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Harrer, Heinrich#


* 6. 7. 1912, Obergosen am Zirbitzkogel (Kärnten)

† 7. 1. 2006, Friesach (Kärnten)


Forschungsreisender und Publizist


Nach der Volksschule in Bruck/Mur und der Matura in Graz legte Harrer die Lehramtsprüfung für Geographie und Leibesübungen in Graz ab. 1937 gewann der begeisterte Sportler die akademische Skiweltmeisterschaft in der Abfahrt; 1938 gelang ihm mit drei weiteren Alpinisten die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand. 1939 nahm er an der deutschen Nanga-Parbat-Expedition teil. Nach dieser Fahrt wurde er in Indien vom Kriegsausbruch überrascht und von den Briten interniert. Schließlich glückte es ihm, 1944 nach Tibet zu entkommen und Lhasa zu erreichen. Dort war er 1946-1951 Lehrer und Berater des Dalai Lama. Nach der Besetzung des Landes durch die Chinesen kehrte er 1952 nach Europa zurück. Seine zahlreichen weiteren Entdeckungsreisen führten ihn in noch wenig bzw. gar nicht erforschte Gebiete, v. a. in Asien und Afrika, und z. T. zu Stämmen von Ureinwohnern, die bislang kein Weißer gesehen hatte: 1953 Anden, Amazonas, 1955 Alaska, 1957 Kongo, 1961/62 West-Guinea, 1964/65 Nepal, 1970 Grönland, 1972 Borneo, 1977 Tansania, Zaire, Uganda. Harrer hat diese Reisen in vielen Büchern beschrieben, z. B. "Huka-Huka" (1968), "Unter Papuas und Andamanen" (1977). Weltberühmt wurde sein Bericht "Sieben Jahre Tibet" (1952), den er selbst verfilmt hat. Harrer, der heute in Hüttenberg (Kärnten) lebt und das dortige Heinrich Harrer Museum betreut, gilt als bedeutendster Tibetkenner der Welt und besitzt eine umfangreiche, wertvolle Tibetsammlung.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992