Fronius, Hans#


* 19. 9. 1903, Sarajevo (Bosnien)

† 21. 3. 1988, Mödling (Niederösterreich)


Graphiker und Buchillustrator


Der Sohn eines Arztes aus Siebenbürgen und einer feinsinnigen Mutter, die aus einer Wiener Künstlerfamilie stammte, erlebte als Knabe das Drama um die Ermordung des österreichischen Thronfolgerehepaares. Nach dem 1. Weltkrieg übersiedelte die Familie nach Graz. Von dort ging Fronius 1922 nach Wien zur Ausbildung an die Akademie der Bildenden Künste. Ab 1930 war er als Kunsterzieher in Graz, später in Fürstenfeld und Mödling tätig. Ab 1964 arbeitete er als freischaffender Maler und Graphiker. Fronius begann mit Holzschnitten und Zeichnungen, die ihm bald die Anerkennung Alfred Kubins, mit dem er sich intuitiv verbunden fühlte, eintrugen. Der belesene und religiöse Künstler illustrierte die Werke Franz Kafkas, E. A. Poes, Francois Villons. An Rembrandt, Goya, Ensor und Soutine geschult, begründeten diese kongenialen Arbeiten seinen Ruhm als Zeichner und Buchillustrator. Froniuss Kunst ist dunkel, ernst und tragikumwittert. Auf seiner langen Suche nach Sinn und christlicher Lebensgestaltung hat er sich keinerlei Moden unterworfen. Sein genuines Schaffen präsentierte der Künstler, der auch ein Meister des Pinsels war, auf zahlreichen Ausstellungen in Europa und Übersee.

Literatur#

  • W. Hilger, H. F. (1979)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992