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Friedrich Hasenöhrl

Zentralbibliothek für Physik in Wien#

Bild 'zentralbibliothek_small'

Das von den Teilnehmern im Rahmen des Informationsgespräches am 29. März 1977 bekundete Interesse an der Schaffung einer von der ÜB Wien unabhängigen Zentralbibliothek im Sinne des UOG führte schließlich dazu, dass am 18. Mai 1977 das Fakultätskollegium der Formal- und Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien den Antrag be-schloss, die gemäß § 115 UOG als Fachbibliothek geltende „Zentralbibliothek der Physikalischen Institute der Universität Wien als Zentralbibliothek im Sinne von § 89 UOG zu errichten". Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Bibliothek mit ihrem reichen Bestand die Funktion einer Zentralbibliothek bereits seit Jahren ausgeübt hatte, wurde diesem Antrag seitens des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung entsprochen. Die Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung vom 26. August 1979 über die Zentralbibliothek für Physik in Wien, BGBI. Nr. 411/1979 trat mit 1. Jänner 1980 in Kraft; die zugehörigen Durchführungsbestimmungen bilden den Inhalt des Erlasses des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, Z. 26742/1-31/80 vom 18. April 1980. Um das breite Spektrum der von der neu geschaffenen Zentralbibliothek gebotenen Serviceleistungen zu demonstrieren, wurde in der Zeit vom 28. Jänner bis zum 1. Februar 1980 eine „Woche der offenen Tür" veranstaltet, im Rahmen derer auch Frau Bundesminister Herta Firnberg die Bibliothek besuchte: „An einem Terminal wurde die maschinenunterstützte Literatursuche mittels Online-Recherche demonstriert. Eine kleine Ausstellung von wertvollen Sonderdrucken, Publikationen und Autographen berühmter österreichischer Physiker erschloss andeutungsweise einen sonst weniger beachteten Aspekt der Bibliothek, die z. Zt. etwa 660.000 bibliothekarische Einheiten (Buch- und Zeitschriftenbände, Dissertationen, Reprints, Preprints, Reports und Autographen), darunter 1.300 laufend gehaltene Zeitschriften, verwaltet."

4.1 Die Ära Wolfgang Kerber#

Wolfgang Kerber, Leiter der Zentralbibliothek seit 1977
Wolfgang Kerber, Leiter der Zentralbibliothek seit 1977

Als nach der Pensionierung Robert Chorherrs die Leitung der Zentralbibliothek der Physikalischen Institute Anfang 1977 neu ausgeschrieben wurde, bewarb sich der zu diesem Zeitpunkt als Kustos und Bibliotheksleiter am Technischen Museum für Industrie und Gewerbe tätige Wolfgang Kerber um die Stelle. Der 1942 in Wien geborene Kerber war der Zentralbibliothek insofern eng verbunden, als er zuvor schon als Hochschulassistent am II. Physikalischen Institut gewirkt hatte und die Bibliothek noch aus seiner Studienzeit als Benutzer sehr genau kannte. Auch nach seinem Wechsel ans Institut für Anorganische Chemie der TU Wien war sie seine bevorzugte Anlaufstelle in Literaturfragen geblieben. Bei einem auf Verlangen des Professorenkollegiums abgehaltenen Hearing, dem sich alle Bewerber stellen mussten, konnte Kerber mit seinem Konzept für die Leitung der Bibliothek am besten überzeugen und erhielt die absolute Stimmenmehrheit für seine Bestellung. In der Folge gelang es ihm von Anfang an, den hohen Erwartungen und den Forderungen in Hinblick auf eine optimale Literaturversorgung und kundengerechtes Service durch die Bibliothek gerecht zu werden. Er erwarb sich sehr schnell einen Ruf als „Kämpfer" und „Macher", der auch in schwierigen Situationen im Stande ist, originelle Lösungen zu finden, und der seinen Standpunkt stets überzeugend zu vertreten weiß. Mit der Herauslösung der Zentralbibliothek der Physikalischen Institute aus der Universität Wien und der Errichtung der Zentralbibliothek für Physik hatte Kerber seine erste große Bewährungsprobe bestanden und die mit Abstand größte Physikbibliothek Österreichs auf eine -ihren universitätsübergreifenden Aktivitäten entsprechende - solide rechtliche Basis gestellt. Die Positionierung der Zentralbibliothek als erste interuniversitäre Schwerpunktbibliothek in Österreich bedeutete nun auch die offizielle Verantwortung für die Physikinstitute an anderen österreichischen Universitäten und für Forschungsabteilungen bzw. Wissenschaftler in Privatwirtschaft und Industrie, für deren Literaturbedürfnisse sich auch schon Chorherr zuständig gefühlt hatte. Das nach Kerbers Ideen von Josef Zessner-Spitzenberg erarbeitete rechtliche Konzept der Zentralbibliothek für Physik war so wegweisend, dass es noch 15 Jahre später praktisch unverändert wieder verwendet werden konnte, wie der nahezu wortgleiche Errichtungserlass für die Zentralbibliothek für Medizin beweist.

4.2 Kein Platz für Bücher#

Es war einmal: eng und unübersichtlich
Es war einmal: eng und unübersichtlich

Ein drängendes Problem, das seit Jahren zur Lösung anstand, war das Fehlen eines ausreichend dimensionierten Bücherspeichers. Bei unverändert fortlaufendem Literaturerwerb hatten die Versuche, die Literatur stets griffbereit aufzubewahren, zu zahlreichen Provisorien und schwierig zu administrierenden Ausnahmeregelungen geführt: überfüllte, raumhohe Regalanlagen, Verwahrungen außerhalb der Systematik, Aufstellung von Dutzenden meterhohen Stahlschränken auf den Gängen der Bibliothek, in Gangbereichen anderer Institute und im Stiegenhaus. Das Projekt eines im Innenhof der Physikinstitute zu errichtenden „Bücherturmes" war auf die Initiative Robert Chorherrs hin bereits seit Beginn der Siebzigerjahre immer wieder diskutiert worden. Im Herbst 1975 lagen dazu detaillierte Vorplanungen vor; auch das Wissenschaftsmi-nisterium erkannte die Notwendigkeit des Baus an und hatte die Finanzierung zugesichert. Seitens einiger der betroffenen Institute gab es allerdings Bedenken. In einem Bericht der Ständigen Kommission Physik vom 23. März 1976 heißt es dazu: „Dieses Projekt erregte Widerspruch wegen der Verbauung von jeweils 2 Gangfenstern in allen Stockwerken, insbesondere auch im Gang der Mathematik im Parterre und wegen der Sichtbehinderung für 4 Fensterachsen im Bereich des Tieftemperaturlabors. Es erwies sich als unmöglich, den Speicher innerhalb der bestehenden Gebäude unterzubringen; als Alternative wurde ein unter dem Hofniveau liegender Tiefspeicher vorgeschlagen."

Der Tiefspeicher wurde im Jahre 1983 fertig gestellt und bietet den Publikationen einen sichereren und ordentlichen Platz.
Der Tiefspeicher wurde im Jahre 1983 fertig gestellt und bietet den Publikationen einen sichereren und ordentlichen Platz.

