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Bregenz "Wendelinbrunnen" Quelle und Marterl#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Ein Projekt von ServusTV in Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum

Fluh, Wendelinbrunnen'
Wendelinbrunnen
©Heilige Quellen in Österreich

Stadt Bregenz; Ort Fluh; Pfarre St. Gallus; Bezirk Bregenz

Bregenz - Ortsteil Fluh Karte

Der Ort:#

Die Festspielstadt Bregenz gehört zu den reizvollsten kleinen Städten Österreichs und bietet ihren Bewohnern und Besuchern hohe Lebensqualität. Die Berge sind ganz nah, ebenso der große Bodensee, die Einkaufsmöglichkeiten sind geradezu unbegrenzt. Die irischen Mönche Kolumban und Gallus, ausgesandt, um diese reiche Gegend zu christianisieren, nannten die Bregenzer Bucht nicht von ungefähr "goldene Schale". Im historischen Teil findet man noch Fachwerkhäuschen, kleine Gässchen mit Kopfsteinpflaster und natürlich das Wahrzeichen der Stadt, den Martinsturm. Direkt am See oder im Umkreis von wenigen Gehminuten befindet sich eine regelrechte Kunstmeile: Festspielhaus, größte Seebühne der Welt unter freiem Himmel mit spektakulären Opernaufführungen, Theater, Museen, Kunsthaus und Landesgalerie. Die österreichische Bodenseeflotte hat hier ihren Anlegeplatz und historische Gebäude grenzen an moderne. Direkt neben zauberhaften Parkanlagen und den Tempeln der Künste wird Wassersport betrieben. Mit dem Berg Pfänder hat man nicht nur die höchste Erhebung am Bodensee, sondern auch ein gepflegtes Naherholungsgebiet mit einer Schwebeseilbahn, einem Alpenwildpark und einer Greifvogelstation. Fluh ist ein kleiner Ortsteil von Bregenz, der am Südhang des Pfänders liegt. Er hat 300 Einwohner, eine eigene Musikkapelle und sogar eine eigene Volksschule, in der aber nur mehr 18 Kinder unterrichtet werden. Radfahrer und Wanderer, die nach der Auffahrt mit der Pfänderbahn in Richtung Bodensee streben, durchwandern oder -fahren das Örtchen Fluh, bevor sie nach Kennelbach kommen.

Weg zur Quelle:#

Zu Fuß von der Pfänderbahn in Richtung Kennelbach (an die Schilder halten) oder direkt von Bregenz aus in Richtung Ortsteil Fluh mit dem Auto. Gegenüber der Fluher Kirche, beim Haus St. Wendelin, führt ein sehr steiler, geschotterter Weg abwärts in den Wald. Es besteht ein Fahrverbot. Nach etwa 2 Minuten Gehzeit sieht man das Bründl links am Wegrand. Es ist ein romantisches Plätzchen, wo man ruhig sitzen kann, um die Kraft des Ortes zu spüren. Auf dem Marterl ist ein Spruch angebracht, den ein Bewunderer einst verfasste.

Das Wasser:#

Die Quelle wird über einen großen Stein in eine Holzrinne geleitet und gluckst ruhig und stetig. Es ist eigentlich ein vergessener Ort, der mit nicht allzu viel Aufmerksamkeit bedacht wird. Wanderer stärken sich hin und wieder und bringen ihren Energieschub wahrscheinlich gar nicht mit dem heiligen Brunnen in Verbindung. Aber hier gibt es viel Energie, viel sanftes behutsames Chi. Das Wasser ist kalt und wohlschmeckend, es wäre für die Herstellung von Blütenessenzen, Lotionen und Kräutertees geradezu geschaffen. Man setzt sich mit den Themen Alleinsein und Einsamkeit auseinander.

Allgemeines:#

Eine kleine Kapelle ist in Fluh seit 1666 überliefert, ab 1846 wurde die heute noch bestehende Wallfahrtskirche gebaut, die als Wallfahrtsort für ledige Frauen gilt, obwohl der hl. Wendelin eigentlich ein Patron der Schafhirten ist. Das Wallfahrtsmotiv war immer das heilsame Wasser des Wendelinbrunnens, die Wallfahrer kamen vor allem aus Baden-Württemberg.

Quelle#

  • Heilige Quellen in Österreich. Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka. Sonderausgabe für A&M, Salzburg. Freya Verlag, 2005.