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Weißensee Weißensee, Kärnten #

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Weißensee
Auf kurvenreicher, aber bestens ausgebauter Bergstraße, entweder von Greifenburg im oberen Drautal aus, oder von Hermagor über das Gitschtal, gelangt man zum Weißensee, inmitten der bis auf 2.400 Meter ansteigenden Gailtaler-Alpen. Mit seiner Seehöhe von 930 Metern gilt er als der höchstgelegene größere Badesee der Alpen und zwischen Mitte Juli und Mitte August kann ohne weiters eine Badetemperatur von 23 Grad erreicht werden.

Berühmt ist die Farbigkeit des Sees: Während er der Mitte zu leuchtendes Türkis zeigt, opalisieren seine Ränder milchig weiß. Der weiße, kalkige Uferschlamm, von den Einheimischen die „Weiße“ genannt, hat dem See auch seinen Namen gegeben.

Weißensee.Luftbild aufgenommen beim Gleitschirmflug., Foto: J.Kadel. Aus: Wikicommons unter CC
Weißensee.Luftbild aufgenommen beim Gleitschirmflug.
Foto: J.Kadel. Aus: Wikicommons unter CC

Der elf Kilometer lange See ist durchwegs sehr schmal. An seiner engsten Stelle bei Techendorf wird er von einer 120 Meter langen Brücke überspannt. Ein Kranz von kleinen Orten säumt die Nordwestseite des Sees. Hauptort und touristisches Zentrum ist Techendorf, von dort führt die Brücke nach Naggl. Weitere Ort am See sind Praditz, Oberdorf, Gatschach und Neusach. Zu den am Ostende gelegenen Orten der Gemeinde Stockenboi führen nur Fußwege oder Schiffsverbindungen.

Aufgrund des klaren Seewassers bietet der See ein ideales Revier für Taucher. Mit einer Sichttiefe bis zu 13 Metern und dem Fischreichtum zählt dieser „reinste Badesee der Alpen“ zu den beliebtesten Tauchgewässern in Österreich. Gegenüber von Techendorf führt die „Weißensee-Bergbahn“,eine überkuppelte Vierer-Sesselbahn, zu den Jausenstationen „Naggler-Alm“ und „Kohlröselhütte“ auf 1.300 bzw. 1.500 Meter. Das Wandergebiet am Weißensee umfasst 140 km markierter Wege. 76 km² groß ist das Landschafts- und Naturschutzgebiet, das den See umgibt. Im Winter ist der Weißensee, der fast zur Gänze zufriert, ein idealer, riesiger „Eislaufplatz“.

Wandervorschlag #

Von Neusach zum Ostufer: Von allen Spazierwegen am Weißensee ist dieses Stück am natürlichsten erhalten geblieben. Es gibt keine Häuser oder touristischen Bauten. Der Steig führt fast immer seenahe und erlaubt den Tiefblick in das klare, smaragdgrüne Wasser. Der Pfad ist mit der Nr. 19 bezeichnet und hat manchmal gerade genug Platz zwischen steilen Waldhängen und dem Ufer. Nach einer guten halben Stunde kommt man zu einer Unterstandshütte mit Quelle und nach weiteren 15 Min. zu einer kleinen Bucht mit Schiffsanlegestelle. Nach kurzem Anstieg zur „Kleinen Steinwand“ führt der Pfad hinauf zur „Hohen Steinwand“ (60 Meter über dem See). Der See hat hier mit 99 m seine tiefste Stelle. Über die „Gossaria-Wiesen“ gelangt man schließlich zum Ostende des Sees, das hier „Ortsee“ heißt und fährt nun am besten mit dem Schiff zurück. Gehzeit: 3 Std.

Zur Kohlröserlhütte und auf den Golz: Wir fahren von Techendorf am Weißensee mit dem Sessellift auf die Naggleralm (1.335 m). Von hier leitet uns die Markierung in 1 ½ Std. durch Wald und über Almflächen zur Kohlröserlhütte (1.533 m; hervorragende Aussicht auf die Karnischen Alpen). Über Lorenzer Alm und die Sattelköpfe geht es nun steil zum Gipfel des Golz (2.004 m). Man sollte das letzte Stück nur bei trockenen Verhältnissen und als trittsicherer Bergwanderer wagen. ( 1 ½ Std. von der Kohlröserlhütte). Der Gipfelbereich ist eine breite Almwiese mit guter Aussicht nach allen Seiten

Landkarte: F. & B. Nr. 221

Steckbrief#

Weißensee
Weißensee im Winter
Wikicommons

Länge 12 Kilometer, Breite 750 Meter, größte Tiefe 99 Meter, Fläche 6,6 km². Seehöhe 930 Meter, mittlere August-Wassertemperatur beträgt 19 Grad, in heissen Sommenr kann sie aber bis 24 Grad steigen.

Sämtliche Wassersportarten und Schifffahrt (Betrieb von Motorbooten ist untersagt)

Fischmöglichkeit (der See beherbergt 24 Fischarten, bedeutend sind Reinanke, Hecht, Schleie und Seeforelle).

Tauchsport: Das Wasser ist besonders klar und die Sichtweite kann im Herbst bis zu 20 Meter betragen, die Sichttiefe bis zu 30 Meter. Wegen der Algenblüte im Sommer und nach Regenfällen ist die Sicht sehr eingeschränkt. Von Mitte Dezember bis Mitte März ist der See bis zu 50 cm dick zugefroren. Besonders interessant sind die unterirdischen Quellen, die Steilwände am Ostufer und der Bereich der Lakawand, wo Waldbäume in den See gestürzt sind, kreuz und quer liegen und mit einer dicken Schicht Seekreide bedeckt sind.

Quellen#

  • Hilde und Willi Senft. Die schönsten Seen Österreichs. Leopold Stocker Verlag. Graz- Stuttgart.


Redaktion: Willi Senft