Diese überraschend ins Spiel gekommene Tiefspeicher-Variante blieb gleichfalls nicht ohne Widerspruch. Nicht nur die Mitarbeiter der Zentralbibliothek, sondern z. B. auch eine studentische Initiative sprachen sich dezidiert dagegen aus. Dennoch wurde der zuerst als zu teuer eingestufte Tiefspeicher in den Augen der Entscheidungsträger immer attraktiver, da die geschätzten Kosten für den Bücherturm mit jedem neuen Gutachten höher wurden. Mit Stand vom 1. März 1976 wurde der Tiefspeicher bei gleicher Speicherkapazität erstmals als finanziell attraktiver eingeschätzt, wobei der oben zitierte Kommissionsbericht allerdings anmerkt: „Zu diesen Kostenschätzungen muß festgestellt werden, daß beide wohl nicht mit großer Sorgfalt erstellt wurden; es weisen zumindest die Endaufstellungen Rechen- und Schreibfehler auf." Ein ausführliches Gutachten des Grazer Bibliotheksbauspezialisten Franz Kroller gab der Tiefspeicher-Variante im April 1976 klar den Vorzug; dennoch entschied sich das Wissenschaftsministerium im August letztendlich für den Bücherturm. Auf Grund budgetärer Probleme wurde das Projekt aber in letzter Sekunde komplett fallen gelassen und konnte in der Amtszeit Robert Chorherrs nicht wieder aufgenommen werden. Es blieb Wolfgang Kerber vorbehalten, den Faden wieder anzuknüpfen und die nötige Überzeugungskraft zur Durchsetzung des Tiefspeicherbaus - der Bibliotheksturm stand nicht mehr zur Debatte - aufzubringen. Nach vielen Gesprächen und umfassenden Planungsarbeiten konnte eine unter den gegebenen Bedingungen optimale Lösung gefunden und im Sommer 1983 verwirklicht werden: ein 260 Quadratmeter großer, unterirdischer Bücherspeicher, ausgestattet mit Klimaanlage, Brandmeldeanlage und mit Direktzutritt mittels Lift von den Bibliotheksräumen im vierten und fünften Stock aus.

Eine Kompaktregalanlage ermöglicht die Unterbringung von rund 4.300 Laufmetern an Literaturbeständen. Auf dem Weg dahin waren allerdings noch zahlreiche Klippen zu umschiffen, etwa auf Grund mangelnden Qualitätsbewusstseins seitens der ausführenden Baufirmen. So musste z. B. der bereits verlegte Estrich wegen unzureichender Betonqualität wieder entfernt und erneuert werden.

2001 bis...
2001 bis...

Ein Mitarbeiter der Zentralbibliothek berichtet zu diesem zweiten Anlauf: „Damit der Beton nicht zu schnell trocknete, muss-ten wir ihn täglich mit der Gießkanne befeuchten." Mit der feierlichen Übergabe durch das Wissenschaftsministerium am 28. November 1983 kam die Angelegenheit nach rund 13 Jahren zu einem zwar verspäteten, aber letztendlich doch noch glücklichen Abschluss.

...2004: Sparmaßnahmen erzwingen eine drastische Reduktion des Zeitschriftenbestandes.
...2004: Sparmaßnahmen erzwingen eine drastische Reduktion des Zeitschriftenbestandes.

Auf Grund der während der Abwicklung des Bücherspeicher-Projekts gewonnenen Erfahrungen bezüglich der Vorlaufzeiten derartiger Vorhaben wurde schon bald nach der Fertigstellung klar, dass mit der Planung weiterer Maga-zinierungsmöglichkeiten nicht lange zugewartet werden durfte. Zu Beginn der Neunzigerjahre zeigte sich, dass der Zuwachs an Zeitschriftenliteratur rascher als angenommen erfolgte. Die Zahl der Bände war allein in den Jahren 1987 bis 1995 von knapp unter 200.000 auf 284.000 gestiegen, was einen Zuwachs von rund 42 % in nur acht Jahren bedeutete. Mit Stichtag 1. Jänner 1996 verfügte die Zentralbibliothek für Physik in Wien über einen Bestand von 1.017.074 bibliographischen Einheiten, die auf eine Gesamtnutzfläche von 1.604 m2 verteilt waren. Immer noch waren rund 40.000 Bände (ca. 1.300 Laufmeter) Physikliteratur in insgesamt 121 Kästen auf Gängen und in Stiegen-aufgängen untergebracht. Der Bau eines weiteren Bücherspeichers war aber nicht nur eine Frage der Notwendigkeit, sondern auch ein Problem des Raumes und der Finanzierbarkeit. In vielen Gesprächen und mit unermüdlichem persönlichem Einsatz gelang es Kerber, seinen Argumenten Gehör zu verschaffen und die ebenfalls unter Raumnot leidenden Institute davon zu überzeugen, das stillgelegte und demontierte alte „Heizhaus Physik" im Institutskomplex Boltzmanngasse/Strudl-hofgasse den Zwecken der Zentralbibliothek zu widmen und dafür ausbauen zu lassen. Dank engagierter Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen - Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr, Bundesbaudirektion, Gebäudekommission des Akademischen Senates der Universität Wien, Fachgruppe für Physik der Universität Wien, Universitäts-Quästur - konnten sowohl die finanziellen als auch die strukturellen Probleme gelöst und die Adaptation in Angriff genommen werden.

Auch Herta Firnberg besuchte 1980 die neu gegründete Zentralbibliothek
Auch Herta Firnberg besuchte 1980 die neu gegründete Zentralbibliothek

Das ehemalige Heizhaus wurde zur Gewinnung von Stellraum durch Einziehen einer Zwischendecke auf zwei Stockwerke aufgeteilt und konnte damit wesentliche Teile des Bibliotheksbestandes aufnehmen. Der kleinere Raum im ersten Kellerge-schoss sollte erstmals die Möglichkeit bieten, die zahlreichen Nachlässe bedeutender Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler sowie historisch wertvolle Werke unter kontrollierten räumlichen und klimatischen Bedingungen zu verwahren, wie sie eine Voraussetzung für ein langes und unbeschädigtes Überleben dieser Raritäten darstellen. Dies gelang allerdings nur zum Teil, da, wie sich erst viel später herausstellte, auf den Einbau einer Luftbefeuchtungsanlage vergessen wurde. Überdies gab es im Laufe der folgenden Jahre mehrere Überschwemmungen auf Grund von Wassereinbrüchen nach heftigen Regenfällen. Heute beherbergt das erste Kellergeschoss daher hauptsächlich die Reports der „International Atomic Energy Agency" auf Mikrofiche. Das zweite Kellergeschoss dient der Magazinierung der laufenden Literaturzuwächse.

Der Bau des neuen Tiefspeichers löste die akuten Platzprobleme nur kurzfristig. Die Auslagerung von Teilen der Informationsträger in Speicher außer Haus war zwar fürs Erste vom Tisch und der sofortige Zugriff auf die vorhandenen Dokumente war damit auch weiterhin gewährleistet; die in den Gangbereichen verwahrte Literatur blieb jedoch zunächst wo sie war.

