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Das Wurzelkreuz von Maria Strassengel#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wurzelkreuz
Wurzelkreuz von Maria Strassengel
© Willi Senft

Der meistverehrte Sakralgegenstand in der großartigen gotischen Wallfahrtskirche von Judendorf-Straßengel bei Graz Judendorf-Straßengel, Steiermark ist ein ganz schlichtes, kleines Kreuz aus natürlichen Wurzelfasern, das auf schier unglaubliche Art nicht nur die Umrisse des Gekreuzigten, sondern auch alle Details darbietet.

Es zeigt realistische, vom Todesschmerz gekennzeichnete Züge; die Haupt- und Barthaare sind aus feinen Wurzelfasern gebildet; die Füße sind übereinandergelegt. Pflanzenphysiologische Untersuchungen erbrachten den Nachweis, daß am Kruzifix keinerlei Einwirkungen eines Schnitzmessers vorliegen. Wenn das stimmt, dann handelt es sich um ein wahres Wunder, denn bei nahem Augenschein sieht man, wie realistisch alle Merkmale des Gesichtes und Körpers sind.

Das Kreuz ist sehr alt und wurde bereits 1255 gefunden, wie eine aus dem 14. Jhdt. stammende Chronik des Stiftes Rein berichtet: Hirten erblickten in einer Tanne vor der Straßengier Kapelle ein aus einer Wurzel hervorgewachsenes Kruzifix. Dieses löste man in Gegenwart des Erzbischofs von Salzburg, des Abtes und Konvents von Rein vom Baum und trug es feierlich in die Kapelle.

Das Kreuz wurde 1976, zusammen mit dem berühmten gotischen Bild der „Ährenkleidmadonna" gestohlen. Das Bildnis ist seither verschollen, das Wurzelkreuz konnte jedoch unmittelbar danach durch eine anonyme telefonische Nachricht, daß es am Grazer Zentralfriedhof hinterlegt worden sei, wieder aufgefunden werden. Auch das ist ein echtes Wunder! Das Wurzelkreuz ist im Pfarrhof, wo es seither unter Verschluß gehalten wird, zu besichtigen.

Wandertip#

Als Spätherbst- oder Vorfrühlingswanderung im Nahgebiet von Graz und der Wallfahrtskirche Maria Straßengel sei die Route von der Burgruine Gösting zum Schloß Plankenwarth empfohlen: Am Schloßplatz in Gösting beginnt unsere Wanderung, die zuerst zur Aussichtskanzel des „Jungfernsprungs" und zur liebevoll restaurierten Ruine Gösting führt.

(Weiterweg nach Plankenwarth Nr. 563). Flösserkogel und Steinkogel lassen wir rechterhand liegen und sehen dann bald die Türme und Mauern von Schloß Plankenwarth vor der Kulisse der Gleinalm vor uns auftauchen, (Gehzeit: 2 1/2 Std. Freytag & Berndt, Nr. 131)

Quellen#

Text und Bild aus: Steirischen Geheimnissen und Kuriositäten auf der Spur, Hilde und Willi Senft, MEDIA Marketing G.m.b.H. 2000


Redaktion: Hilde und Willi Senft