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Zwischenbrücken, Wien 20#

Heimatlexikon - Unser Österreich

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Wappen., Foto: Hieke. Aus: Wikicommons
Wappen.
Foto: Hieke. Aus: Wikicommons

Zwischenbrücken war bis 1850 eine eigenständige Gemeinde und ist heute ein Stadtteil im 2. (Leopoldstadt) und 20. Wiener Gemeindebezirk (Brigittenau). Der in Floridsdorf gelegene Teil zwischen Floridsdorfer und Nordbahnbrücke verschwand bei der Donauregulierung (1870-1875).

Seinen Namen verdankt das Gebiet der Lage zwischen zwei Donaubrücken, der großen Taborbrücke (nahe Floridsdorf) und der kleinen Taborbrücke (nahe Mauthaus Am Tabor / Taborstraße im 2. Bezirk). Ihre Errichtung 1698 und die Befestigungsanlagen im nördlichen Augebiet Wiens (Großer Tabor) ermöglichten die Besiedlung. Auch Schiffmühlen standen am Nordufer der Taborau und am benachbarten Kaiserwasser bei der kleinen Taborbrücke. 1834-1870 befand sich das beliebte Vergnügungsetablissement Universum in Zwischenbrücken, nahe der Taborstraße.

Nach dem Bau der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, die hier 1838 den Betrieb aufnahm, wurden die Nordbahnwerkstätten in Zwischenbrücken angesiedelt. Dazu kamen eine Maschinenfabrik, ein Gaswerk und ein Eisenwalzwerk. Im Zuge der Donauregulierung wurde das innere Zwischenbrücken am Kaiserwasser zum Teil abgetragen und die Bewohner nach Donaufeld, Leopoldau und Kaisermühlen abgesiedelt.

Auf dem Areal des Universums und Teilen des Augartens wurde im Zuge der Weltausstellung 1873 der Nordwestbahnhof als zweitgrößter der sechs Wiener Kopfbahnhöfe errichtet. Nach dem Ende der Monarchie verlor er an Bedeutung, stellte 1924 den Personenbeförderung ein und wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch provisorisch genützt. 2006 entschlossen sich die ÖBB als Grundeigentümer, den Güterterminal abzusiedeln. Auf der Grundlage eines städtebaulichen Leitbilds fand 2008 ein Architekturwettbewerb statt, den ein Schweizer Büro gewann. In den nächsten Jahrzehnten sollen auf 44 Hektar Wohnungen für 12.000 Menschen, 5.000 Arbeitsplätze und eine große Parkanlage entstehen.

Die bisher letzte große Bebauung vor allem im Brigittenauer Teil Zwischenbrückens, erfolgte mit Gemeindebauten des „Roten Wien“. Die Pfarrkirche Zwischenbrücken (Allerheiligenplatz) wurde 1949/50 von Josef Vytiska errichtet. Der rauh verputzte Bau mit Fassadenturm enthält einen schlichten, sechsachsigen Saal. Der Tabernakel und der Altar mit einer hölzernen Pietá stammen aus den 1930er Jahren.

Das Wappen zeigt die Symbole (Zunge und Sternenkranz) des hl. Johannes Nepomuk, dem die erste Kapelle geweiht war.

Quellen#


Redaktion: hmw