4.3 EDV-Einsatz in der Zentralbibliothek#

Bedingt durch Wolfgang Kerbers Ausbildungsweg und seine praktische Erfahrung im Umgang mit Datenverarbeitungsanlagen wurde die Zentralbibliothek zur Mitarbeit am Studium des EDV-Einsatzes in Bibliotheken herangezogen. Im Rahmen dieses Projekts wurde der Bibliothek im Studienjahr 1977/78 zwecks Einsatzes bei der Informationsvermittlung ein intelligentes Terminal vom Typ hp 2645A und ein Schnelldrucker hp 2631A zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser beiden Geräte konnten über ein 300 Baud-Modem Literaturrecherchen in der INIS-Datenbank der IAEA bzw. in den ca. 90 in DIALOG unter dem „Lockheed Retrieval System" zusammengefassten Datenbanken durchgeführt werden. Darüber hinaus wurde von Anfang an der Einsatz dieser Geräte auch in der Bibliotheksverwaltung angestrebt. Bereits im Februar 1979 konnten auf diesem Wege die Neuzugänge listenmäßig erfasst und die Zuwachsverzeichnisse unter Zuhilfenahme der hausinternen Prozessrechenanlage PDP 11 erstellt werden.

Als 1980 im Rahmen einer „Woche der offenen Tür" Frau Bundesministerin Herta Firnberg die neu gegründete Zentralbibliothek für Physik in Wien besuchte, galt ihr besonderes Interesse der Informationsvermittlungsstelle der Bibliothek und hier wiederum dem Einsatz der EDV auf diesem Gebiet. In der Folgezeit wurde an einem verstärkten Ausbau der EDV in der Bibliothek gearbeitet: Einerseits erfolgte eine Ausweitung des Informationsangebotes via Online-Literaturrecherchen durch Einbeziehung weiterer Datenbanken, andererseits konnte dank des Einsatzes von Kleincomputern (ZILOG Z80, Apple II, Bull Micral 30) sowohl bei der Buchbestellung und -bearbeitung als auch bei der Beschlagwortung EDV-gestützt vorgegangen werden. Eine Reihe von Beiträgen zum Problemkreis „EDV in Bibliotheken" aus der Feder von Wolfgang Kerber spiegeln das in der Zentralbibliothek permanent starke Interesse an diesem bedeutsamen Thema wider.

Bedingt durch die fortschreitende elektronische Vernetzung konnte ab 1991 die Teilnahme am damals neu geschaffenen österreichischen Bibliothekenverbundnetz Bibos erfolgen, dessen Ziel es u.a. war, landesweit den Buchbestand sämtlicher teilnehmender Bibliotheken nachzuweisen. Da an der Zentralbibliothek jedoch bereits ab 1981 Buchdaten in einigermaßen strukturierter Form auf Diskette vorhanden waren, wurden parallel dazu diese gemeinsam mit jenen aus Bibos sowie die als AppleWorks-Datenbank vorgelegene Zeitschriftendatei nach Konversion in das Datenbanksystem ISIS der Unesco überführt. Nach Installation desselben auf der Prozessrechenanlage Physik war die elektronische Suche sowohl im Buchbestand ab 1981 als auch im gesamten Zeitschriftenbestand der Zentralbibliothek, welcher in Bibos unberücksichtigt geblieben war, möglich. 1998 wurden diese Daten zwecks Nutzung über die Homepage der Zentralbibliothek in eine SQL-Datenbank übertragen. Im Jahr 1999 erfolgte ein Wechsel des Verbundsystems von Bibos zu Aleph, wobei letzteres mittlerweile sämtliche angeführten Datenbestände abdeckt. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass aufgrund von Problemen in Bibos betreffend Buchentlehnung hierfür ein eigenes System geschaffen wurde, welches in flexibler Weise die lokalen Erfordernisse zwischen 1996 und 2003 erfüllte.

4.4 Die Zentralbibliothek im Internet#

Die Evaluierung der Homepage der Zentralbibliothek für Physik durch die Fachhochschule Hamburg zeigte eine hohe Benutzerfreundlichkeit. Mit einer eigenen Homepage ist die Zentralbibliothek seit Mitte 1995 im World Wide Web vertreten. Die ersten, noch ganz in Eigenregie erstellten Seiten wurden auf dem Webserver der Universität Wien gehostet und waren von Anfang an sowohl in einer deutschsprachigen als auch in einer englischsprachigen Version verfügbar. Ganz im Stil der Frühzeit des Internet gehalten, handelte es sich dabei um reine Textseiten ohne interaktive Elemente. Das Layout war den technischen Möglichkeiten des HTML-Standards in der Version 1.0 entsprechend spartanisch und enthielt kaum grafische Gestaltungselemente. Geboten wurde unter anderem ein Verzeichnis der an der Bibliothek vorhandenen Zeitschriften - in späteren Versionen auch über ein Skript zur Datenbankabfrage - oder die monatlichen Listen der Neuerwerbungen, die zuvor teilweise noch in gedruckter Form an die Interessenten verschickt worden waren. Auch Zugriffsstatistiken zur internen Evaluierung des Webangebots waren ab Oktober 1997 fixer Bestandteil des technischen Konzepts.

Schon früh wurde an der Zentralbibliothek das Entwicklungspotenzial des World Wide Web erkannt und die Entscheidung getroffen, die Homepage zu einer wesentlichen Informationsplattform der Bibliothek auszubauen. Da man sich von den üblichen mit Amateurmitteln gestalteten Websites abheben und zu einem Webauftritt mit professionellem Anspruch kommen wollte, wurde für einen Neubeginn ein Partner mit Erfahrungen in einschlägigen Design- und Konzeptionsfragen gesucht. Den Zuschlag erhielt schließlich nicht eine kommerzielle Firma, sondern der gemeinnützige Verein „future media", der seither durch sein preisgekröntes und vielfach beachtetes Projekt „mathe online" bekannt geworden ist. Wesentlicher Grundsatz bei der Neugestaltung war, dass die Inhalte einen höheren Stellenwert als die äußere Form der Präsentation haben sollten. Gefordert war ein eher mini-malistisches, funktionelles Layout unter Verzicht auf rasch veraltende technische Spielereien ohne inhaltlichen Bezug - dies auch im Sinn einer möglichst weitreichenden Browser-Unabhängigkeit. Clientseitig auszuführendes Java-Script sollte nur sparsamst eingesetzt werden, ActiveX-Komponenten gar nicht. Diese Vorgaben wurden in einem mehrstufigen Diskussionsprozess von „future media" umgesetzt und mündeten in jenem nachtblauen Design, das die Corporate Identity der Bibliothek so nachhaltig geprägt hat. Die neue Homepage ging dann am 15. Dezember 1998 auf einem bibliothekseigenen Webserver und unter dem neuen URL Zentralbibliothek online und wurde zugleich auch ausführlich beworben, was innerhalb der ersten 18 Monate - sicher auch bedingt durch die stürmische Entwicklung des gesamten World Wide Web in diesem Zeitraum - zu einer Versechsfachung der Seitenzugriffe führte. Das Ergebnis war so überzeugend, dass das Layout und die Struktur der Webseiten bei laufender Erweiterung des Angebots für viele Jahre im Wesentlichen unverändert beibehalten werden konnten, ohne dass sie nach dem jeweiligen Stand des Webdesigns als hoffnungslos veraltet gegolten hätten. Im Jahr 2001 wurde die Homepage im Rahmen einer Lehrveranstaltung vom Fachbereich „Bibliothek und Information" der Fachhochschule Hamburg hinsichtlich ihrer Benutzerfreundlichkeit und Effizienz evaluiert. Die klare, übersichtliche Gliederung, das Informations- und Hilfsangebot, die vielen Kontaktmöglichkeiten mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die umfangreichen Linksammlungen und noch vieles mehr wurden äußerst positiv bewertet. Eine Befragung unter den Benutzern der Zentralbibliothek im Jahr 2000 ergab, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 50 % der Befragten regelmäßig die auf der Homepage angebotenen Dienste für ihre Literaturrecherchen und -bestel-lungen nutzen.

