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Jelinek, Elfriede#


* 20. 10. 1946, Mürzzuschlag (Steiermark)


Schriftstellerin

Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek
© Josef Dreissinger
Jelinek besuchte in Wien eine Klosterschule und studierte dann Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Musik. Sie fand schon sehr früh zur Literatur und wurde 1970 mit ihrem Roman "wir sind lockvögel baby" bekannt, der unter dem Einfluss der "Wiener Gruppe" stand. Aber schon "Michael. Ein Jugendbuch für die Infantilgesellschaft" (1972) trug realistische Züge. In "Die Liebhaberinnen" (1975, 1989) greift sie jenes Thema auf, das sie immer wieder beschäftigt: die sexuelle Unterdrückung und Ausbeutung der Frau in einer von Männern dominierten Gesellschaft ("Clara S., musikalische Tragödie", 1982, "Lust", 1990). Dabei geht es der politisch engagierten Autorin primär darum, mit ihrem satirischen und dialektischen Sprachwitz die herrschaftsstabilisierenden Manipulations- und Marktmechanismen der kapitalistischen Gesellschaft zu demaskieren und bewusstseinsverändernd zu wirken. Sie greift dabei in ihren Romanen, Theaterstücken und Hörspielen auch zum Mittel der Provokation. Jelinek zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten österreichischen Autorinnen der Gegenwart.

Weitere Werke#

  • "Burgtheater" (Posse mit Gesang, 1980)
  • "Die Ausgesperrten" (Hörspiel, 1980)
  • "Die Klavierspielerin" (Roman, 1986)
  • "Krankheit" (Theaterstück, 1989)
  • "Totenauberg" (Theaterstück, 1991)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992