Amery, Jean #

(eigentlich Hans Mayer)


* 31. 10. 1912, Wien

† 17. 10. 1978, Salzburg (Selbstmord)


Schriftsteller, Philosoph, Essayist


Amery studierte in Wien Literatur und Philosophie. Er floh 1938 vor den Nationalsozialisten nach Belgien, wurde 1943 als Widerstandskämpfer verhaftet und durchlitt bis Kriegsende mehrere Konzentrationslager. Sein Werk reflektiert diese Existenzbedrohungen seines Lebens. Amery der nach dem Krieg überwiegend in Brüssel lebte, wendet sich in seinen gesellschaftskritischen Essays gegen Unfreiheit und Ungerechtigkeit und erweist sich darin als ein unbestechlicher Beobachter seiner Zeit. In den Büchern "Über das Altern" (1968) und "Hand an sich legen" (1976), in denen er über den biologischen Verfall und den Suizid als letzte Freiheit des Menschen meditiert, nahm er literarisch seinen eigenen Freitod vorweg.

Weitere Werke#

  • "Jenseits von Schuld und Sühne" (1966)
  • "Unmeisterliche Wendejahre" (Essays, 1971)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992