Das Internet dient der Zentralbibliothek aber nicht nur als Mittel zur Kommunikation mit den Benutzern, sondern im Sinne ihrer universitätsübergreifenden Aufgaben auch zur Zusammenarbeit mit den österreichischen Universitätsbibliotheken. Das erste Experiment in dieser Hinsicht war eine Webdatenbank zur österreichweiten Koordination von Zeitschriftenankäufen. Als sich die Bibliotheken bedingt durch die seit Mitte der Neunzigerjahre verschärfende Budgetsituation im Jahre 2000 gezwungen sahen, beim Erwerb von Zeitschriften in großem Umfang Einsparungen vorzunehmen, sollte dies unter möglichster Erhaltung der Literaturversorgung als Ganzes gesehen erfolgen. Es wurde daher vereinbart, bei der Abbestellung eines Titels darauf zu achten, dass derselbe an einer anderen österreichischen Bibliothek weiterhin laufend gehalten wurde. Aus den Angaben der teilnehmenden Bibliotheken erstellte die Zentralbibliothek daraufhin eine Webdatenbank, in der man nachsehen konnte, an welchen Bibliotheken ein bestimmter Titel bereits vorhanden war. Wenn dies der Fall war, durfte der Bearbeiter sein eigenes Abonnement in der Datenbank als zur Abbestellung vorgesehen markieren, was wiederum für alle Teilnehmer sofort einsehbar war. Da leider kein gangbarer Weg gefunden werden konnte, die Zeitschriftenbestandsdaten in der Webdatenbank mit den Bestandsdaten im Aleph-Verbundkatalog automatisch parallel zu führen, und da sich überdies nicht alle wichtigen Universitätsbibliotheken an dem Projekt beteiligen konnten, wurde es - trotz anfänglichem Erfolges - wieder eingestellt.

Erfolgreich abgeschlossen konnte hingegen eine vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst in Auftrag gegebene Umfrage unter den Benutzern an 14 Universitätsbibliotheken werden, wo die Fragebogendaten ebenfalls über ein an der Zentralbibliothek lokalisiertes Web-Interface erfasst und statistisch ausgewertet wurden. Im Zuge der in diesem Projekt gewonnenen Erfahrungen entwickelte die Zentralbibliothek ein modulares System zur Erstellung und Auswertung von Online-Fragebögen, mit dem Erfassungsformulare zu beliebigen Themen in wenigen Minuten erstellt und die damit gesammelten Daten in Echtzeit aufbereitet werden können.

4.5 Die ESI Library#

Die ESI-Library im Intranet der Zentralbibliothek für Physik
Die ESI-Library im Intranet der Zentralbibliothek für Physik

Die Ära der „digitalen Bibliothek" im eigentlichen Sinn des Wortes - nämlich einer Bibliothek von digital verfügbaren Volltexten - begann an der Zentralbibliothek im Juni 2001 mit der Einrichtung eines besonderen Dienstleistungsangebots für das „Erwin Schrödinger International Institute for Mathema-tical Physics" (ESI). Anlass für dieses Projekt waren häufige Klagen seitens der Institutsmitarbeiter über Probleme mit der ESI-Handbibliothek. Eine Analyse der Situation durch die Zentralbibliothek ergab die für selbstverwaltete Institutsaufstellungen und Handapparate typischen Mängel: keine nach professionellen Kriterien eingerichtete Bibliotheksinfrastruktur, keine klaren Zuständigkeiten bezüglich der Verwaltung des Literaturbestandes, keine Organisation des Entlehnbetriebes nach bibliothekarischen Gesichtspunkten. Das Resultat war, dass zum Zeitpunkt der Befassung der Zentralbibliothek nahezu die Hälfte der Literatur am ESI nicht mehr auffindbar war. Verschärft wurde dieses Problem noch dadurch, dass das ESI seinen Satzungen gemäß in erster Linie Gastwissenschaftler beschäftigt, die das Institut zumeist nach wenigen Wochen wieder verlassen. Ein Großteil der verschollenen Bestände war damit aller Wahrscheinlichkeit nach weiträumig verstreut und musste endgültig abgeschrieben werden. Da an die Errichtung einer Bibliotheks-Außenstelle im ESI auf Grund mangelnder personeller und finanzieller Ressourcen nicht zu denken war, entschloss sich die Zentralbibliothek, zur Lösung des Problems grundsätzlich neue Wege zu gehen.

Ein moderner Hochleistungs-Scanner für die subito-Dokumentlieferung
Ein moderner Hochleistungs-Scanner für die subito-Dokumentlieferung

Ziel war es, die benötigte Literatur den Benutzern in digitalisierter Form direkt am Arbeitsplatzrechner anzubieten, wobei die Bedürfnisse nach möglichst freier Verfügbarkeit der Dokumente in Einklang mit den Bestimmungen des Urheberrechts zu bringen waren. Erfahrungen anderer wissenschaftlicher Bibliotheken in Österreich mit vergleichbaren Projekten, auf die man zurückgreifen hätte können, lagen zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Also mussten zur Beantwortung folgender Fragen eigene Lösungen gefunden werden: In welcher Form sollen die digitalisierten Dokumente dem Institut zur Verfügung gestellt werden? Wie soll die Einhaltung der urheberrechtlichen Bestimmungen gewährleistet werden? Soll die Digitalisierung von Mitabeitern der Bibliothek erledigt oder ausgelagert werden?

