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Hrdlicka, Alfred#


* 27. 2. 1928, Wien


Bildhauer und Graphiker

Alfred Hrdlicka
Alfred Hrdlicka
© Didi Sattmann
Der Sohn eines Hilfsarbeiters ging nach der Pflichtschule in eine Zahntechnikerlehre, entschied sich 1946 jedoch für das Kunststudium. Seine Lehrer waren Gütersloh, Dobrowsky und Wotruba. Er schloss die Ausbildung 1953 als akademischer Maler und 1957 als akademischer Bildhauer ab. Ab 1962 lebte er als freischaffender Künstler. Hrdlicka vertrat Österreich u. a. 1964 als Bildhauer und Graphiker bei der Biennale in Venedig und nahm an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen teil. Er lehrte in Salzburg, Hamburg, Stuttgart und Berlin. Der Bildhauer hat zahlreiche ausdrucksstarke Plastiken und Monumentalskulpturen geschaffen, die oft heftige Reaktionen der Öffentlichkeit provoziert haben: die "Orpheus"-Statue für das kleine Salzburger Festspielhaus (1963), die Renner-Büste in Wien (1967), das "Denkmal für Friedrich Engels" in Wuppertal (1981), der Bronzefries über den Serienmörder Fritz Haarmann in Hannover (1991) sowie die Mahnmäler gegen Faschismus und Krieg in Hamburg und Wien. Daneben hat er Radier- und Zeichenzyklen, Fresken, Bühnenbilder und Gemälde in Öl- und Temperamalerei geschaffen. Thema seiner kontroversiellen Kunst ist der Torso und die Qual wie die Grausamkeit des Menschen. Der engagierte Künstler hat auch kritische Essays und Schriften zu Kunst, Politik und Gesellschaft verfasst, z. B. "Die Ästhetik des automatischen Faschismus" (1989).

Literatur#

  • M. Lewin (Hg.), Alfred Hrdlicka Das Gesamtwerk (3 Bde., 1987 bis 1992)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992