Wolfsschlucht - Austria-Forum : Heimatlexikon
Wolfsschlucht#
Anton Bruckners Zuflucht

"Heimatlexikon - Unser Österreich"

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Zugang: Von der Straße Grein - Bad Kreuzen
in der Linkskurve vor der Steigung 2 km vor Bad Kreuzen, von der Burg oder vom Ort 15 min.
Klammlänge: 200 m, Höhenunterschied 50 m, Gehzeit 20 min, Wegnummer 5a, Kulturpfad - Wolfsschlucht, OK Blatt 53.
Beste Zeit: Frühjahr bis Herbst.
Beschreibung:
Und wieder ist in Österreich ein Wunder geschehen, dass man eine Schlucht, die ein bescheidenes Dasein führte, aus ihrem Dornröschenschlaf erweckte und revitalisierte. Und das war diesem Fall eine leichte Aufgabe, denn die adelige und gutbürgerliche Gesellschaft nahm ab Mitte des 19. Jahrhunderts im nahe gelegen Bad Kreuzen ihre Kur- und Erholungsurlaube, wobei die Wolfsschlucht aufgesucht wurde, um dort kalte Bäder und Kneippkuren zu machen. Die Kaltwasserheilanstalt wurde am 10. Mai 1846 eröffnet. Und so erinnerte man sich der Lokalitäten mit ihren köstlichen Namen, meißelte sie in Stein, und nun können wir folgende Ortsbezeichnungen lesen: „Greiner Duschen", „Linzer Wellen", „Prießnitz-Bächlein", „Wiener Wollen", „Anton Bruckner-Zuflucht", „Felsentor", „Herrendusche" „Neptun-Grotte", „Herzogsquelle", „Damendusche", „Bärensprung", „Damenbad" und „Badestein".
Im oberen Teil der Schlucht zweigt links ein zweiter Weg ab, der den Bachverlauf verlässt und folgende Lokalitäten aufweist: „Herkulesfels", „Ernstens Ruhe" und „Jägersitz ". Und dazu gibt es doch einige interessante Besonderheiten zu sagen: Vinzenz Prießnitz, ein schlesischer Naturheilkundler, konnte hier seine Ideen im Jahr 1845 umsetzen. Die Damen mussten nicht weit gehen und vor allem keine Stufen steigen, wenn sie die neu entdeckten medizinischen Errungenschaften an sich erproben wollten.
Anton Bruckner verbrachte acht Monate wegen eines Nervenleidens In Bad Kreuzen, hörte eines Tages eine böhmische Musikantengruppe, hielt das nicht aus und suchte „Erlösung" im Rauschen des Wasserfalles, wo man ihn nach längerem Suchen wieder fand.
Der Weg durch die Schlucht ist romantisch, steil, aber mit Stufen und Geländer versehen. Unten kann man von einer 15m langen Aussichtsbrücke einen Wasserfall betrachten. Oberhalb der Schlucht sollte man aber auf jeden Fall die Burg Kreuzen besteigen, von der man einen wunderbaren Ausblick auf das untere Mühlviertel, das Donautal und das Alpenvorland hat.
Sage:
Ein Kaplan wurde einmal bei einem Vorsehgang von einem Wolf angefallen. Der Geistliche konnte sich durch einen Sprung über die Felsblöcke retten, der Wolf, in einer anderen Version ist es ein Bär, jedoch stürzte ab. Der Priester hatte Gefäße zur Krankensalbung und die Sprache verloren. Er gelobte als Einsiedler in der Schlucht zu leben, wenn er die Sprache wieder fände. So geschah es auch. Daher der Bärensprung in der Wolfsklamm.
Ausflugsziele in der Umgebung: Stillensteinklamm, St. Thomas am m mit der Bucklwehluckn und der Mumie, dem „luftgeselchten Pfarrer“.
Text mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:
Rudolf Speil. Klammen und Schluchten in Österreich. An tosenden Wassern. Leopold Stocker Verlag, Graz 2006; 2. Auflage 2008.
Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)