In Absprache mit den Institutsangehörigen wurde als Grundausstattung der ESI-Library ein „Startpaket" von 101 für den Forschungsbetrieb besonders wichtigen Bänden mit einem Gesamtumfang von 56.783 Seiten ausgewählt. Sehr bald wurde klar, dass auf Grund der äußerlichen Verschiedenheit der für die Digitalisierung vorgesehenen Dokumente die Erfassung nach einem einzigen Arbeitsschema nicht möglich war. So galt es zu berücksichtigen, dass ein Teil der Bücher Farbabbildungen enthielt, deren Reduktion auf Graustufen (Farbtiefe 8 bit) oder gar Schwarzweiß (Farbtiefe 1 bit) den Informationsgehalt zerstören würde. Ein weiterer Gesichtspunkt war, dass die Bearbeitung der Dokumente möglichst schonend vor sich gehen sollte; neu angeschaffte bzw. gut erhaltene Bücher sollten auch nach der Digitalisierung noch als solche nutzbar sein. Andererseits befanden sich in dem Startpaket auch zahlreiche mehr oder weniger beschädigte Bände, deren weitere Benützung eine Restaurierung vorausgesetzt hätte und deren Zerlegung in Einzelseiten daher im Sinne einer rationelleren Erfassung per automatischem Einzelblatteinzug zulässig erschien. Insgesamt ergab sich, dass 76 Bände (46.079 Seiten) unter händischem Umblättern zu scannen waren, davon neun Bände (7.077 Seiten) in Farbe und 67 Bände (39.002 Seiten) in Schwarzweiß. Der Rest von 25 Bänden (10.704 Seiten) konnte per automatischem Einzug in Schwarzweiß erfasst werden. Da die Zentralbibliothek über die dafür erforderliche technische Ausrüstung (Farbscannerbzw. Scanner mit Einzelblatteinzug) nicht verfügte, war die Frage, ob das Projekt in Eigenleistung erbracht oder an eine Firma ausgelagert werden sollte, klar beantwortet. Erste Anfragen ergaben, dass erstaunlich wenige Firmen in der Lage oder willens waren, die Digitalisierung in der gewünschten Form vorzunehmen; schließlich übernahm ein kleines, aber alteingesessenes und renommiertes österreichisches Verlagshaus den Auftrag und wickelte ihn in einem Zeitraum von ca. vier Wochen ab. Die gescannten Dokumente wurden in das PDF-Format konvertiert und stehen für die Forscher am Erwin-Schrödinger-lnstitut heute in einem geschützten Bereich auf der Homepage der Zentralbibliothek zur Nutzung bereit.

Die Kosten des Projekts beliefen sich auf insgesamt rund 12.500 Euro, was einem Seitenpreis von 22 Cent entspricht. Darin sind allerdings noch nicht die Kosten für den Arbeitsaufwand eingerechnet, den Bibliotheksmitarbeiter zur Qualitätskontrolle erbringen mussten. Es stellte sich nämlich heraus, dass das unbeaufsichtigte Scannen auf Geräten mit automatischem Einzug nach dem aktuellen Stand der Technik zu einem bestimmten - wenn auch geringem - Prozentsatz an Fehl-Scans führte, der nur durch manuelle Kontrollen erkannt und korrigiert werden konnte. Unterm Strich konnte gezeigt werden, dass Digitalisierungsprojekte an Bibliotheken wirtschaftlich in Eigenregie abgewickelt werden können, wenn der Umfang der zu digitalisierenden Bestände groß genug ist, um die Anschaffung der erforderlichen Hardware (Scanner) zu rechtfertigen und die eigentliche Tätigkeit von Drittmittelbe-schäftigten ausgeführt wird.

4.6 Fernleihe und Dokumentlieferung#

Die Fernleihe als Möglichkeit, Literatur von der Bibliothek zu bestellen, ohne diese persönlich besuchen zu müssen, spielte an einer interuniversitären Einrichtung wie der Zentralbibliothek von Beginn an eine wichtige Rolle. Für die Angehörigen der außerhalb Wiens angesiedelten Forschungseinrichtungen stellte sie den in der täglichen Praxis einzigen Weg dar, Literatur von der Zentralbibliothek zu beziehen. Dementsprechend gut entwickelt war dieses Service auch schon in den Jahren, bevor sich die modernen Dokumentlieferdienste etablieren konnten. Durch gute Kontakte zu wissenschaftlichen Bibliotheken in aller Welt war die Zentralbibliothek auch in der Lage, Literatur, die sich nicht im eigenen Bestand fand, zu beschaffen und an ihre Kunden weiterzuleiten. Im Jahre 1986 umfas-ste die Fernleihe ein Volumen von ca. 1.000 Bestellungen. Um das Ungleichgewicht zwischen dem raschen Nachweis von Dokumenten einerseits und den häufig sehr langwierigen Beschaffungswegen andererseits zu reduzieren, wurden laufend Schritte zur Modernisierung dieses bibliothekarischen Dienstes unternommen. Eine Reorganisierung des Fernleihebetriebes ermöglichte schließlich die Bearbeitung einer Bestellung noch am Tag ihres Eintreffens. Da die meisten Fernleihen bis Mitte der Neunzigerjahre per Post bestellt und geliefert wurden, ergab sich eine Erledigungszeit von im Durchschnitt zwei bis vier Tagen. Dringende Bestellungen wurden per Fax noch am selben Tag versandt. Besonderer Wert wurde auch auf die schnelle Benachrichtigung bei negativen Antworten gelegt: Die Kunden sollten so rasch wie möglich erfahren, ob ihre Bestellungen positiv erledigt werden konnten oder nicht. Gleichzeitig wurde die persönliche Betreuung -in den meisten Fällen vor Ort oder per Telefon - intensiviert.

The London and Edinburgh Philosophical Magazine and Journal of Science, 1832
The London and Edinburgh Philosophical Magazine and Journal of Science, 1832

Im Jahr 1988 wurde eine EDV-unterstützte Verwaltung und Verbuchung der Fernleihe eingeführt, die sich in einer weiteren Effizienzsteigerung und Beschleunigung bei der Erledigung der offenen Bestellungen niederschlug. Die positiven Auswirkungen wurden schon bald in Form eines drastischen Fernleihe (interlibrary loan): Bücher des Bestandes der Zentralbibliothek für Physik werden per Post zur Leihe versandt, Bücher aus anderen Bibliotheken können zur Einsichtnahme in denmRäumlichkeiten der Zentralbibliothek für Physik bestellt werden.

Anstiegs bei der Zahl der Bestellungen sichtbar, die etwa im Jahr 1994 den Wert von rund 5.000 erreichte. Lediglich 1998 gab es einen geringfügigen Rückgang, der durch die österreichweite Einführung von Spesenersätzen für die bisher kostenlose Fernleihe und Dokumentlieferung zu erklären ist. Insgesamt war die Zentralbibliothek für Physik schon bald als zuverlässige und rasche Dokumentlieferantin in aller Munde, was in der Folge sogar dazu führte, dass viele Universitätsinstitute unter Umgehung der ihnen zugeordneten Bibliothekseinrichtungen und damit im Widerspruch zur österreichischen Fernleiheordnung direkt bei der Zentralbibliothek bestellten.

Im Jahr 2000 kam es zu weiteren Anpassungen an die Bedürfnisse der Kunden. Die bis zu diesem Zeitpunkt nur in Einzelfällen praktizierte elektronische Lieferung von Artikeln als Scans direkt an den Arbeitsplatz wurde von der Bibliothek als Standardservice eingeführt. Zur Auswahl stand die Zustellung als Datei in einem der gängigen Formate PDF, TIFF oder PostScript, beziehungsweise, als Alternative zum E-Mail-Versand, der Internetdownload oder Download via FTP. Die Zeit von der Bestellung eines Artikels bis zur E-Mail-Lieferung konnte so noch einmal reduziert werden und erfolgte jetzt innerhalb weniger Stunden. Dies konnte durch eine Neustrukturierung der Zeitschriftenbenutzung, durch den Ankauf von modernen Hochleistungsscannern und Mehrleistungen der Bibliotheksmitarbeiterinnen erreicht werden. Daraufhin stieg die Nachfrage nach Direktzulieferung von Zeitschriften- und Buchartikeln nochmals stark an.

