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Achleitner, Friedrich#


* 23. 5. 1930, Schalchen (Oberösterreich)


Architekt, Schriftsteller und Architekturhistoriker


Im oberösterreichischen Innviertel aufgewachsen, besuchte Achleitner die Höhere Bundesgewerbeschule, Abteilung Hochbau, in Salzburg, danach studierte er Architektur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzmeister (Diplom: 1953). 1953-1958 arbeitete er als freischaffender Architekt und studierte nebenbei einige Semester Bühnenbild. 1955 stieß der Literaturinteressierte zur "Wiener Gruppe", einer avantgardistischen Autorenvereinigung, der auch Konrad Bayer, H._C. Artmann, Gerhard Rühm und Otto Wiener angehörten. Achleitner widmete sich nun vordringlich der literarischen, sprachexperimentellen Tätigkeit und schrieb Dialektgedichte, Textmontagen u. a. Der Ertrag dieser Arbeit erschien 1970 unter dem Titel "prosa, konstellationen, montage, dialektgedichte, Studien". Nach dem Zerfall der "Wiener Gruppe" wandte er sich der Architekturkritik zu. Er wurde Mitarbeiter bei verschiedenen in- und ausländischen Architekturzeitschriften und war 1962-1972 Architekturkritiker bei der Zeitung "Die Presse". Er ist Gründungsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Zu seinen Werken zählt die Bestandsaufnahme "Österreichische Architektur im 20. Jh. - Ein Führer in 4 Bänden" (1981 ff.). Seit 1983 leitet er die Lehrkanzel für Geschichte und Theorie der Architektur an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992