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Heimatlexikon - Unser Österreich

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Klärbecken in der Hauptkläranlage Wien-Simmering
Klärbecken in der Hauptkläranlage Wien-Simmering.
Foto: GuentherZ. Aus: Wikicommons unter CC

Die rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Wien Kanal sind für das Abwassermanagement Wiens verantwortlich. Wien Kanal spielt dabei eine maßgebliche Rolle zur Sicherung der hohen Lebensqualität in Wien.
An das rund 2.400 Kilometer lange Kanalnetz sind bereits 99 Prozent aller Haushalte angeschlossen - ein Spitzenwert unter Europas Städten.

Der hohe Standard der Wiener Abwasserentsorgung fordert die Technikerinnen und Techniker von Wien Kanal ständig, an der Erhaltung und Modernisierung des Wiener Kanalnetzes zu arbeiten. Innovative Projekte führen Expertinnen und Experten aus aller Welt nach Wien, um sich am System der Abwasserentsorgung und des Gewässerschutzes zu orientieren: zum Beispiel an der Wiener Kanalnetzsteuerung, einem zukünftigen Meilenstein im Gewässerschutz. Ein intelligentes Steuerungssystem zur Bewirtschaftung des Kanalnetzes soll auch bei starkem Regen den Zufluss zur Kläranlage konstant halten und so die Ausleitungen in die Vorfluter möglichst vermeiden.

Täglich werden circa 15 Tonnen abgelagertes Material aus den Kanälen gefördert, um einen störungsfreien Abfluss zur Hauptkläranlage Wien zu garantieren. Eine halbe Milliarde Liter Abwasser fließt Tag für Tag bei Trockenwetter durch das Kanalnetz. Bei starkem Niederschlag oder bei Schneeschmelze muss die Kanalisation mit bis zu 1,6 Milliarden Liter Abwasser pro Tag fertig werden.

Die Wien-Kanal-Mitarbeiter tragen Sorge dafür, dass Wiens Kanäle sauber sind und keine Geruchsbelästigung an die Oberfläche dringt. Rund ein Drittel der Kanäle Wiens sind nur einen Meter hoch und 70 Zentimeter breit. Mit einem Helm und einer Stirnlampe ausgestattet klettern die Arbeiter auf Sprossen in den Kanal hinunter. Die Reinigung muss hier händisch erfolgen. Das "Material" - wie die Arbeiter den Kot nennen – wird mit dem Schimmel voran geschoben. Es gibt 47.500 Kanaleinstiegen in ganz Wien. Der Abstieg erfolgt immer gesichert. Es gilt das Material bis zum nächstgrößeren Kanal zu transportieren. Von dort wird es mit Schaufeln und Kübeln an die Oberfläche befördert. Alle 80 Meter gibt es einen Deckel, durch den der Kanal mit Frischluft versorgt wird. Etwas leichter ist die Tätigkeit mit dem Supersauger - dem "Staubsauger für Männer", wie ihn die Kanalarbeiter scherzhaft nennen.

Im Juli 2009 hat Wien Kanal mit insgesamt 14 neuen Kanalbauprojekten in Wien Donaustadt begonnen. Mit Fertigstellung aller Projekte im Jahr 2013 wird das Kanalnetz in Donaustadt um insgesamt 23 Kilometer öffentlichen Kanal gewachsen sein. Rund 1.200 weitere Haushalte werden dann an das Kanalnetz angeschlossen sein.

Quellen#


Redaktion: K. Ziegler