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Klauhs, Hellmuth#


* 27. 3. 1928, Wien

† 26. 4. 1990, Wien


Bankfachmann


Der Sohn eines Lehrerehepaars arbeitete nach der Matura im Justizministerium, daneben absolvierte er ein Jusstudium (Promotion: 1952). Er trat in die Bundeswirtschaftskammer, Abteilung Geld-, Kredit- und Versicherungswesen, ein. 1957-1964 war er beim Österreichischen Raiffeisenverband als Referent tätig, 1961 übernahm er als Geschäftsführer die Raiffeisen-Bausparkasse, 1969 wurde er Generaldirektor der Raiffeisen-Zentralbank AG, die er zu einer modernen Universalbank ausbaute, 1978 wurde er zum Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes ernannt. Als 1988 nach dem Tod Stephan Korens die Funktion des Präsidenten der Nationalbank zu besetzen war, kam es zwischen SPÖ und ÖVP zu einem Tauziehen um dieses Amt. Klauhs wurde schließlich als Kompromisskandidat erwählt, konnte sich aber sehr schnell Achtung verschaffen. Der eher stille Pragmatiker verfolgte beharrlich seine Ziele. Die Liberalisierung der Devisenbestimmungen fiel noch in seine tragisch kurze Amtszeit.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992