unbekannter Gast

Weihnachtsportrait-Krippe von Wildalpen - Zeitgenossen als Heilige#

Heimatlexikon - Unser Österreich

"Heimatlexikon - Unser Österreich"#

Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Krippenfiguren
Heutige Zeitgenossen als Krippenfiguren
© Willi Senft

Es gibt viele bemerkenswerte Krippendarstellungen in der Steiermark, eine der merkwürdigsten ist zweifellos jene von Wildalpen Wildalpen, Steiermark . Der Künstler hat hier im Jahre 1972 gewagt, ein ungeschriebenes Gesetz zu brechen: „Wenn schon die Hirtenfiguren oft als ländlich-rustikale Gestalten der jeweiligen Gegend dargestellt werden, so doch keinesfalls Maria und Josef und die hl. drei Könige." Hier in Wildalpen sind aber alle der etwa 40 cm großen Figuren Porträts von namentlich bekannten Zeitgenossen.

So ist Josef der Oberjäger, Maria seine Frau. Der erste der hl. drei Könige ist ein damaliger Stadtrat von Wien (Wildalpen ist ja als Bewahrerin des Wiener Hochquellenwassers mit Wien traditionell stark verbunden), der zweite ist der Burgschauspieler Hans Thiemig (der immer seinen Urlaub in Wildalpen verbrachte), und der „Mohrenkönig" trägt die Gesichtszüge des Pfarrers von Wildalpen (angeblich wollte sich kein anderer als „Schwarzer" darstellen lassen). Der Fußballtrainer Karl Decker überreicht als „Hirte" dem Jesuskind einen Fußball. Ferner sind der Arzt, ein Maurermeister, Jäger und viele andere aus dem Dorf zu erkennen. Die Engel tragen die Gesichtszüge von Kindern aus dem Kindergarten. Aber auch der damalige Bundespräsident sowie der Landeshauptmann der Steiermark, der Abt von Admont und Mutter Theresa sind dargestellt.

Das Meisterpaar Rauch-Tauber aus Altmünster am Traunsee schnitzte die Krippe. Auch die Wallfahrtskirche Wildalpen selbst ist einen Besuch wert: 1731 wurde das Gotteshaus eingeweiht, liegt es doch an einem der alten Pilgerwege nach Mariazell. Das Gnadenbild „Maria im Thal" wurde aus einer damals schon in der Nähe befindlichen Kapelle in die Kirche gebracht, wo es sich heute als Hochaltarbild befindet.

Als alte Filialkirche des Stiftes Admont sind in der Kirche auch ein Schutzengel und ein Kruzifix aus der Hand des großen Admonter Meisters Thaddäus Stammel sowie eine Kopie seiner Pieta zu bewundern.

Quellen#

  • Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft