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Heimatlexikon - Unser Österreich


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© und alle Reche vorbehalten: Siegfried Vössner

Am 13. Mai 1910 wurde Franz Gsellmann in Edelsbach geboren.

Nachdem der Bauer 1958 in einer Zeitung ein Foto des "Atomiums" der Brüsseler Weltausstellung gesehen hatte, unternahm er die einzige Reise seines Lebens. Er fuhr mit dem Zug nach Brüssel, schaute sich das Atomium in natura an und kehrte noch am selben Tag - mit einer Miniatur des Atomiums im Gepäck - nach Hause zurück.

Kaum war er wieder zu Hause, begann er an seiner "Maschin" zu bauen, was ihn 23 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1981 beschäftigte.

Er wurde Stammgast auf Schrottplätzen und Fetzenmärkten und suchte nach Stücken für seine Maschine.

200 Glühbirnen (gefärbt), 25 Motoren, 64 Vogelpfeifen, 1 Raumkapsel, 1Obstschüssel, 1 Pokal aus Persien, 1 Windmühle aus Holland, 2 Gondeln, 1 Grazer Uhrturm, 25 Hula-Hoop-Reifen, Trockenhaube, Handstaubsauger, Klapotetz, Christbaumständer, Kruzifixe, Leiterwagen, Waschtrommel – was hat Franz Gsellmann nicht alles hineinverpackt in dieses magische Ungetüm.

Leicht war das vor allem für die Familie nicht. Wenn er eine Eingebung hatte, ließ er auf dem Feld alles liegen und stehen und bastelte an der Maschine weiter – lange Jahre im versperrten Kammerl, erst Mitte der 1960er Jahre zeigte er seiner Frau das futuristische Werkl. Dieses wuchs ständig und übersiedelte ins Vorhaus, als es in der Kammer zu eng wurde.

Oft hat er sich etwas auch genau nach Plan anfertigen lassen, dabei aber verheimlicht, wofür. Auf die Frage nach dem Zweck meinte Gsellmann: "Für irgendetwas wird's schon gut sein." So steht heute diese Maschine völlig ohne Zweck, aber als Denkmal eines "homo ludens", des spielenden, schöpferischen Menschen Franz Gsellmann, in Edelsbach und versetzt Menschen in Staunen, ja macht sie manchmal über sich selbst ein wenig nachdenklich.

Sie könnte in einem Museum stehen, doch sie ist dort am schönsten, wo sie unter engsten Platzverhältnissen errichtet wurde und unmittelbar mit der Umgebung verwoben ist.

Franz Gsellmann junior, der Enkel des Erbauers, ist heute der "Besitzer" der Weltmaschine und verantwortlich für ihren Betrieb und ihre Vermarktung. Er, der als kleiner Bub noch erlebt hat, wie sein Großvater an der Maschine gebaut hat, erhält den Zustand der Maschine, in dem sie nach Franz Gsellmanns Tod zurückblieb, kümmert sich – gemeinsam mit Thomas Blas (Betriebselektriker) und Hannes Hirt (Elektriker) – um die laufenden Wartungsarbeiten und führt sie Besuchern mit ihrem wunderbar-rätselhaften Klingen, Leuchten und Bewegen vor.


Quellen:


Redaktion: I. Schinnerl

« Diese Seite wurde am Montag, 5. September 2011, 18:36 von System erstellt, zuletzt geändert am Dienstag, 9. April 2013, 10:28 von Ziegler Katharina (Version 7).
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