Zeitschrift für Physik und Mathematik, Wien 1826
Zeitschrift für Physik und Mathematik, Wien 1826

Der Aufstieg der Zentralbibliothek zum „Global Player" als Dokumentlieferdienst begann aber erst mit der Teilnahme an einer internationalen Kooperation. Nachdem die Idee der Leitwege, wie oben geschildert, bereits im Rahmen der klassischen bibliothekarischen Fernleihe ausgehöhlt war, bedeutete die Entscheidung der Zentralbibliothek, ab 2001 als aktive Lieferbibliothek beim europaweit größten Dokumentlieferdienst „subito" mitzuwirken, nur einen weiteren Schritt auf dem Weg zum professionellen Dienstleistungsbetrieb. Der im Rahmen eines bundesdeutschen Projektes zur Literaturversorgung konzipierte „subito"-Dienst wurde für öffentliche und private Institutionen sowie Wirtschaft und Industrie eingerichtet, um diesem Empfängerkreis die benötigte Fachliteratur rasch und unbürokratisch via Internet zur Verfügung stellen zu können. Im Jahr 2001 umfasste „subito" 27 Lieferbibliotheken, im Jahr 2004 waren es bereits 32, darunter renommierte deutsche Bibliotheken wie die Staatsbibliothek zu Berlin, die Bayerische Staatsbibliothek München oder die TIB Hannover. Aus Österreich beteiligten sich bis Ende 2003 nur die beiden österreichischen Zentralbibliotheken (ZB für Physik bzw. ZB für Medizin).

Von Beginn an konnte sich die ZB Physik vor allem durch sehr kurze Lieferzeiten von nur ca. einer Stunde und den höchsten Anteil an positiv erfüllten Bestellungen gegenüber den Mitbewerbern auszeichnen. Diese kundenorientierten Leistungen wurden im Ranking (Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Lieferung) aller „subito"-Bibliotheken fast immer mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Zudem konnte die Bibliothek durch die „subito"-Teilnahme die Zahl an Literaturlieferungen stark erhöhen. Insgesamt lag die Zahl der „subito"-Bestellungen an der ZB Physik in den Jahren 2002 und 2003 bei ca. 800 bis 1.000 pro Monat. Die Mitwirkung bei „subito" brachte aber vor allem einen weiteren Ausbau bei den außeruniversitären Kunden aus Industrie und Wirtschaft sowie bei den Bestellern aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland.

Nicht zuletzt trugen diese Leistungen dazu bei, das in der Öffentlichkeit oft vorherrschende Bild von staatsnahen Institutionen zu korrigieren, indem Universitäten und deren Einrichtungen als moderne und leistungsfähige Betriebe gezeigt wurden. Diesen Leistungsvorsprung belegt ein kleiner Beitrag einer „subito"-Kundin aus dem Diskussionsforum „Internet in Bibliotheken" vom 8. August 2001: „... Wie nutzer- und damit zukunftsorientierte Bibliotheksarbeit aussieht, beweisen mir tagtäglich übrigens Ihre fantastischen Kollegen aus der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik, die jede subito-Bestellung im Normaldienst (!!!) innerhalb einer Stunde liefern!!! ... Damit kann ein kommerzieller Dokumentlieferdienst nicht konkurrieren! Das sind die Standards, nach denen wir alle streben sollten. Wenn uns das gelingt, haben Bibliotheken nämlich eine gute Zukunft."

Weiterentwicklungen im Sinne der bestmöglichen Reaktion auf Kundenwünsche stehen immer auf der Tagesordnung. So ist etwa eine Ausweitung des Zeitschriftenangebotes in „subito" auf Bestände der Universität Wien, vor allem der Bereiche Chemie und Mathematik, in Diskussion. Ebenso befasste sich die Zentralbibliothek mit technischen Verbesserungen, im Speziellen mit einer Erstimplementierung der „subito"-Software DOD (Delivery on Demand) für das Betriebssystem Linux, mit der die gesamte Abwicklung von der Bestellung bis zur Lieferung organisatorisch vereinfacht werden soll.

Schrödingers Schreibtisch ist immer noch in Verwendung.
Schrödingers Schreibtisch ist immer noch in Verwendung.

Eine schwere Belastung für den elektronischen Dokumentlieferdienst stellen allerdings die seit I.Juli 2003 verschärften Bestimmungen des österreichischen Urheberrechts dar, und zwar nicht nur zum Nachteil der Bibliotheken, sondern vor allem auch für die österreichischen Kunden aus Industrie und Wirtschaft. Ihnen ist seither der schnelle und komfortable Bezug von relevanter Fachliteratur auf elektronischem Weg sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland untersagt. Dies führt zu einer Benachteilung österreichischer Unternehmen gegenüber anderen europäischen Firmen, da z. B. in Deutschland bei der Umsetzung der EU-Richtlinie von einer solch drastischen Verschärfung des Gesetzes bisher Abstand genommen wurde.

Die Vorteile der modernen Kommunikations- und Informationstechnologien können somit zum Schaden des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Österreich nicht mehr voll ausgenutzt werden. Auch die erfolgreichen Bemühungen der österreichischen Bibliotheken, sich im europäischen Umfeld an führender Stelle zu positionieren, werden dadurch auf längst überholte technische Standards wie Briefpost oder Fax zurückgeworfen. Berücksichtigt man dazu die zur Zeit anhängigen Klagedrohungen mehrerer Zeit-schriften-Verlagshäuser gegen „subito", so ist davon auszugehen, dass der Rohstoff Information für Wirtschaft und Forschung in Zukunft entweder zum bedeutenden Kostenfaktor oder zur Mangelware werden muss.

4.7 Nicht nur Sammeln und Bewahren#

Hans Thirrings Ski-Mantel, eine Eigenentwicklung; zu sehen während der Ausstellung 'Hans Thirring - ein Homo Sapiens',1989
Hans Thirrings Ski-Mantel, eine Eigenentwicklung; zu sehen während der Ausstellung "Hans Thirring - ein Homo Sapiens",1989

Mit der herkömmlichen Rolle als Sammel- und Aufbewahrungsstelle von literarischem Kulturgut - als Bestandteil des „Gedächtnisses der Nationen", wie es der Dichter Novalis einmal mit Bezug auf das Archivwesen formulierte - hat sich die Zentralbibliothekfür Physik nie zufrieden gegeben. Auch und gerade für die historisch wertvollen Bestände galt immer der Anspruch, dass im Vordergrund die Zugänglichkeit und Nutzbarmachung stehen muss. Das aufwän-dige Sammeln und Erschließen von Nachlässen etwa ist erst dann gerechtfertigt, wenn die Ergebnisse dieser Tätigkeit Eingang in das Bewusstsein der Öffentlichkeit finden und dort ihre Wirkung entfalten können.

