfleisch enthält im Durchschnitt 93 % Wasser. Die große Beere, die aus der weiblichen Blüte hervorgeht, wächst auf einem berankten Spross, der meist am Erdboden entlangkriecht.

Charakteristisch für die Pflanze sind ihre großen Blätter, die tief eingeschnitten und in mehrere Segmente aufgeteilt sind.

Die Blüten der einjährigen Pflanze sind wie bei vielen anderen Kürbisgewächsen gelb und die Geschlechter blühen getrennt voneinander an derselben Pflanze. Manche Sorten der Wassermelone bringen im exotischsten Fall Früchte von 25 kg Gewicht hervor. Freilich ist das nicht die Regel.

Blatt einer Wassermelone
Das Blatt einer Wassermelone
© de.wikipedia.org

Was die Fruchtform anbelangt, so kann diese – ebenfalls sortenabhängig – von langgestreckter bis runder Gestalt sein und wird von einer meistens grünen, mehr oder weniger intensiv marmorierten Schale umschlossen.

Im Inneren befindet sich das saftige Fruchtfleisch von roter Farbe in verschiedenen Intensitäten von hell- bis dunkelrot.

Es existieren darüber hinaus Sorten mit cremefarbenem bis weißem, gelegentlich sogar gelblich gefärbtem Fruchtfleisch. Im Lebensmittelhandel kommt letzteren allerdings nur eine untergeordnete Bedeutung zu.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es sich bei der Furcht von Citrullus lanatus aus pflanzenwissenschaftlichem Blickwinkel um eine Beere handelt.

Gesundheitliches #

Im Sommer stellt die Wassermelone eine ideale Erfrischung dar. Die Kombination aus Geschmack, Nährwert und Durstlöschung macht sie zu einer besonders beliebten Frucht. Das wohlschmeckende Fruchtfleisch eignet sich vorzüglich als Zutat für kalte Speisen und wird nicht nur süßen Gerichten beigefügt. In Italien beispielsweise isst man es traditionellerweise gemeinsam mit Schinken oder Käse.

Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Wassermelone ist allerdings verhältnismäßig gering, was auf den hohen Wassergehalt zurückzuführen ist. Betrachtet man die sommerliche Frucht jedoch als eine Art natürlich gewachsenen Erfrischungscocktail, so bleibt sie verglichen mit jeglichem käuflichen Gebräu konkurrenzlos – auch in Bezug auf ihren Nährwert. Der Energiegehalt der Wassermelone ist mit 149 kJ/100 g moderat, was figurbewusste Menschen erfreuen dürfte.

Jungpflanzenanzucht #

In Mitteleuropa ist unbedingt zur Anzucht der Jungpflanzen im zeitigen Frühjahr zu raten, da ansonsten die Vegetationsperiode im Freiland nicht lang genug wäre. Im kommerziellen Anbau wird vor allem für Zuchtzwecke, wenn große Mengen benötigt werden, vegetative Vermehrung aus isolierten pflanzlichen Zellen im Labor betrieben. Dieses Verfahren ist für den Anbau im Garten natürlich völlig überflüssig und ungeeignet.

Blüte einer Wassermelone
Meist blüht die Wassermelone gelb
© de.wikipedia.org

Hier gilt vor allem eine Faustregel: Die Jungpflanzen sollten so früh wie möglich vorgezogen werden, am besten im März im beheizten Glashaus oder Wintergarten bzw. in der Wohnung an passenden Plätzen mit ausreichend Tageslicht. Viele Gärtnereien beginnen sogar schon im Februar.

Das Saatgut wird einzeln in Töpfe von 8–10 cm Durchmesser ausgebracht, in denen sich die Pflanze nach der Keimung bis zur Auspflanzung entwickeln kann. Die Temperaturen sollen während der Anzuchtphase nicht unter 16 °C fallen – auch nicht nachts. Im Idealfall achtet man auf Lufttemperaturen von 22–25 °C.

Anbau #

Die Wassermelone benötigt humusreiche und gut durchlüftete Böden, die nicht zu schwer sein dürfen. Vor dem Anbau ist das Erdreich tiefgründig zu lockern, damit sich das Wurzelsystem der Pflanze ohne gröbere Widerstände ausbreiten kann. Staunässe ist zu vermeiden. Auf Standorten, die zu Nässe neigen, empfiehlt sich der Anbau auf Hügelbeeten.

Die Wassermelone verlangt ausgesprochen viel Wärme und reagiert sehr empfindlich auf feuchte, regnerische Perioden. In ungünstigen Jahren ist daher mit Ernteeinbußen zu rechnen. Im Sommer gelten Tagesmittel unter 21 °C als problematisch. Auch der Lichteinfall soll so direkt wie möglich sein.

Wie bei vielen anderen Kulturpflanzen, ist auch bei der Wassermelone – oder besser gesagt: insbesondere hier – darauf zu achten, die Pflanzen erst ins Freiland zu setzen, wenn Mitte Mai keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Es empfiehlt sich, die Auspflanzung direkt durch eine dicke Mulchschicht aus Stroh vorzunehmen, die Feuchtigkeit und vor allem Wärme im Boden hält. Die Pflanzung durch Folie oder Vlies ist vorwiegend im erwerbsmäßigen Anbau üblich. All diese Materialien haben natürlich den angenehmen Nebeneffekt, dass sie das Aufkommen von unerwünschten Wildkräutern hemmen.

Zwischen den Pflanzreihen werden am besten Abstände von 1,8–2 m eingehalten, da sich die Wassermelone am Boden kriechend relativ weit ausbreiten kann. Innerhalb der Reihen empfiehlt sich die meterweise Pflanzung.

Im Weinbauklima kann auch Direktsaat ausprobiert werden. Dabei wird der Same etwa 2–3 cm tief in das vorbereitete Saatbeet eingelegt und gut mit Erde bedeckt, ohne dabei zu fest anzudrücken. Auf sofortige gründliche Bewässerung und kontinuierliche Bodenfeuchtigkeit während der Keimphase ist zu achten.

Wassermelonen
Wassermelonenanbau in Australien
© de.wikipedia.org

Im Laufe der Kulturzeit sind regelmäßige Unkrautkontrolle und gelegentliches Hacken zwischen den Reihen notwendig. Sobald die Pflanzen den Boden ausreichend bedecken und beschatten, kann aufgeatmet werden, da ab diesem Zeitpunkt das Entfernen unliebsamer Gewächse nur mehr sehr wenig Zeit in Anspruch nimmt und in erster Linie ästhetischen Zwecken dient. Auch die Häufigkeit zusätzlicher Bewässerung nimmt dann ab, da durch die Bodendeckung weniger Feuchtigkeit aus dem Erdreich verdampfen kann. In kühleren Perioden ist an eine Abdeckung mit Vlies zu denken.

Temperaturen unter 16 °C wirken sich bereits negativ auf die Entwicklung der Pflanzen aus.

In Europa gelten Regionen, die nördlich von Frankreich bzw. von Ungarn liegen, für den Anbau der Wassermelone als ungeeignet oder zumindest als ertragsunsicher.

Die Kultur sollte am selben Standort nur alle vier Jahre angebaut werden. Außerdem ist zu beachten, dass Wassermelonen starke Nährstoffzehrer sind.

Der Anbau im Gewächshaus ist zwar möglich, jedoch unüblich. Im Mischkulturgarten gelten die selben Pflanzen wie beim Kürbis als gute Nachbarn.

Weltweit tritt das Wassermelonenmosaikvirus am häufigsten als Schaderreger der Wassermelone auf. Aus dem Reich der Pilze kann die Kulturpflanze durch falschen Mehltau und Fusariumarten angegriffen werden. Unter den Tieren geht Gefahr von Blattläusen, Milben, Drahtwürmern und Salatfliegen aus. Spinnmilben und Thripsen wurden ebenfalls beobachtet.

Samengewinnung #

Die Bestäubung der Blüten erfolgt nach Möglichkeit per Hand und auf dieselbe Weise, wie bereits beim Kürbis beschrieben. Für die Samenernte müssen die Früchte nicht voll ausgereift sein, sondern lediglich reif genug für den Verzehr. Das Ausschälen der Samen aus dem Inneren der Wassermelonen ist leicht zu bewerkstelligen. Die Reinigung kann unter handwarmem Fließwasser geschehen, danach werden die Samen zum Trocknen aufgelegt. Gelagert wird das Saatgut am besten in Papiertüten.

Sortenauswahl #

Sugar Babe

Die Sorte „Sugar Babe“ reift im Vergleich zu anderen Wassermelonen relativ früh und kann daher unter mitteleuropäischen Verhältnissen im Freiland angebaut werden, sofern es sich um eine Region mit ausreichend Sonnenstunden handelt (idealerweise Weinbauklima).

Sugar Babe wurde in Amerika gezüchtet, verschwand zwischenzeitlich fast völlig und ist heute wieder im biologischen Saatguthandel erhältlich.

Die Früchte der samenfesten Sorte erreichen Gewichte zwischen 1,5 und 2,5 kg, haben dunkelgrüne, glatte Schalen und ein rotes, ausgesprochen zartes Fruchtfleisch mit süßem Geschmack.


Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:

Clemens G. Arvay. Fruchtgemüse. Alte Sorten und außergewöhnliche Arten neu entdeckt. Leopold Stocker Verlag, Graz 2011.

--> Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

--> Web Book

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