Dönch, Karl#


* 8. 1. 1915, Hagen (Westfalen)

† 16. 9. 1994, Wien


Kammersänger


Dönch studierte am Dresdner Konservatorium. Er debütierte 1936 in Görlitz als Doktor Bartolo im "Barbier von Sevilla". Im Jahr darauf sang er dort als 22jähriger den Beckmesser, eine Rolle, die er später immer wieder gesungen hat, an der New Yorker "Met" war er 1959-1972 überhaupt der einzige Vertreter dieser Partie. 1945 erhielt der Bassbariton ein Engagement am Salzburger Stadttheater, 1947 wurde er Mitglied der Wiener Staatsoper. Er sang große Partien wie den Doktor in "Wozzeck", den Don Pasquale, den Leporello, den Großinquisitor in "Don Carlos". Auf Gastspielen trat er weltweit an allen großen Opernhäusern auf. Der humorvolle Künstler war auch bei den Salzburger Festspielen tätig. 1973-1987 leitete Dönch mit Geschick und Erfolg die Wiener Volksoper. Er baute ein junges Ensemble auf, stand selbst in zahlreichen Rollen auf der Bühne, z. B. als Hexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel". Er versuchte eine "Volksoper" im besten Sinne des Wortes zu realisieren. Insgesamt gab es in seiner Ära 39 Opern- und 24 Operettenpremieren, 12 Ballette und 5 Musicals; auch neue Regiekonzepte kamen zum Zug: eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992