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Hörbiger, Attila#


* 21. 4. 1896, Budapest

† 27. 4. 1987, Wien


Kammerschauspieler

Attila Hörbiger
Attila Hörbiger
© Imagno / Foto Barbara Pflaum
Der Sohn von Hanns Hörbiger leistete nach der Matura 1915 als Offizier Kriegsdienst. 1919 entschied er sich ohne entsprechende Ausbildung, wie sein Bruder Paul Hörbiger Schauspieler zu werden. Nach Engagements an kleinen Bühnen (Bozen, Reichenberg, Brünn) engagierte ihn Max Reinhardt 1928 an das Theater in der Josefstadt, Hörbiger spielte hier bis 1950. Er hatte auch große Erfolge in Berlin und bei Gastspielen am Wiener Volkstheater. 1950-1975 war er Mitglied des Burgtheaters, wo seine große Schauspielkunst zur vollen Reife kam. Sein Repertoire reichte vom Konversationsstück über Nestroy und Raimund zu Shakespeare und Lessing, Goethe und Schiller. Er war ein unvergleichlicher Darsteller von volkstümlichen Käuzen und weinseligen Räsonierern. Zu seinen Glanzrollen gehörten der Knieriem im "Lumpazivagabundus", der Petruccio in "Der Widerspenstigen Zähmung", der Nathan und Cornelius Melody in "Fast ein Poet". Bei den Salzburger Festspielen spielte er 1935-1938 sowie 1947-1950 den "Jedermann". Hörbiger, einer der beliebtesten Schauspieler im deutschsprachigen Raum, wirkte auch in zahlreichen Filmen mit (u. a. "Das vierte Gebot", 1950, "Alpenkönig und Menschenfeind", 1965, "Rückkehr", 1977). 1985 stand er als Winter in Raimunds "Der Diamant des Geisterkönigs" zum letzten Mal auf der Bühne des Burgtheaters. Aus seiner Ehe mit Paula Wessely stammen die Schauspielerinnen Elisabeth Orth, Christiane Hörbiger und Maresa Hörbiger.

Literatur#

  • E. Führich/G. Prossnitz (Hg.), Paula Wessely, Attila Hörbiger Ihr Leben, ihr Spiel (1985)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992