Jonas, Franz#


* 4. 10. 1899, Wien

† 24. 4. 1974, Wien


Politiker

Franz Jonas
Franz Jonas
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Der Sohn eines Hilfsarbeiters erlernte das Buchdruckergewerbe. Im 1. Weltkrieg war er Soldat. 1919 trat er in die Volkswehr ein und nahm für kurze Zeit am Kärntner Abwehrkampf teil. Bereits in jungen Jahren hatte er sich der sozialdemokratischen Bewegung angeschlossen. Er besuchte die Arbeiterhochschule, bildete sich aber zeitlebens fort. Im Februar 1934 floh er in die CSR, wurde nach seiner Rückkehr inhaftiert und arbeitete nach seiner Freilassung illegal bei den Revolutionären Sozialisten. Im 2. Weltkrieg war Jonas Angestellter in einer Lokomotivfabrik. Nach 1945 begann sein Aufstieg: 1946 Bezirksvorsteher von Floridsdorf, 1948 Amtsführender Stadtrat für das Ernährungswesen, 1949 übernahm er das wichtige Bauressort. 1951 wurde Jonas Bürgermeister von Wien und erwarb sich große Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt und die Hebung ihres internationalen Ansehens (Wiener Festwochen, Internationale Gartenbauausstellung 1964 u. a.). 1965 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt, er führte das Amt bis 1974 mit Korrektheit und Würde. In seine Amtszeit fielen die Einparteienregierung der ÖVP (1966-1970), die Minderheitsregierung Kreisky, an deren Zustandekommen er maßgeblich beteiligt war, und die 1. Alleinregierung der SPÖ. Trotz eines schweren Krebsleidens ging er bis zu seinem Tode den Amtsgeschäften nach.

Literatur#

  • F. Czeike, Wien und seine Bürgermeister (1974)
  • F. Weissensteiner (Hg.), Die Österreichischen Bundespräsidenten (1982)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992