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Zackelschaf #


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Zackelschaf
Zackelschaf
© Leopold Stocker Verlag

Diese sehr urtümliche ungarische Rasse wird auf die Zeit der Landnahme durch die Magyaren zurückgeführt. Die finno-ugrischen Scharen siedelten ursprünglich in den Steppen zwischen Wolga und Ural und gingen um etwa 500 n. Chr. auf Wanderschaft. Sie zogen an die nördlichen Ausläufer des Kaukasus und von dort in die Ukraine. Nach glücklosen Kriegen wandten sie sich gegen Mitteleuropa und gelangten nach der Überquerung der Karpaten in die ungarische Tiefebene. Dort ließen sie sich 896 unter ihrem Führer Arpád nieder und begannen eine Reihe von Raubzügen, die sie bis Konstantinopel und Frankreich führten.

Auf ihren Wanderzügen brachten sie Pferde, Rinder und Schafe aus den östlichen Steppengebieten mit, die in Ungarn bestens gediehen. Die rastlosen Magyaren wurden nach der Niederlage in der Schlacht am Lechfeld 955 zu seßhaften Viehzüchtern. Während des gesamten Mittelalters und bis etwa um 1800 war das Zackelschaf die häufigste pannonische Rasse, die relativ unveredelt und daher auch nahezu reinrassig vermehrt wurde. Ähnliche der Gruppe der Zackelschafe zugerechnete Populationen gibt es im gesamten Raum östlich von Ungarn, von der Türkei bis zu den Karpaten.

Die kleinen, extrem zähen Tiere wurden in Herden auf der offenen Steppe gehalten und von Hirten betreut. Ihre besondere Wetterunempfindlichkeit und vor allem die Hitzeresistenz machten sie für die Region ideal geeignet; Veredelungskreuzungen konnten sich nicht durchsetzen. Somit kann das Zackelschaf als eine der ältesten indogermanischen Rassen gelten.

Die charakteristische Hornform wurde den Tieren durch den Menschen angezüchtet, da sie in der Wildform oder bei anderen Primitivrassen nicht vorkommt. Die Hörner gleichen einer extrem langen Schraube. Die Tiere sind zwar weder besonders wirtschaftlich noch leicht zu halten, da sehr fluchtbereit, stellen aber eine interessante Genreserve dar.

Eigenschaften: #

Knapp mittelgroßes, primitives Schaf mit langen, geraden und schraubenartig gedrehten Hörnern (beide Geschlechter). Mischwollig mit langer Grannendecke, daher extrem beständig gegen Hitze, Sonne, Regen, Schnee sowie Sandstürme. Unbewolltes Gesicht mit Stirnlocke, unbewollte Läufe. Kleine, seitlich abstehende Ohren. Sehr robust, aber zu nervöser Fluchtbereitschaft neigend.


Text und Bilder mit freundlicher Genehmigung des Stocker Verlags aus dem schönen Buch:

Martin Haller. Seltene Haus- und Nutztierrassen. Leopold Stocker Verlag, Graz 2000; 2. Auflage 2005.

--> Bestellung des Buches (Leopold Stocker Verlag)

--> Web Book

« Diese Seite wurde am Dienstag, 20. März 2012, 14:42 von Ziegler Katharina erstellt, zuletzt geändert am Dienstag, 9. April 2013, 14:08 von Ziegler Katharina (Version 5).
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