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Widlschützin aus dem Zillertal#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Vordere Bucheite
Vorderseite des Buches "Die Floitenstaude" von Wilhelm E. Hofer im Berenkamp Verlag

Die einzige Wildschützin aus dem Zillertal Zillertal . Eine bemerkenswerte und gewitzte Frau, diese Elisabeth Lackner, die wildern mußte um ihre Kinder zu ernähren. Als einmal die Gendarmerie sie abholen wollte, schützte sie vor, sich umziehen zu müssen und legte sich nackt in ihr Bett. Die armen Gendarmen waren hilflos und zogen unverrichteter Dinge wieder ab., Auch als man ihr schließlich die Waffe und Munition abnahm, fand sie noch Mittel und Wege zum Wildern.

Von der Buchbeschreibung:

Wer auf dem Floitenschlag wohnt, dem schauen die Gämsen zum Fenster hinein. Kein Wunder, dass es in der Hütte zuweilen illegalen Gamsbraten gab. Die "Floitenschlagstaude" wilderte nicht nur aus Leidenschaft. Sie war eine arme Frau, sie und ihre Kinder brauchten oft genug und dringend eine Zubuße. (Ginzlinger Dorfchronik)

Elisabeth Lackner, die "Staude", war Tirols legendäre Wildschützin. Sie lebte am Floitenschlag, einem steilen, unwirtlichen Hang im hintersten Zillertal, und wusste mit der Flinte besser umzugehen als mit dem Kochlöffel.

Nach dem frühen Tod des Mannes war sie in der Versorgung ihrer vielköpfigen Familie auf sich allein gestellt und wusste oft genug nicht ein noch aus. Dazu musste sie mehrere Schicksalsschläge verkraften: Drei Kinder starben an Diphtherie, eines wurde von der Ferkelsau gefressen, ein Knabe stürzte beim Heueinbringen ab, ein weiterer wurde von einer unbekannten Seuche hinweggerafft.

Durch ihre "Taten" ging die Floitenschlagstaude, die schon als junges Mädchen gewildert hatte, in die Annalen der Tiroler Jagdgeschichte ein. Der Vater hatte ihr das illegale Waidwerk beigebracht--- und das nicht schlecht. In späteren Jahren schoss sie die Gämsen sogar vom Fensterbalken aus, und mehr als nur einmal führte sie die Jagdaufseher hinters Licht.

In Tirol kennt man viele Geschichten über Schmuggler, Wilderer und allerlei andere Menschen. Manche Erzählung mag gut erfunden und wenig glaubwürdig sein.

Wilhelm E. Hofer erzählt in diesem Buch die legendäre und wahre Geschichte der einzigen Wildschützin Tirols. Jahrelang stöberte er in Archiven, durchforstete Grund- und Taufbücher, trug Berichte und Hinweise von einheimischen Jägern und Bergführern, von Großeltern, Eltern, Onkeln und Tanten zusammen, ehe er alles niederschrieb.

Quellen#

  • Das Buch "Die Floitenschlagstaude"
  • "Die Steirischen Wilderer: Wilderer und Wilderertragödien der letzten 200 Jahre in der Steiermark" von Willi Senft und Hilde Senft
  • Senft hat auch einen Wildererroman verfasst "Lumpen und Helden", Freya 2009 im Austria-Forum verfügbar zum Lesen oder Schmökern

Redaktion: Hermann Maurer