Kelsen, Hans#


* 11. 10. 1881, Prag

† 19. 4. 1973, Berkeley (USA)


Jurist und Rechtsgelehrter

Hans Kelsen
Hans Kelsen
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Kelsen wuchs in Wien auf und absolvierte das Akademische Gymnasium. Nach seinem Militärdienst studierte er Jus (Promotion: 1906). 1911 konnte er sich mit dem Werk "Hauptprobleme der Staatsrechtslehre" habilitieren. Seinen Kriegsdienst leistete er größtenteils auf einem Verwaltungsposten im Kriegsministerium. 1917 wurde er a. o. Prof., 1919 o. Prof. an der Wiener Universität. Von Karl Renner herangezogen, wurde er einer der wesentlichen Mitschöpfer der Österreichischen Bundesverfassung 1920. Danach wirkte Kelsen als Richter im Verfassungsgerichtshof, dessen legistische Basis ausschließlich auf seinen Entwürfen beruhte. 1930 verließ er Wien und folgte einem Ruf nach Köln, da aufgrund der Verfassungsnovelle 1929 alle Richter ihre Funktion verloren. Auch das politische Klima in Wien fand nicht mehr seine Zustimmung. In Deutschland wurde der jüdische Gelehrte nach der Machtergreifung Hitlers 1933 ohne Pension entlassen. Er ging zunächst nach Genf und emigrierte 1940 in die USA, wo er eine dauernde Lehrtätigkeit an der Universität von Berkeley aufnahm. Der international anerkannte Völkerrechtler und Begründer der "Reinen Rechtslehre" hinterließ ein reiches wissenschaftliches OEuvre, das mehr als 600 Publikationen umfasst.

Werke#

  • "Reine Rechtslehre" (1934)
  • "Allgemeine Theorie der Normen" (1979)
  • K

Literatur#

  • A. Metall, Hans Kelsen Leben und Werk (1969)
  • R. Walter, Hans Kelsen in: NDB (1977)
  • N. Leser, Hans Kelsen in: NÖB Bd. 20 (1979)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992