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Hundertwasser, Friedensreich #

(eigentlich Friedrich Stowasser)


* 15. 12. 1928, Wien

† 19. 2. 2000 auf dem Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth II.


Maler und Umweltschützer

Friedensreich Hundertwasser
Friedensreich Hundertwasser
© Imagno / Foto Barbara Pflaum
Hundertwasser verlor früh den Vater, der Techniker war. Er besuchte die Wiener Montessori-Schule, wo seine Begabung bereits auffiel. Unter dem NS-Regime musste er als Halbjude die Realschule verlassen. Er holte nach dem Krieg die Matura nach und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Nach ausgedehnten Reisen trat er in Wien dem Art-Club bei, wo er 1952 erstmals ausstellte. Seit 1980 leitet er eine Meisterklasse für Malerei an der Akademie. Friedensreich Hundertwasser Der Künstler, der sich seit 1949 F. Hundertwasser nannte, malte zunächst in realistischer Manier Blumen, Landschaften, Häuser und Stillleben, bis er allmählich seinen charakteristischen Stil fand. Grundstruktur seiner Malerei ist die Spirale. Die gerade Linie und den rechten Winkel lehnt Hundertwasser entschieden ab. Die farbexplosiven Arbeiten wurzeln in österreichischen Traditionen, im wuchernden Barock, im ornamentalen Reichtum des Jugendstils. Sie spiegeln Vorstellungen von Architektur wider, in denen Natur, der Baum, die Landschaft als Haus aufgefasst werden, und reflektieren die Zellstrukturen des Wachsens in der Natur. Seine Kunst verbindet er mit einem oft spektakulären Engagement für die Umwelt. Weltweites Aufsehen erregte der Bau einer Wohnhausanlage für die Gemeinde Wien (1988/89), die mittlerweile zu einer Touristenattraktion geworden ist. 1991 eröffnete Hundertwasser an der Weißgerberlände sein "KunstHaus Wien".

Literatur#

H. Rand, Friedensreich Hundertwasser als Maler (1986).



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992