In diesem Sinn war die Aufarbeitung der Geschichte der Naturwissenschaften in Form von Ausstellungen und Publikationen immer ein wichtiges Ziel der Zentralbibliothek, sowohl durch die Teilnahme an den Projekten anderer Einrichtungen als auch in selbstständiger Wirkung.

4.8 Aus dem Veranstaltungskalender der Zentralbibliothek#

Erwin Schrödinger

Wichtigste Person im Rahmen der wissenschaftshistorischen Tätigkeit der Zentralbibliothek war und ist Erwin Schrödinger. Beginnend mit einer Jubiläumsausstellung zum hundertsten Geburtstag vom 16. bis 18. September 1987 an der Universität Wien gab es im Lauf der Jahre mehrere Präsentationen über den Nobelpreisträger, darunter z. B. auch das speziell für Schüler gestaltete Projekt „1000 Jahre Naturwissenschaften in Österreich" im Kassensaal der Sparkasse in Hörn von 27. Februar bis 19. März 1997. Bisheriger Höhepunkt: Anlässlich der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 1998 war das Land mit der Ausstellung „Erwin Schrödinger - 1887-1961" im „Joint Research Centre" in Ispra (Italien) vertreten.

Enthüllung der von Ferdinand Welz geschaffenen Ehrentafel für Josef Loschmidt durch Wilhelm Fleischhacker, 1996
Enthüllung der von Ferdinand Welz geschaffenen Ehrentafel für Josef Loschmidt durch Wilhelm Fleischhacker, 1996

Hans Thirring

Zum 101. Geburtstag des Physikers, Pazifisten und Abgeordneten zum österreichischen Bundesrat Hans Thirring wurde an der Zentralbibliothek am 13. April 1989 in Anwesenheit von Altbundeskanzler Bruno Kreisky die Ausstellung „Hans Thirring - ein Homo Sapiens" eröffnet (Foto auf Seite 131). Im Rahmen einer Buchpräsentation wurde am 18. November 1992 das von Walter Thirring verfasste Buch „Hans Thirring - Ein Leben für Physik und Frieden" vorgestellt. Anschließend gab es eine Lesung durch die Autorin Brigitte Kromp und den Burgschauspieler Heinz Zuber.

Fritz Hasenöhrl

Die am 24. Oktober 1990 erstmals präsentierte Ausstellung „Fritz Hasenöhrl - ein vergessener Physiker?" blieb mehrere Jahre lang im so genannten „Katalogsaal" aufgestellt und prägte somit den ersten Eindruck, den viele Besucher von der Zentralbibliothek mitnahmen.

Engelbert Broda

Eine Ausstellung über den Physiker und Chemiker Engelbert Broda wurde am 25. Oktober 1993 eröffnet. Die Festansprache hielt der Präsident des österreichischen Nationalrats Heinz Fischer.

Josef Loschmidt

Aus Anlass des hundertsten Todestages von Josef Loschmidt fand an der Universität Wien in der Zeit vom 25. bis 27. Juli 1995 ein internationales Symposium statt, das sich mit Leben und Werk dieses Pioniers der Atomistik beschäftigte. Unter den Teilnehmern waren unter anderem Carl Djerassi, der Erfinder der Antibabypille, und der Nobelpreisträger Max Perutz. Eine Loschmidt gewidmete Briefmarke gab es in einem Sonderpostamt zu kaufen. In diesem Zusammenhang wurde von der Zentralbibliothek eine Ausstellung mit zugehöriger Begleitbroschüre gestaltet, die offiziell am 19. September durch den Präsidenten des Wiener Stadtschulrates, Kurt Scholz, und den Rektor der Universität Wien, Alfred Ebenbauer, eröffnet wurde und später als Wanderausstellung an mehreren österreichischen Schulen gastierte. Am 4. Oktober 1996 wurde in der Lacknergasse 79 in Wien XVIII am ehemaligen Wohnhaus Loschmidts eine von Ferdinand Welz geschaffene Gedenktafel durch den Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Wilhelm Fleischhacker, und den Künstler persönlich enthüllt. Frankfurter Buchmesse die offiziell am 19. September durch den Präsidenten des Wiener Stadtschulrates, Kurt Scholz, und den Rektor der Universität Wien, Alfred Ebenbauer, eröffnet wurde und später als Wanderausstellung an mehreren österreichischen Schulen gastierte. Am 4. Oktober 1996 wurde in der Lacknergasse 79 in Wien XVIII am ehemaligen Wohnhaus Loschmidts eine von Ferdinand Welz geschaffene Gedenktafel durch den Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Wilhelm Fleischhacker, und den Künstler persönlich enthüllt.

Frankfurter Buchmesse

An der 47. Frankfurter Buchmesse in der Woche vom 11. bis 16. Oktober 1995 beteiligte sich unter dem Titel „Österreichische Bibliothekskultur - Zukunft braucht Herkunft" auch die Zentralbibliothek für Physik. Unter den Standbesuchern: Nationalratspräsident Heinz Fischer und die Vorsitzende des Liberalen Forums, Heide Schmidt.

Erich Schmid

Am 24. April 1997 erfolgte die Eröffnung zur Ausstellung „Erich Schmid - Wissenschaftliches Werk" nach einer Idee und in Zusammenarbeit mit dem Schmid-Schüler Karl Lintner.

Ein Geschenk an die Wissenschaft

Keine Ausstellung, aber dennoch ein bedeutender Tag für die Zentralbibliothek: Am 10. Dezember 1997 übergibt die Internationale Atomenergiebehörde der Republik Österreich im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Festsaal des Palais Dietrichstein die INIS-Mikrofichekollektion. Als Vertreter der jeweiligen Körperschaften fungieren Victor M. Mourogov, der stellvertretende Direktor der IAEA, und Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner.

Frauen in der Physik

Am 13. Mai 1998 wurde Brigitte Bischofs Ausstellung „Physikerinnen. 100 Jahre Frauenstudium an den Physikalischen Instituten der Universität Wien" eröffnet. Beleuchtet wurden darin unter anderem auch Leben und Werk der vergessenen Pionierin der Kernphysik, Marietta Blau, zu deren 109. Geburtstag am 29. April 2003 die Zentralbibliothek eine musikalisch umrahmte Gedenkveranstaltung samt Buchpräsentation im Großen Festsaal der Universität Wien organisierte.

Cd-Cover des multimedialen Features von Renate Bertlmann zur einwöchigen Bell-Konferenz
Cd-Cover des multimedialen Features von Renate Bertlmann zur einwöchigen Bell-Konferenz
Quantum [Un]speakables

An der Konferenz zu Ehren von John S. Bell nahmen in der Zeit vom 9.-14. November 2000 zahlreiche Wissenschaftler von internationalem Rang teil, darunter Roger Penrose und die Nobelpreisträger Gerard't Hooft und Jack Steinberger. Zur Dokumentation dieses Ereignisses beauftragte die Zentralbibliothek die Malerin und Objektkünstlerin Renate Bertimann mit der Produktion eines multimedialen Features. Das Ergebnis ihrer Arbeit wurde in Anwesenheit von Mary Bell, der Witwe des Widmungsträgers, am 29. April 2002 präsentiert.

Science Week

Im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit beteiligte sich auch die Zentralbibliothek an der Veranstaltungsreihe „Science Week" im Arkadenhof der Universität Wien, und zwar 2001 mit einer Präsentation der Bibliothek und 2002 mit einer Ausstellung über den Physiker Viktor Weisskopf.

4.9 Die Zentralbibliothek als Verleger#

„Ausgestelltes verfliegt, Geschriebenes bleibt." Diese Abwandlung eines geflügelten Wortes vor Augen war die Zentralbibliothek immer bestrebt, die Ergebnisse ihrer wissenschaftsgeschichtlichen Tätigkeit in gedruckten, die Zeit überdauernden Publikationen festzuhalten. In Zusammenarbeit mit namhaften Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland entstand so eine Reihe von einschlägigen Publikationen, die, aus Steuergeldern finanziert, kostenlos an die Interessenten abgegeben wurden - was gerne akzeptiert wurde in einem gesellschaftlichen Klima, das noch nicht von der Vorstellung geprägt war, dass etwas, das nichts kostet, auch nichts wert ist. Mit der zunehmenden Budgetverknappung seit der Mitte der Neunzigerjahre wurde dann aber der Spielraum für die verlegerische Tätigkeit der Bibliothek immer enger, was sich in einem Rückgang der Zahl der Publikationen niederschlug. Nachfolgend eine Bibliographie der von der Zentralbibliothek herausgegebenen Veröffentlichungen:

Ludwig Boltzmann: Katalog zur Ausstellung an der Zentralbibliothek für Physik in Wien / zusammengestellt von Auguste Dick und Gabriele Kerber. - Wien, 1982. - 53, [8] S. ISBN: 3-900490-00-7. Es folgten mehrere Auflagen bis 1987.

Lesung durch die Autorin Brigitte Kromp und den Burgschauspieler Heinz Zuber, 1992
Lesung durch die Autorin Brigitte Kromp und den Burgschauspieler Heinz Zuber, 1992
Erwin Schrödinger: Katalog zur Ausstellung anlässlich der 25. Wiederkehr seines Todestages / zusammengestellt von Gabriele Kerber und Ulrike Smola mit wissenschaftlicher Beratung von Auguste Dick. Wien, 1986 8 Bl. ISBN' 3-900490-01-5

Erwin Schrödinger: Briefe und Dokumente aus Zürich, Wien und Innsbruck / eingeleitet und kommentiert von Gerhard Oberkofler Innsbruck: Wagner 1992. 55 S.

Wolfgang Gröbner/Richard von Mises/Wolfgang Pauli: Österreichische Mathematik und Physik. Wien: Zentralbibliothek für Physik, 1993. 71 S. ISBN: 3-900490-03-1

Engelbert Broda: Wissenschaft und Gesellschaft. Wien: Zentralbibliothekfür Physik, 1993. 95 S. ISBN: 3-900490-04-X

Fritz Feigl: Notizen und Dokumente zu einer wissenschaftlichen Biographie im Gedenken an Kurt Horeischy und Hans Vollmer / Gerhard Oberkofler' Peter Goller. Wien: Zentralbibliothek für Physik, 1994. 76 S. ISBN: 3-900490-05-8

Josef Loschmidt: Pionier der Atomistik und der organischen Strukturchemie; eine Ausstellung der Zentralbibliothek für Physik in Wien; 19.6.1995 bis 29.6.1995: Universität Wien; 19.9.1995 bis 29.9.1995: Stadtschulrat für Wien. Wien: Zentralbibliothek für Physik, 1995. 41 S. ISBN: 3-900490-07-4

Österreichische Zentralbibliothek für Physik Wien: Leistungsbericht 2001 / Österreichische Zentralbibliothek für Physik: Europas schnellste und zuverlässigste Schwerpunktbibliothek. Wien: Österreichische Zentralbibliothek für Physik, 2002. 6BI. ISBN: 3-900490-06-6

Viktor F. Weisskopf: eine Ausstellung der Österreichischen Zentralbibliothek für Physik im Rahmen von „brennpunkt na-turwissenschaften"- Arkadenhof der Universität Wien (7 Juni 2002); Lesesaal der Zentralbibliothek für Physik (10.-14. Juni 2002). Wien, 2002. 1 Plakat

Viktor F. Weisskopf: eine Ausstellung der Österreichischen Zentralbibliothekfür Physik; Dokumentation der Ausstellung/ Gesamtkonzept: Beate Hareter Herausgeber' Österreichische Zentralbibliothek für Physik. Wien, 2002. 16 S. ISBN: 3-900490-08-2. Literaturangaben

4.10 Die Entwicklung der Videosammlung#

In den Achtzigerjahren wurden die ersten Videokassetten (in den Formaten VHS und U-Matic) angeschafft. Zuerst wurden diese in der Sondersammlung in Kartons aufbewahrt, bald jedoch war die Sammlung so weit angewachsen, dass sie systematisch erschlossen werden musste. Ein Raum der Bibliothek wurde mit speziellen Videoregalen und einer gemütlichen Sitzecke als Videoraum für die Benutzer adaptiert. Fernsehsendungen, die in das Sammelgebiet der Zentralbibliothek passten, wurden, nach Maßgabe urheberrechtlicher Bestimmungen, aufgezeichnet, hauptsächlich Dokumentationen und Schulfunksendungen. 1991 hielt der Nobelpreisträger Klaus von Klitzing einen Gastvortrag an der Uni Wien. Mit einer Amateurausrüstung wurde von diesem Ereignis die erste eigene Videoproduktion hergestellt. Seither werden regelmäßig die wichtigsten Vorträge gefilmt und digital nachbearbeitet. Die Videosammlung umfasst mittlerweile über 1.000 Videokassetten.

Unter anderem konnten die Vorträge mehrerer bedeutender Wissenschaftler aufgenommen und archiviert werden:

Carlo Rubbia (Nobelpreis Physik 1984) Klaus von Klitzing (Nobelpreis Physik 1985) Jack Steinberger (Nobelpreis Physik 1988) Paul J. Grützen (Nobelpreis Chemie 1995) Walter Kohn (Nobelpreis Chemie 1998) Gerard 't Hooft (Nobelpreis Physik 1999)

sowie z. B.:

Peter C. Aichelburg, Alfred Bader, Reinhold Bertimann, Carl Djerassi, Franz von Feilitzsch, Dieter Flamm, Sheldon Friedlander, Jürgen Hafner, Edmund Hlawka, Walter Kutschera, Elliot H. Lieb, Karl von Meyenn, Martin Neumann, Roger Penrose, Herbert Pietschmann, Harald Posch, Othmar Preining, Helmut Rauch, Thomas Schönfeld, Horst Seidler, Abner Shimony, Ferdinand Stangler, Walter Thirring, Viktor Weisskopf, Jakob Yngvason, Anton Zeilinger u. v. a.



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