Bock, Fritz#


* 26. 2. 1911, Wien

† 12. 12. 1993, Wien


Politiker, Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder

Fritz Bock
Fritz Bock
© Imagno / Foto Barbara Pflaum


Nach dem Besuch des Hietzinger Gymnasiums studierte Bock in Wien Jus (Promotion: 1935) und wurde Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder. Schon als Mittelschüler politisch tätig, trat er 1934 der Vaterländischen Front (VF) bei. In den letzten Wochen vor dem Anschluss gehörte er zu den aktivsten Kämpfern gegen die Nationalsozialisten. Als Mitarbeiter in der Propagandaleitung der VF stand sein Name als verantwortlicher Redakteur in zahlreichen Broschüren, Publikationen und auf Plakaten. Er wurde daher 1938 sofort nach dem Einmarsch der Deutschen verhaftet und mit dem sogenannten "Prominententransport" am 1. April 1938 nach Dachau deportiert, wo er bis 1939 in Haft blieb. Danach stand er unter ständiger Polizeiaufsicht. 1945 gehörte Bock zu den Gründungsmitgliedern der ÖVP und war bis 1947 ihr Generalsekretär. 1947-1952 wechselte er als Generalsekretär zum ÖAAB. Bereits seit 1949 als Abgeordneter im Parlament, erfolgte 1952 seine erste Berufung in die Regierung. Er übernahm das Staatssekretariat zunächst im Handelsministerium, dann 1955/56 im Finanzministerium. 1956-1968 gehörte er der Regierung als Bundesminister für Handel und Wiederaufbau an, 1966-1968 auch als Vizekanzler. 1969-1989 stand Bock als Präsident an der Spitze des Aufsichtsrates der CA. In seiner Amtszeit kam es zu einem großen Strukturwandel des Bankgeschäfts, v. a. die Industriekonzerne litten zu Beginn der 80er Jahre unter schweren Strukturproblemen. Generaldirektor war Hannes Androsch, zu dem Bock ein gutes Verhältnis hatte. Er wurde allgemein als äußerst integre Persönlichkeit und fachliche Autorität geschätzt.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992